Gegen Hoffenheim hatten Harry Kane (rechts) und Luis Diaz (rechts) großen Anteil am Sieg der Bayern. Foto: picture Alliance/dpa/Revierfoto
„Großer Traum“: Die Bayern wollen nach dem Sieg gegen Leipzig endlich den Pokal gewinnen
Bayern München setzte sich in einem harten Spiel gegen RB Leipzig durch und darf weiterhin auf einen Pokaltriumph hoffen. Stürmerstar Harry Kane zeigte den Fans eine Siegfaust, Mittelfeldstratege Joshua Kimmich warf jubelnd die Hände in die Luft – der Berlin-Traum lebt weiter. Der FC Bayern erreichte zum ersten Mal seit sechs Jahren das Halbfinale des DFB-Pokals. Der Rekordpokalsieger gewann das mit Spannung erwartete Viertelfinale gegen RB Leipzig mit 2:0 (0:0) und darf weiterhin auf den ersten Pokalsieg seit 2020 hoffen.
„Wir haben den großen Traum, nach 2020 wieder nach Berlin zu kommen. Und ich denke, es war heute ein verdienter Sieg. Wir waren vor allem in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft“, sagte Bayern-Präsident Herbert Heiner. Und Leipzigs David Raum sagte bei Sky: „Wenn man in München gewinnen will, muss alles stimmen. Es gibt zwei Szenen, in denen wir schlafen, die sind brutal effizient und gefühllos.“
Kane führt den FC Bayern zum Sieg
Kane brachte die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany mit einem Elfmeter in der 64. Minute umjubelt in Führung. Es war der 39. Treffer des Torschützen in seinem 34. Pflichtspiel der Saison, sein fünfter gegen RB. Nur drei Minuten später erzielte Luis Diaz unter den wachsamen Augen von Bundestrainer Julian Nagelsmann das 2:0 – und das besiegelte die Entscheidung. Noch vor dem Schlusspfiff skandierten die Fans: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“
Im Halbfinale am 21./22. Im April warten Bayer Leverkusen, VfB Stuttgart und Freiburg auf die Münchner, die noch in allen drei Wettbewerben dabei sind. Die Auslosung findet am 22. Februar statt. Das Finale in Berlin findet am 23. Mai statt.
Pokalspezialist Leipzig, 2022 und 2023 Sieger und in den letzten sieben Jahren viermal im Endspiel, kann sich nun voll und ganz auf den engen Ligakampf um die Champions-League-Plätze konzentrieren. Für RB war es nach 0:6 und 1:5 in der Meisterschaft die dritte Niederlage gegen München in dieser Saison.
Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen betonte vor dem Spiel, wie wichtig der Pokal für die Bayern sei: „Natürlich geht es um alles. Wir haben viel aufzuholen.“ Seit 2020 erreichten die Bayern dreimal das Achtelfinale und scheiterten einmal im Viertelfinale und einmal im Achtelfinale.
Nach dem 5:1-Sieg im Oberhaus gegen Hoffenheim nahm Kompany keine Veränderungen in seiner Startelf vor. Leipzigs Trainer Ole Werner nahm nach dem 2:1-Sieg in Köln zwei Veränderungen in seinem Kader vor.
Ein temperamentvolles Spiel nach einem holprigen Start für den FC Bayern
Die Bayern wirkten in der Anfangsphase sehr unorganisiert. Die Gäste drückten hoch und zwangen die Münchner zu Fehlern. Leipzigs mutige Spielweise verschaffte den Bayern aber auch Räume – und Chancen: Beim Schuss von Kane musste Castello Lukeba (12.) auf der Linie parieren. Maarten Vandevoord, der Peter Gulacci im RB-Tor ersetzte, war bereits geschlagen. Diaz (18.) und Kane (21.) verfehlten kurz darauf aus aussichtsreicher Position (18.).
Jetzt hatten die Bayern mehr Zugriffsmöglichkeiten. Es entwickelte sich ein lebhaftes Spiel, in dem Leipzig durch David Raum (37.) gute Chancen zur Führung hatte. Allerdings scheiterte die Nationalmannschaft an Manuel Neuer. Auf der anderen Seite stand Vandevord in der Nachspielzeit gegen Aleksandar Pavlovic und Kane, sowie gegen Serge Gnabry nach der Einwechslung (58.).
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Allerdings kam der RB-Guard gegen Josip Stanisic zu spät in den Strafraum. Wie üblich verwandelte Kane den Elfmeter sicher. Kurz darauf nutzte der zuletzt extrem starke Diaz einen starken Pass von Michael Olisse zum zweiten Tor. Und Bayern träumt von einem Pokal. (sid/ea)
