Ein Tor, ein Assist, ein Game-Winner – und trotzdem nur auf der Bank? Warum HSV-Profi Miro Muheim trotz seiner starken Wildcard-Leistung um eine Startelf bangen sollte.
Ein Fußballprofi, der als Wildcard mit einem Tor und einer Vorlage maßgeblich dazu beigetragen hat, sein Team zu drehen und ein Spiel zu gewinnen, steht beim nächsten Einsatz meist in der Startelf. Bei Miro Muhaim ist das nicht so einfach. Es ist nicht im Fitnessstudio des Schweizers. Für Trainer Merlin Polzin stellt sich die Frage, was mit dem Sieger des Spiels geschehen soll.
Beim 3:2-Sieg gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Wochenende wurde Muheim kurz vor der Halbzeit für den verletzten Nikolaj Remberg eingewechselt. Bei seinem ersten Bundesliga-Einsatz in dieser Saison sollte der 28-Jährige zunächst im defensiven Mittelfeld aushelfen. Dies war nur teilweise erfolgreich. Deutlich besser lief es, als er links mit mehr Offensivfreiheit wieder in Überzahl spielen durfte. Aus 1:2 wurde 3:2 – auch dank Muhaims Tor und Vorlage.
Für Muheim gibt es drei mögliche Positionen
Der Nationalspieler sprach nach seinem Auftritt von besonderen Emotionen und sagte: „Ich freue mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte.“ Gerne würde er dies auch im Heimspiel am Samstag gegen den VfB Stuttgart tun – am liebsten von Beginn an. Aber welche Position soll er spielen? Theoretisch gibt es drei Möglichkeiten: Muheim kann auf dem linken Flügel, in der Defensive oder im offensiven Mittelfeld eingesetzt werden. Allerdings stehen seine Chancen auf keiner dieser Positionen wirklich gut.
„Wir schauen uns immer an, welche Qualitäten der Spieler mitbringt und welchen X-Faktor er mitbringt, um für die Mannschaft den Unterschied zu machen“, sagt Merlin Polzin grundsätzlich über die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten seiner Spieler. Insbesondere bei Muheim betont der HSV-Trainer, dass der Schweizer seine Stärken in einem ballorientierten Spiel – wie es beim HSV vor allem in der zweiten Liga der Fall war – am besten ausspielen kann.
Für Muheims Defensivzentrum mangelt es ihm an Zweikampfstärke
Beim Sieg gegen Hoffenheim konnte Muheim seine Stärken erst ausspielen, als der HSV die Überzahl hatte. „Er hat dem Spiel seinen Stempel aufgedrückt und viele Argumente vorgebracht“, sagt Polzin. Gegen Stuttgart dürften die Voraussetzungen allerdings völlig anders sein. Daher ist Muheim nur auf dem Papier eine Option im defensiven Mittelfeld. Ihm mangele es an „Zweikampfstärke“, „Positionsstabilität“ sowie dem nötigen „defensiven“ Auftreten, um auf dieser Position spielen zu können.
Bleibt noch der linke Flügel und der offensive Mittelfeldspieler. Links ist David Moeller Wolf. So schnell wird sich wohl nichts ändern. Martin Adeline hat neuerdings die Offensivrolle im linken Mittelfeld übernommen. Der Franzose beeindruckte vor allem durch seine Arbeit gegen den Ball. Genau das wird auch gegen Stuttgart wieder gefragt sein. Trotz seiner starken Leistung gegen Hoffenheim bleibt Muheim zunächst nur ein Platz auf der Bank.
