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Hongkong: Aktivist Jimmy Lai zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt

    Hongkong: Aktivist Jimmy Lai zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt

    Ein Gericht in Hongkong hat den Medienmogul und Demokratieaktivisten Jimmy Lai zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Der 78-Jährige wurde im Dezember wegen Verschwörung zur Zusammenarbeit mit ausländischen Streitkräften und der Veröffentlichung aufrührerischer Publikationen verurteilt. Kritiker betrachteten den Vorgang als politisch motiviert und als weiteres Zeichen für die Erosion der Pressefreiheit und der politischen Freiheiten in der Sonderverwaltungszone Chinas.

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    Neben Lais Frau Teresa Lai waren auch Lais Unterstützer, darunter der katholische Kardinal Joseph Zane, bei der Urteilsverkündung anwesend. Auch international erregte der Prozess seit seinem Beginn im Dezember 2023 großes Aufsehen. Lai hat die Vorwürfe gegen ihn stets bestritten. Er sitzt seit 2021 im Gefängnis, nachdem ihn die Justiz zuvor in anderen Fällen zu zwei Haftstrafen verurteilt hatte.

    Strenge Maßnahmen gemäß Sicherheitsgesetz

    Der Verleger besitzt außerdem einen britischen Pass und ist Gründer der demokratiefreundlichen Hongkonger Zeitung Apple Daily. Die Zeitung musste 2021 schließen, nachdem die Behörden der ehemaligen britischen Kronkolonie mutmaßliche Verstöße gegen nationale Sicherheitsgesetze untersucht hatten.

    Das Sicherheitsgesetz in Hongkong zielt auf prodemokratische Proteste sowie auf Aktivitäten ab, die von der autoritären Führung Pekings als subversiv, separatistisch, terroristisch oder verschwörerisch angesehen werden. Es trat 2020 als Reaktion auf große Demonstrationen für mehr Demokratie in Kraft. International ist das Gesetz zur Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten in der chinesischen Sonderverwaltungszone äußerst umstritten.

    Human Rights Watch spricht von der Todesstrafe

    Lais Verteidigung versuchte kürzlich, seine Strafe herabzusetzen. Medienberichten zufolge ging es vor allem um den Gesundheitszustand des Angeklagten. Lais Verteidiger Robert Peng argumentierte mit den gesundheitlichen Problemen seines Mandanten wie Bluthochdruck und Diabetes. Die Staatsanwaltschaft wies jedoch Bedenken zurück, dass sich Lais Zustand im Gefängnis verschlechterte, und sagte, sein Zustand sei „stabil“.

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    Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Haftstrafe scharf. „Die harte 20-jährige Haftstrafe, die gegen den 78-jährigen Jimmy Lai verhängt wurde, ist praktisch ein Todesurteil“, sagte Elaine Pearson, Asien-Direktorin von Human Rights Watch. Die Strafe ist grausam und völlig ungerecht. Reporter ohne Grenzen (RSF) sagte, die Entscheidung des Gerichts unterstreiche den „völligen Zusammenbruch der Pressefreiheit in Hongkong“. Laut Amnesty International zeigt das Urteil, dass das nationale Sicherheitsgesetz Hongkongs dazu genutzt wird, „Grundfreiheiten in Straftaten umzuwandeln“.

    Demokratien wie Großbritannien und die Vereinigten Staaten sollten Druck auf die Behörden in Peking und Hongkong ausüben, um sicherzustellen, dass Lai und alle anderen Journalisten aus dem Gefängnis entlassen werden, sagte die Organisation. US-Präsident Donald Trump sagte im Wahlkampf, er wolle Lai aus dem Gefängnis entlassen. Auch Großbritannien kritisierte das Vorgehen gegen gläubige Katholiken.

    EU strebt politisch motivierte Bestrafung an

    Das Urteil stieß international auf Kritik. Der EU-Auswärtige Dienst in Brüssel sagte, das Urteil sei eine politisch motivierte Aktion, die den Ruf Hongkongs schädige. Die Behörden müssen das Vertrauen in die Pressefreiheit wiederherstellen und die Verfolgung von Journalisten beenden.

    Die Behörden bestreiten die Vorwürfe

    Die Hongkonger Regierung bestreitet den Vorwurf politisch motivierter Prozesse und betont, dass die Prozesse nichts mit der Pressefreiheit zu tun hätten, sondern der Durchsetzung geltender Gesetze dienten.

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