Seitdem Jürgen Klopp sich – zumindest vorübergehend – aus dem Fußball-Trainergeschäft verabschiedet hat, hat der 58-Jährige trotz seiner neuen Rolle als „Global Head of Soccer“ bei Red Bull Cosmos mehr Zeit für andere Dinge. Der Deutsche outete sich in Kitzbühel als Ski-Fan und auch Klopp wurde die Ehre zuteil, bei den Olympischen Winterspielen in Italien die Endrunde der Biathlon-Männerstaffel in Antholz einzuläuten. Skifahren ist auch das Erste, was einem in den Sinn kommt, wenn man an Österreich denkt. „Österreich war für mich hauptsächlich ein Urlaubsland und natürlich bin ich auch oft für Trainingslager hierher gekommen. Jetzt arbeite ich für ein österreichisches Unternehmen und weiß, dass die Leute hier nicht nur Skiurlaub machen“, sagt „Der Normale“, der es sich später nicht nehmen ließ, im Österreich-Haus in Cortina vorbeizuschauen.
Hinterlassen Sie eine Anzeige
„Von Cortina hatte ich vorher nur gehört, weil hier James Bond gedreht wurde“, lachte Klopp, der mit Liverpool die Champions League gewann. „Und jetzt kann ich sagen: Was für ein wunderschöner Ort, da möchte man bald wieder hin.“ Für Klopp ist es der erste Live-Eindruck von Olympia seit 1972, als er mit seinem Vater in München war, wie er sagt. Jetzt „Ich habe den Biathlon mit Ole Einar Björndalen gesehen und war im Zweierbob-Finale. Am Montag habe ich die Athleten im Deutschen Haus getroffen. Ich liebe den Sport und respektiere alle Erfolge, Medaillen hin oder her.“
Diplomatisch fand Klopp seine Besuche im Österreich-Haus und im Deutschen Haus gleichermaßen „großartig“. Wenn es nach Klopp geht, könnten die beiden Länder künftig gemeinsam die Olympischen Spiele ausrichten. Deutschland will sich für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. „Das wäre großartig! Die Atmosphäre, die so eine Veranstaltung im Land schafft, ist einzigartig.
Auch für Klopp, der als Trainer in England und Deutschland Meisterschaften gewonnen hat, ist das olympische Flair etwas Besonderes. „Ich hatte nur drei Vereine. In Mainz hat der Fußball die Stadt verändert. Die Leute hatten plötzlich wieder mehr Grund, stolz zu sein. In Dortmund war es sicherlich genauso und in Liverpool sicherlich auch“, sagte Klopp. „Und wenn man jetzt von der kleinen Welt in die große Welt schaut, welche Auswirkungen Sport haben kann, wie Olympia Sportler aus allen Ländern anzieht, wird einem klar, dass es das ist, was nötig ist. In einer Zeit, in der man manchmal das Gefühl hat, dass viele Menschen nur auf ihre Daumen schauen.“
Hinterlassen Sie eine Anzeige
