Ab Herbst werden die Schulen über ein neues „mittleres Management“ verfügen, das die Leitung bei der Leitung der Schule unterstützen wird. Künftig erhalten Pflichtschulen auch zusätzliche Stunden für Leitungsfunktionen. In Gymnasien, Mittleren und Höheren Berufsschulen (BMHS) und Berufsschulen werde das bestehende Modell der Verwaltungsunterstützung ausgebaut bzw. flexibler gestaltet, kündigte Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) nach einer Ministerkonferenz am Mittwoch an.
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Das neue „mittlere Management“ ziele darauf ab, die Schulen, die unter anderem durch Migration und Digitalisierung vor immer komplexeren Herausforderungen stehen, zu entlasten, damit sie sich stärker auf Bildung und individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen konzentrieren können, erklärte Wiederkehr. Gleichzeitig werden neue Aufstiegsmöglichkeiten für Lehrkräfte geschaffen, die in Leitungsfunktionen degradiert wurden.
Dafür wären 20 Millionen Euro mehr pro Jahr nötig, auf die sich die Koalition nun „nach langen Verhandlungen“ einigen konnte, so die Bildungsministerin. Der Schwerpunkt des neuen „mittleren Managements“ liegt auf den Pflichtschulen (Grund-, Mittel-, Sonder- und Polytechnische Schulen). Laut Wiederkehr seien die Herausforderungen dort besonders groß, gleichzeitig gebe es aber noch vergleichsweise wenig Unterstützung für die Schulleitung.
Aufgaben können aufgeteilt werden
Insbesondere sollen Pflichtschulen ab dem Schuljahr 2026/27 je nach Ortsgröße zusätzliche zeitliche Ressourcen für Lehrkräfte erhalten, die die Arbeit der Schulleitung mit den Eltern unterstützen und erleichtern, Schulveranstaltungen organisieren oder die Qualität der Schule verbessern. Sechs Stunden pro Woche für kleine und mittlere Schulen mit Klassen bis 13 (entspricht zwölf Arbeitsstunden, Anm.), für größere Schulen zehn bis 15 Stunden pro Woche. Ein Schulverwalter kann Aufgaben auf bis zu vier Lehrer an einem Standort aufteilen.
Ab Herbst steht dem Management an AHS und BMHS jede Woche eine zusätzliche Stunde für besonders kleine Standorte mit weniger als acht Klassen zur administrativen Unterstützung zur Verfügung. Gleichzeitig wird die Beschränkung für Großschulen aufgehoben und die Schulleitung kann künftig wie in Pflichtschulen Ressourcen auf mehrere Lehrkräfte aufteilen und so Leitungsteams bilden. Künftig dürfen einige freigestellte Lehrkräfte auch stellvertretende Schulleitungsaufgaben an Berufsschulen wahrnehmen.
„Mittleres Management“ ersetzt „akademisch-administrative Fachkraft“.
Die neue Funktion „Pädagogik-Verwaltungsfachkraft“ wurde in den Pflichtschulen eigentlich erst in diesem Schuljahr geschaffen, mit dem Ziel, die Schulleitung unter anderem von der Stundenplanerstellung, der Fächereinteilung und der Kommunikation mit Eltern und Behörden zu entlasten. Das Modell der bisherigen schwarz-grünen Regierung sieht eine halbe Stunde pro Woche und Klasse vor und die verantwortlichen Lehrer werden als Sonderleistung vergütet. Es begann mit 190 „wissenschaftlich-administrativen Fachkräften“; Nach Angaben des Ministeriums sind bereits alle Stellen besetzt. Bis zum Schuljahr 2027/28 soll sich diese Zahl verdreifachen. Das endgültige Baubudget beträgt 47 Millionen Euro pro Jahr.
Allerdings hat Wiederkehr nun ein Enddatum für das Modell genannt: Ab Herbst soll es zunächst parallel zum neuen „mittleren Management“ weiterlaufen und dann mit dem vollständigen Ausbau im darauffolgenden Schuljahr darin aufgehen. „Es ist flexibler, die Schulleitung kann es freier gestalten und das stärkt die Autonomie der Schule“, begründete der Minister die Systemänderung im APA-Interview.
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