Vor rund einem Jahr wollte Katharina Troup ihre Liebe zum Riesenslalom retten und sprach davon, zu einem „Beziehungsspezialisten“ zu gehen, um die Freude am „Riesen“ wiederzufinden. Daraus wurde jedoch nichts. Seit dieser Staffel sind Discipline und Soldier getrennte Wege gegangen – die Scheidung ist also vollzogen. „Ja, es ist geschafft“, lacht die Kärntnerin vor dem Nachtslalom in Flachau. „Ich habe einen Riesenslalom-Ski bekommen, um mich an unsere gemeinsame Zeit zu erinnern, aber die Trennung tat uns beiden gut.“
Hinterlassen Sie eine Anzeige
Nicht nur auf der Slalompiste ist das Ende ihrer Riesenslalom-Karriere ein gutes Zeichen für sie. In diesem Winter sehen Soldaten freier aus als in der Vergangenheit und können ihre neue Lockerheit zu den Rennen mitnehmen. Nach der Verletzung von Katharina Linsberger ist sie nun die Nummer eins im Slalomteam der ÖSV-Damen und fünfte in der Gesamtwertung. Dem 29-Jährigen fehlt in dieser Saison nur ein Pfosten. „Ich hoffe, dass es so ist. Ich hatte bisher ein paar knappe Entscheidungen.“ Aber auch ohne einen Podiumsplatz ist die aktuelle Konstanz eine große Stärke, das weiß Troup selbst. „Ich kann mich wirklich auf meine Grundgeschwindigkeit verlassen.“
Mehr Hexe als Prinzessin
Einen großen Anteil daran hat die Spezialisierung auf Slalom. Eine weitere Disziplin wird vom Platzmangel im ÖSV-Kader, insbesondere im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele, direkt betroffen sein. Wird die Liebe also ein Comeback erleben? „Nein, wenn ich etwas beende, bleibt es so. Ich habe drei Jahre lang darum gekämpft, wieder an die Spitze zu kommen und ein immer größer werdendes Rudel mitzunehmen. Das ist jetzt vorbei und ich bin im Slalom konstanter als je zuvor.“
Das Spektakel im Flachauer Flutlicht gehört zu Troups „absolutem Lieblingsrennen“, denn sie feierte 2015 ihr Pistendebüt. „Wenn man mit einem Vorsprung ins Ziel kommt, springt der Bär ein. Das liebe ich, besonders wenn ich mittendrin bin.“ Für eine ganz große Überraschung muss man die aktuell übermächtigen Mikaela Shiffrin und Camille Rast schlagen. Letzterer gewann letztes Jahr den Nachtslalom. Ihre amerikanische Rivalin wurde bereits fünfmal zur „Schneeprinzessin“ gekrönt. Seit 2013 stand Shiffrin bei Wettkämpfen in Flachau immer auf dem Podium. „Ich werde in drei Tagen 30. Also werde ich sie bitten, langsamer zu werden, damit ich ein Geschenk bekommen kann.“ Wird der Titel „Schneeprinzessin“ etwas für die Soldaten sein? „In mir steckt eine kleine Prinzessin, aber das würde für so eine Krone schon reichen. Aber beim Karneval war ich mehr Hexe als Kind.“
Hinterlassen Sie eine Anzeige