Die HSV-Profis um Daniel Elfadli (M.) wollen wieder im Volksparkstadion jubeln. Foto: WITTERS
Keine Chance trotz Personalmangel? Harte Zeiten für den HSV-Profi
Daniel Elfadli bestritt als professioneller defensiver Mittelfeldspieler immer noch die meisten Pflichtspiele: 95, laut transfermarkt.de-Statistik. Auch unter dem jetzigen Cheftrainer des HSV war der Deutsch-Libyer als Nummer sechs bereits von Beginn an gefragt – das war im Dezember 2024, als Merlin Polcin zunächst für drei Spiele Interimstrainer war. Doch jetzt, 16 Monate später, hat Elfadli bei den Aufräumarbeiten wohl keine Chance mehr.
Obwohl Nicolai Remberg wegen einer Sperre am Samstag gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) fehlen wird, wird Elfadli voraussichtlich nicht in der Startelf stehen. Der Trend geht zum Mittelfeld des HSV, das Albert Sambi Lokonga, Fabio Vieira und möglicherweise Albert Groenbeck auf ihre Art interpretieren. Wenn dieses Trio ausscheidet, würde sich Polzin auf eine offensive Option verlassen – eine defensive Option, wobei Elfadli wahrscheinlich nicht in Frage kommt.
Elfadli stand noch nie im Mittelfeld des HSV in der Bundesliga
Unter Polzin spielte der vielseitige Spieler vor der Winterpause 2024/25 lediglich dreimal im defensiven Mittelfeld und vertrat dort Jonas Meffert. Damals spielte der HSV noch im 4-3-3-System – und zwar in der 2. Liga. In der Rückrunde der Aufstiegssaison ersetzte Elfadli den bisherigen Kapitän Sebastian Schönlau in der Innenverteidigung der Hamburger und war auf dieser Position ein Garant für die Rückkehr in die Bundesliga. Im Sommer änderten Polzin und das Trainerteam die Taktik, seitdem ist Elfadli Teil einer dreiköpfigen Abwehrreihe. Zumindest zu Beginn der Saison.
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An neun der ersten zehn Spieltage stand der 28-Jährige in der Startelf. Vor allem ist er nach wie vor der HSV-Spieler mit der neuntmeisten Einsatzzeit in der Bundesliga: Elfadli kam bisher auf 1.380 Spielminuten und liegt damit vor Spielern wie Albert Sambi Lokonga (zehnter), Ryan Philippe (elf), Jean-Luc Dompe (zwölf) und Warmed Omari (13). Dass er nicht höher eingestuft wird, liegt unter anderem an der Adduktorenverletzung, die Elfadli von November bis Dezember einen Monat lang und vier Ligaspiele pausieren ließ.
Trainer Polcin dürfte die Ausfälle beim HSV auch ohne Elfadli verkraften
Aber es gibt noch andere Gründe für seine aktuelle Notlage. Elfadlis „Problem“ besteht darin, dass Jordan Torunarigha jetzt auf der Position, die er in den Eröffnungsspielen innehatte, gut zurechtkommt. Der Deutsch-Nigerianer erkämpfte sich seinen Stammplatz links in der Dreierkette. Auf der Halbrechtsseite profitierte Elfadli nicht vom Verlust von Nicolas Capaldo, da Omari, der in der ersten Halbzeit lange verletzt war, wieder in Polzins Innenverteidigerhierarchie aufstieg. Gegen den FC Bayern (2:2) und Bayer Leverkusen (0:1) spielte Elfadli in der Rückrunde jeweils nur 90 Minuten und erledigte seine Aufgabe sehr zuverlässig.
In seinen anderen drei Startelfeinsätzen im Jahr 2025 wurde Elfadli entweder mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz gestellt (beim 1:2-Sieg in Freiburg) oder blieb in der Halbzeitpause in der Kabine, weil die Gefahr einer erneuten Verwarnung an der Ampel bestand – wie ursprünglich beim 2:0-Sieg in Heidenheim. Dies war zuletzt beim 2:1-Sieg in Wolfsburg der Fall, als der gebürtige Leonberger den Elfmeter schlampig verwandelte, bevor es 0:1 stand. Vermutlich deshalb wurde er beim 1:1 gegen den 1. FC Köln ausgewechselt und erst in der Schlussphase eingewechselt. Beim 2:3 in Dortmund vor der Länderspielpause kam er überhaupt nicht zum Einsatz; Omari und Torunarigha starteten neben Luka Vushkovic. Und jetzt? Obwohl erwartet wird, dass Polzin sowohl Capaldo als auch Remberg ersetzt, scheint Elfadli bei den Überlegungen zur Startelf keine große Rolle zu spielen.
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Der Trainer schätzt die Vielseitigkeit des ehemaligen Magdeburger Spielers und lobt immer wieder, wie Elfadli Defensivsituationen antizipiert und mutig nach vorne verteidigt, um den Ball weg vom eigenen Tor zu erobern. Polzin setzt den Bundesliga-Profi allerdings nicht im defensiven Mittelfeld ein, zumindest nicht in der Startelf. Das soll auch am Samstag so bleiben. Die schwierigen Zeiten für Elfadli dürften trotz Personalengpässen anhalten.
