Alfred Ghislason hat als Nationaltrainer noch einen Vertrag bis 2027. Foto: IMAGO/Kessler-Sportfotografie
„Klar“: DHB-Chef schließt Trennung von Gislason nicht aus
Keine Jobgarantie für Alfred Gislason: DHB-Präsident Andreas Michelmann schließt einen vorzeitigen Abschied vom Bundestrainer nicht aus, wenn die deutschen Handballer ihre sportlichen Ziele bei der EM klar verfehlen. „Natürlich werden wir darüber nachdenken, wenn die Mannschaft – was ich nicht erwarte – bei der EM überhaupt keine Leistung bringt“, sagte Michelmann.
Gislason, der seit Anfang Februar 2020 im Amt ist, steht bis zum Ende der WM 2027 unter Vertrag. Doch eine Freikarte ist es für den 66 Jahre alten Isländer, der die DHB-Auswahl im vergangenen Jahr zu Olympia-Silber geführt hatte. „Nach jedem Herren- und Damenturnier berichten die Bundestrainer an die DHB-Führung. Auf Basis dieser Bilanzen und Analysen werden entsprechende Schlussfolgerungen gezogen“, sagte Michelmann.
Michelman ist jedoch überzeugt, dass sich die Verbandsführung nach dem Turnier vom 15. Januar bis 1. Februar in Dänemark, Norwegen und Schweden nicht mit der Trainerfrage befassen muss. „Meine Erfahrung ist, dass wir meist dann ein gutes Turnier spielen, wenn wir eine starke Vorrunde haben“, sagte der Sportfunktionär.
Mit Gislason zur Heim-WM 2027?
Die DHB-Nationalmannschaft trägt alle Spiele der Europameisterschaft im dänischen Herning aus. Zuerst gegen Österreich, Serbien und Spanien. Bei einem Weiterkommen erwarten in der Hauptrunde höchstwahrscheinlich Olympiasieger und Weltmeister Dänemark, Europameister Frankreich, der Viertplatzierte Portugal und Norwegen.
Sie könnten auch interessiert sein an: Umstrittener Handball-Präsident wiedergewählt – „Farce“ für den DHB
Michelmann glaubt nicht an den Titel, „weil Dänemark eine überragende Macht ist und auch Heimvorteil hat. Aber ab Platz zwei ist alles möglich“, sagte der DHB-Boss. Die Heim-WM ein Jahr später war wiederum ein besonderer Ansporn. „Es ist ein sehr attraktives Ziel sowohl für Alfred Gislason als auch für die Spieler. Jeder will dabei sein und wird arbeiten. Das war die Idee, als der Vertrag ausgearbeitet wurde“, sagte Michelman. (dpa/hmg)
