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Koalition: Klimagesetzgebung: Erstes Gespräch nach langer Funkstille

    Koalition: Klimagesetzgebung: Erstes Gespräch nach langer Funkstille

    Es ist eine der Baustellen, die die türkis-grüne neue Bundesregierung hinterlassen hat. Seit dem Auslaufen der alten Fassung im Jahr 2020 fehlt in Österreich ein Gesetz, das den Weg zur Klimaneutralität vorgibt. 2021 legte die damalige Klimaschutzministerin Leonor Gievesler einen Entwurf vor, der jedoch auf starken Widerstand der ÖVP stieß. Umweltschutzorganisationen zählten die Tage ohne Klimaschutzgesetze, doch zu einer politischen Einigung kam es nie.

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    Im Dreierbündnis soll es schneller vorangehen. Ende Juni legte Landwirtschafts- und Klimaschutzminister Norbert Toschnig (ÖVP) den anderen Koalitionsparteien einen Entwurf vor, der mit diesen nicht ganz einverstanden war. „Der Entwurf entsprach nicht dem Regierungsprogramm, sondern spiegelte nur den Standpunkt der ÖVP wider“, beklagt Neos-Klimasprecher Michael Bernhard. Das meldeten SPÖ und Neos auch der Kanzlerpartei. Doch zu den Verhandlungen über das Material kam es monatelang nicht. „Keine Telefonate, keine E-Mails“, sagt Bernhard.

    Die Verhandlungen könnten im Februar beginnen

    SPÖ-Klimasprecherin Julia Herr kritisierte bereits im Dezember in einer Aussendung, man warte vergeblich auf einen neuen Entwurf des Landwirtschaftsministeriums. Die Regierung hat sich auf Klimaneutralität bis 2040 geeinigt und diese auch in das kürzlich verabschiedete Affordable Electricity Act aufgenommen. Dafür bedarf es aber einer „ehrgeizigen“ Klimagesetzgebung.

    Nun dürfte die öffentliche Kritik erste Früchte tragen. Berichten zufolge gab es am Freitag zumindest informelle Gespräche zwischen den Parteien und die eigentlichen Gespräche könnten Ende Februar beginnen. In der ORF-Pressestunde am Sonntag versprach Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) eine Klimagesetzgebung in diesem Jahr. Allerdings sei die Balance zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz „nicht so einfach“.

    ÖVP, SPÖ und Neos haben in ihrem Regierungsprogramm bereits sehr detailliert dargelegt, wie das neue Klimagesetz aussehen soll – vielleicht sogar, um Konflikte aufgrund der Erfahrungen der Vorgängerregierung zu vermeiden.

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    Das Gesetz soll eine „verbindliche jährliche Obergrenze für Gesamtemissionen“ vorsehen, einen „Korrekturmechanismus bei Überschreitung“ vorsehen und einen „Klima-Check“ in wirkungsorientierten Folgenabschätzungen etablieren. Es werden ein wissenschaftlicher Beirat und eine Lenkungsgruppe eingerichtet, um einen Klimafahrplan zu erstellen, der Bund und Länder auf dem Weg zur Klimaneutralität begleiten soll. Vermutlich haben SPÖ und Neos in letzter Minute eine Vereinbarung ausgehandelt, dass dies bis Anfang der 2040er Jahre erreicht werden könnte.

    Vielleicht Widerstand aus der Wirtschaft

    Im koalitionsinternen Entwurf von Totschnig dürfte dieses Ziel jedoch ebenso verfehlt werden wie die jährliche Grenze für maximale Emissionen. Sollte Österreich die von der EU gesetzten Klimaziele nicht erreichen, besteht die Möglichkeit, Klimaschutzzertifikate zu erwerben.

    Der nicht offiziell veröffentlichte, aber teilweise in den Medien gespielte Entwurf löste nicht nur zwischen SPÖ und Neos, sondern auch bei zahlreichen Klima- und Umweltschutzorganisationen Verärgerung aus. Greenpeace beispielsweise beschreibt es als „leere Hülle“ und „völlig nutzlos“. Andererseits dürfte das Gesetz innerhalb der SVP für Diskussionsbedarf sorgen: Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dürften sich Handel und Industrie nicht mit allzu strengen Auflagen zufrieden geben.

    Das Landwirtschaftsministerium zeigt sich jedenfalls vorsichtig und optimistisch: „Wir sind im ständigen Gespräch mit allen Beteiligten und arbeiten intensiv an dem Entwurf.“ Hoffentlich kann die Klimagesetzgebung bald harmonisiert werden.

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