Es ist lange her, dass Vincent Krichmeier seine Skikarriere als Wunderkind im Slalom begann. Vor 15 Jahren trainierte er in Neuseeland und sein Mitbewohner war Manuel Feller. „Er hat mich sogar im ersten Lauf geschlagen“, sagt Feller. „Aber im zweiten war ich gleich draußen“, antwortet Krichmyer. Nach 15 Jahren bilden die beiden heute beim nächsten Teambewerb (Abfahrt 10.30 Uhr, Slalom 14.00 Uhr) das vielversprechendste Team Österreichs. Selbst Sportler wissen nicht, was sie von dem Wettkampf erwarten können, der letztes Jahr nur bei der Weltmeisterschaft und den diesjährigen Olympischen Spielen stattfand. „Es ist eine Überraschungstüte“, sagt Fabio Gastrin. Eine Überraschung, aber mit fantastischen Paarungen: Allègre/Noël (FRA), Odermatt/Meillard (SUI) und Franzoni/Vinatzer (ITA) sind allesamt Goldkandidaten. Das Format ist einfach: Zuerst fährt ein Speedfahrer eine Abfahrt in Originallänge, dann folgt ein Slalomlauf. Österreichische Teams auf einen Blick.
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Krichmeyer/Feller. Vincent Krichmeiers Ärger über die verpasste Medaille in der Abfahrt hat sich gelegt und er geht hochmotiviert in den Wettkampf. „Ein sehr cooler Wettbewerb, ich bin ein großer Fan davon. Die besten Speedfahrer und Slalomfahrer sind am Start, Spannung ist garantiert. Es wäre toll, wenn es das auch im Weltcup geben würde.“ Feller stimmt zu und sieht in seinem Team einen echten Medaillen-Tipp. Aber: So bekannt die Abfahrt am Stilfserjoch ist, so unbekannt ist der Slalom auf der flachen Zielpiste. Feller: „Es ist wahrscheinlich der härteste schnelle Slalom des ganzen Winters. Es gibt keine Übergänge, keine Wellen, keine Möglichkeit, etwas daraus zu machen. Es werden noch viel mehr Athleten um eine Medaille kämpfen. Es wird ein brutales Gemetzel.“
Hammetsberger/Schwarz. Auch Marco Schwarz ist ab Samstag in Bormio und wird ein unglaubliches Programm auf die Beine stellen. Teambewerbe, Super-G, Riesenslalom, Slalom, Trainingstage dazwischen und Umstieg von kurzen auf lange Skier. „Macht nichts, ich brauche zwei Trainingsfahrten und dann ist die Umstellung vorbei“, sagt Schwarz, der wie das gesamte Slalomteam seit einigen Tagen auf demselben flachen Gelände in Leogang trainiert. „Wir haben versucht, das nachzuahmen.“ Daniel Hammetsberger verbreitet schwarze Rosen: „In vier Fächern Weltklasse zu sein, ist eine Leistung, die viele selbsternannte Experten zu Recht anerkennen sollten.“
Babinski/Gestrin. Der Abstieg ging völlig daneben für Stefan Babinski (26.). „Es war nicht das, was ich erwartet hatte, aber ich muss es akzeptieren und es heute besser machen“, sagt der Steirer. Fabio Gastrin zeigte zuletzt eine deutlich verbesserte Form. „Es war dieses Jahr zeitweise schade, aber von Kitzbühel aus geht es in die richtige Richtung.“ Auch für Slalomspezialist Gastrin stellt sich die Frage, wie er die Olympiatage richtig aufteilen kann. „Wir fahren nach dem Teamevent los und kommen am Freitag zurück.“
Haaser/Mate: Trotz des Fehlers in der Querung erhielt Rafael Haaser vom Trainerteam Lob für die Abfahrt und Michael Matt gilt im Team als Fahrer, der die flacheren Strecken gut bewältigt. Vielleicht ein Überraschungsteam? „Normalerweise mag ich ein Terrain, das eher drinnen ist, aber lasst uns überraschen.“ Haaser verpasste in der Abfahrt eine Top-10-Platzierung, ebenso wie Kreichmeier in der Traverse. „Am Montag müssen wir es besser machen.“
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