Vinicius Junior entschied für Real Madrid das Playoff-Spiel gegen Benfica Lissabon. Foto: picture Alliance / DPPI media | Oscar J. Barroso
Kurios: Reporter warten – und Mourinho sieht Benficas Abgang im Bus
Er punktete – und tanzte: Stürmerstar Vinicius Junior ließ eine Woche nach dem Rassismusskandal in Lissabon seine Aktionen auf dem Platz sprechen. „Der Tanz geht weiter“, schrieb der 25-jährige Brasilianer am späten Donnerstag in einem Instagram-Post, in dem er neben dem Jubel an der Eckfahne auch ein Schwarz-Weiß-Foto mit einem Anti-Rassismus-Banner von Fans im Hintergrund einfügte.
Nach dem 2:1 (1:1)-Sieg im Play-off-Rückspiel der Champions League gegen Benfica Lissabon würdigte Real Madrids Trainer Alvaro Arbeloa den Mann, der letztlich den Unterschied machte. „Er hat ein großartiges Spiel gemacht, ein Tor geschossen und jedes Mal, wenn er dem Tor nahe kam, für Gefahr gesorgt“, sagte Arbeloa: „Wir hoffen, dass er auf diesem Niveau weitermachen kann.“
Chuameni: „Sieg für alle, die gegen Rassismus sind“
Mittelfeldspieler Aurelien Chouameny sprach von „einem Sieg für alle, die gegen Rassismus sind“. Insgesamt habe Real „sicherlich nicht sein bestes Spiel der Saison gespielt. Aber ich denke, es gibt Dinge, die wichtiger sind als dieses Spiel und wichtiger als Fußball“, sagte der Franzose. In der 80. Spielminute wehrte Vinny Jr. einen Angriff von Real gekonnt ab und brachte den Favoriten endgültig auf den Weg ins Achtelfinale.
Im Hinspiel (1:0) eine Woche zuvor kam es zu einem Eklat. Benfica-Profi Gianluca Prestiani soll Vinicius nach seinem Traumtor beleidigt haben. Er wurde vorübergehend gesperrt, reiste aber dennoch nach Madrid. Vor dem Rückspiel im Bernabeu hing ein großes Plakat: „Nein zu Rassismus“.
Die Reporter warten auf Mourinho – und er sitzt im Bus
Dass beim Aufeinandertreffen der beiden Vereine nicht nur der Sport im Vordergrund stand, zeigt auch einen weiteren Umstand. Das Rückspiel der Play-offs war bereits in vollem Gange, da noch mehr als 30 Journalisten in den Katakomben im achten Stock des Bernabeu auf „The Special One“ warteten. Doch Jose Mourinho kam nicht, denn der gesperrte Trainer von Benfica Lissabon schaute sich das Spiel bei seinem Ex-Klub lieber im Bus an, als in einer Einzelkabine.
„Marca“ schrieb von einer „surrealen Rückkehr“: „Ein paar Minuten lang hatte man den Eindruck, dass der Trainer mehr im Mittelpunkt stand als der Fußball. Oder zumindest mehr als das Spiel Real Madrid gegen Benfica, bei dem es um den Einzug ins Achtelfinale ging.“
Nach Toren von Benficas Rafa Silva (14) und Aurelien Chuameni (16) standen hartnäckigen Medienberichten zufolge zahlreiche Reporter mit Handykameras vor der kleinen Radio-Reporterkabine 6, die eigentlich für die Portugiesen gedacht war und in der bereits im Clasico im Oktober 2025 Barcelona-Trainer Hansi Flick saß. „Der Surrealismus erreichte seinen Höhepunkt. Als die UEFA intervenierte und den Portugiesen das Filmen verbot“, schrieb er Marca.
Real Madrid könnte gegen Manchester City antreten
Anstelle von Mourinho, der im Hinspiel eine Gelb-Rote Karte erhalten hatte, stand Co-Trainer John Tralao an der Seitenlinie. Trotz einer mutigen Leistung verlor Benfica das Spiel am Ende dank des Treffers von Vinicius und selbst ein Unentschieden würde aufgrund des Ergebnisses des Hinspiels nicht für die Qualifikation für das Achtelfinale reichen.
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In der Champions League geht es für Real weiter entweder gegen Manchester City oder Sporting Lissabon, die Auslosung findet am Freitag (12 Uhr) in Nyon statt. „Wer auch immer kommt, es wird sehr schwierig. Wir haben keine Präferenzen“, sagte Arbeloa. Der Sieg verschafft Real eine kleine Verschnaufpause nach dem Hype der letzten Tage. (sid/trh)
