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Langer Militärdienst: Kickal fühlt sich missverstanden

    Langer Militärdienst: Kickal fühlt sich missverstanden

    In seiner Rede zum Politischen Aschermittwoch verknüpfte Herbert Kickl das Ja der FPÖ zur Ausweitung des Wehrdienstes mit einem großen „Aber“ in Blau, was auch am nächsten Tag für Aufsehen sorgte. Denn was der FPÖ-Vorsitzende sofort sagte, sah verdächtig nach einer klaren Zustimmungsbedingung aus: Neben einer „100-prozentigen Neutralitätspolitik“ müsse es auch eine Ablehnung des EU-Militärs und jeglicher „Flimmern mit der NATO“ sowie ein Ende der Russland-Sanktionen und der Ukraine-Hilfe geben.

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    Diese Bedingungen würden einem blauen Njet für die Verlängerung des Militärdienstes gleichkommen. Beobachter waren entsprechend überrascht. Im Gegensatz zu fast allen anderen Parteien setzt sich die FPÖ konsequent für die Verteidigung und die Stärkung der Streitkräfte ein. Auch in der aktuellen Debatte um die von der Bundeswehrkommission empfohlene Wehrdienstverlängerung stellten sich die Blues hinter das von Experten favorisierte „Austria Plus“-Modell, das neben acht Monaten auch zwei Monate Wehrdienst vorsieht.

    Die FPÖ ist weiterhin bereit, den Wehrdienst zu verlängern

    Am Donnerstag stellte die FPÖ klar: Der Parteichef habe die bisherige Linie in keiner Weise untergraben. Die technische Frage der notwendigen Ausweitung des Militärdienstes hat nichts mit der politischen Forderung nach Neutralität zu tun. „Die FPÖ ist grundsätzlich offen für die Verlängerung und Wiedereinführung obligatorischer Militärübungen. Auch die Bundeswehr ist für die FPÖ untrennbar mit der Neutralität verbunden“, hieß es in einer Stellungnahme. Und Auslandseinsätze sind mit einem UN-Mandat weiterhin möglich. Was die FPÖ jedoch ablehnt, ist „die Einbeziehung der Streitkräfte in ausländische Konflikte oder Militärbündnisse (NATO) oder die Beteiligung am EU-Militär“.

    Aber die Frage, ob die FPÖ einer Verlängerung zustimmt, ist ohnehin keine Entscheidung wert. Die Gespräche zwischen ÖVP, SPÖ und Neos im Parlament über eine gemeinsame Regierungslinie haben erst diese Woche begonnen. Auch hier befürwortet die ÖVP eine Verlängerung um acht Monate plus zwei plus Zivildienst. Auch in der SPÖ mehren sich die Stimmen für den von Experten vorgeschlagenen Ausbau, der auch von Bundespräsident Alexander van der Bellen unterstützt wird. Ähnlich äußerte sich am Donnerstag der scheidende Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser, lehnte jedoch den von der ÖVP und Bundeskanzler Christian Stocker angestrebten Volksentscheid ab. Ende Januar überraschte der Kanzler mit seiner Initiative nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch SPÖ und Neos.

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    Neos haben es schwer

    Bislang gelang es Neos nur, sich aufzuwärmen, um den Militärdienst attraktiver zu machen und das Militär zu stärken. In ihrer DNA agieren beide unter dem Stichwort „Dienstpflicht“ für 100.000 Jugendliche; Es sei unzumutbar, dass die „überwiegende Mehrheit von rund 6,2 Millionen Wahlberechtigten“ über diese Minderheit abstimme, erklärte Nikolas Sherak, stellvertretender Vereinschef bei „X“.

    Das Referendum sinkt ohnehin deutlich. Stalker hat bereits mit dem Rückzug begonnen. Ob es dazu letztendlich kommt, hängt von der Zustimmung der Koalition ab.

    Bis dahin muss sich die Regierung zunächst auf ein Reformmodell einigen – und dazu gehört auch die gemeinnützige Arbeit. Eine Änderung des einen hat zwangsläufig Konsequenzen für das andere. Die Verfassungsmehrheit, für die die Dreiparteienkoalition auf die FPÖ oder die Grünen setzt, wird übrigens nur für die Sozialdienstreform benötigt. Gespräche mit der Opposition beginnen in der Regel erst, wenn die Koalition einen konkreten Gesetzesvorschlag vorlegt. Die FPÖ will dann auf die Bedeutung der Neutralität pochen – auch beim Volksentscheid.

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