Mit 23 Jahren war Mario Haas Österreichs jüngster Spieler bei der WM 1998. Neben Markus Schopp und Martin Amerhauser nahm der damalige Teamchef Herbert Prohaska zwei weitere Spieler des Jahrgangs 1974 mit nach Frankreich. Haas bestritt seine letzten 43 Länderspiele im Mai 2007 gegen Schottland im Hanappi-Stadion, eineinhalb Jahre bevor Marko Arnautovic im Oktober 2008 in die A-Nationalmannschaft einstieg.
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Mit 36 Jahren ist der Roter Stern-Legionär nun nicht nur ÖFB-Rekordspieler, sondern auch ältestes Teammitglied. Fast eineinhalb Jahrzehnte Leben trennen ihn und Haas, der allein vom Alter her die Klammer zwischen dem WM-Jahrgang 1998 und den WM-Kandidaten 2026 darstellt. 28 Jahre dazwischen, sechs Fehlversuche und eine Durststrecke, die heute im „Finale“ endlich enden sollte. ServsTV Live).
Mehr als eine Spielergeneration ging leer aus
Allerdings gab es in diesen 28 Jahren Platz für mehr als eine Generation von Spielern, die vergeblich ihre hohen Weltmeisterschaftsträume verfolgten. Aleksandar Dragovic zum Beispiel erreichte 100 Länderspiele, ohne jemals an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen. Er hat wie Julian Baumgartlinger (84 Länderspiele), Christian Fuchs (78), Sebastian Prodl (73), Marc Janko (70) und Martin Harnik (68) wertvolle Entwicklungsarbeit für die Nationalmannschaft geleistet und mit seiner ersten EM-Qualifikation im Jahr 2016 aus eigener Kraft einen Meilenstein erreicht. Oder Andreas Evanschitz (69), der 2003 mit 19 Jahren zum ÖFB-Kapitän befördert wurde und damit einer der ersten war, der in die Fußstapfen der Generation trat 98. Keiner von ihnen hat ein WM-Spiel bestritten.
Ob Arnautovics große Karriere mit einem WM-Auftritt abgerundet werden kann, hängt von diesem Showdown mit Bosnien ab. Als Sicherheitsnetz warten im März die Playoffs, aber der direkteste Weg in die USA, Kanada und Mexiko sind diese 90 Minuten im ausverkauften Heppel-Stadion. Bei einem Sieg oder Unentschieden ist Österreich dabei, eine Niederlage ist ausgeschlossen. Arnautovic bestritt in seiner illustren Karriere mehr als 650 Pflichtspiele, von denen er sagt: „Für mich ist es das wichtigste und größte Spiel meiner Karriere.“
Der Bundespräsident blieb
Besser kann man die herausragende Bedeutung dieses Länderspiels nicht zusammenfassen. Dass es mit Sicherheit ein Spiel wie kein anderes wird, unterstreicht auch der Besuch von Bundespräsident Alexander van der Bellen, der trotz des Regens am öffentlichen Teil des Abschlusstrainings im Prater teilnahm und sich zuvor mit der Mannschaft traf. „Ich habe mich gefreut, dass ich in die Kabine durfte, die an sich eine verbotene Zone ist. Das ist eine schöne Geste, denn sie brauchen mich nicht, aber wir brauchen sie“, sagte das Staatsoberhaupt, das den rot-weiß-roten Hoffnungsträgern ein herzliches „Gemma Burschen“ mit auf den Weg gab. „Ich fand es außergewöhnlich, dass er sagte, er sei stolz auf uns“, sagte Arnautovic.
Trotz aller Hektik im Vorfeld ist es wichtig, sich während des Spiels zu konzentrieren. „Entscheidend ist, dass wir bei uns selbst und im Hier und Jetzt bleiben. Alles andere zählt nicht“, fordert Teamchef Ralf Rangnick und sagt: „Wir sind alle sehr motiviert. Wir können es kaum erwarten, dieses Spiel zu spielen.“ Beim 2:0-Sieg in Zypern steht Philipp Maven erneut zur Verfügung, allerdings gibt es im Vergleich zu Limassol keine allzu großen Veränderungen, es sei denn, es treten individuelle Fitnessprobleme auf.
Ob die Startelf oder die Ersatzspieler, jeder werde 100 bis 120 Prozent geben, so Arnautovic. „Jeder weiß, was dieses Spiel bedeutet“, versichert der Stürmer. Die Weltmeisterschaft ist nicht nur das letzte fehlende Ziel für Spieler dieser Generation, auch Fans dieser Generation wollen nun unbedingt an diesem Turnier teilnehmen. Schließlich wissen die unter 30-Jährigen gar nicht, wie es sich anfühlt, im WM-Sommer nicht am Zaun zu stehen.
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