Die österreichische Skilegende war als Mutter bei den Olympischen Spielen prominent. Trude Jochum-Baser wurde 1948 in St. Moritz Zweite in der Abfahrt. Im folgenden Jahr wurde sie Mutter eines Sohnes und nahm nur drei Monate später an der Ski-Weltmeisterschaft in den USA teil. In Oslo 1952 wurde der mittlerweile 98-Jährige aus Lech am Arlberg Olympiasieger in der Abfahrt.
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Bei den Spielen 2026 werden Mütter kein Einzelphänomen mehr unter den Sportlerinnen sein. Elternschaft und Leistungssport lassen sich auch für Frauen vereinbaren, wie viele Wintersportlerinnen beweisen. Francesca Lollobrigida war die erste, die mit ihrem Baby im Arm und einer Medaille bei den laufenden Spielen posierte. Die Eisschnellläuferin brachte 2023 ihren Sohn Tommaso zur Welt. „Ich hatte zwei Möglichkeiten: Mutter werden oder zu den Olympischen Spielen gehen. Ich wollte auch nicht aufgeben“, sagt sie. Und betonte: „Allein hätte ich es nicht geschafft. Es ist eine gewaltige Teamleistung“, sagte sie. „Man braucht ein gutes Netzwerk.“
„Ich bin erwachsen und nüchtern geworden“
Skibergsteigerin Johanna Himmer sammelte ihre Familie, bevor sie das olympische Projekt in Angriff nahm. Ihr Mann, ihre Eltern und ihre Schwiegereltern erklärten sich bereit zu helfen, damit die Mutter von zwei Söhnen (im Alter von sieben und fünf Jahren) ihr großes Ziel erreichen konnte. „Ihr werdet jetzt alle da sein“, freut sich der Steirer auf die Wettkämpfe in Bormio. Der Weg dorthin war nicht einfach: „Irgendwann hat mich alles erwischt. Ich wollte alles auf einmal machen“, beschreibt sie den schwierigen Spagat. Ihre frühere Kollegin, die Sportpsychologin Veronika Meyerhofer, habe ihr zu mehr Gelassenheit verholfen: „Ich bin erwachsen geworden, jetzt ruhiger, und das merkt man in allen Bereichen“, sagt Himmer, der mit Paul Verbanjak zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärter im Mixed-Team-Wettbewerb zählt.
„Alle neuen Superkräfte“
Bobfahrerin Kailey Humphries (USA) sieht ihre Rolle als Mutter eines zweijährigen Sohnes nicht als Belastung, sondern als Bereicherung. „Mutter zu sein gibt mir neue Superkräfte“, erklärte sie. „Ich habe gelernt, nur zwei Stunden Schlaf zu bekommen und alles auszubalancieren.“ Sie hat zwei Söhne mit ihrer Partnerin Alana Meyers-Taylor. Beide sind taub und bei einem wurde das Down-Syndrom diagnostiziert. Sie sagt: „Das Elternsein hat mich sehr anpassungsfähig gemacht, besonders auf der Bobbahn.“
Besonders viele Mütter sind im Eisstockschießen vertreten. Anna Hasselborg hat drei im schwedischen Team: Sie und Agnes Beinhauer haben zwei Kinder und Sara McManus hat eines. Sie nennen sich selbst „Zirkus Hesselborg“, weil: „Mit Kindern draußen zu sein ist chaotisch und verrückt. Aber wir lieben es.“
Mit Mutter und Sohn bei den Olympischen Spielen
Die älteste und außergewöhnlichste Mutter in diesen Spielen ist Sarah Schlapper. Die ehemalige US-amerikanische Skirennläuferin tritt im Alter von 47 Jahren für Mexiko an – zusammen mit ihrem Sohn, dem 17-jährigen Lasse Gaxiola. Auch der Biathlonsport bringt immer mehr Mütter zusammen, darunter auch die Französin Justine Bressaz-Bochet. Jenina Hattich-Wolz ist jetzt mit uns bei Olympia dabei. Über seine Tochter Carlotta sagt der Deutsche: „Manchmal finde ich es richtig gut, wenn man von einem Wettkampf oder Training zurückkommt und dann sein Baby bekommt und an etwas anderes denkt.“ Der Verein unterstützt sie, auch aus ganz praktischen Gründen, wie Sportdirektor Felix Bitterling erklärte: „Manchmal brauchen wir junge Biathleten und die Chance ist auf jeden Fall höher, wenn der Papa oder die Mama schon einer ist.“
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