Freiburgs Igor Matanovic verzichtete nach seinen Toren am Millerntor auf großen Jubel. Foto: IMAGO/Steinsiek.ch
Matanovic entschuldigt sich und fügt hinzu: „Dann mache ich mir um St. Pauli keine Sorgen“
Die ersten Worte aus seinem Mund, als er sich den bekannten Gesichtern näherte, waren einigermaßen typisch. „Es tut mir leid, es tut mir leid“, sagte Igor Matanovich und warf entschuldigend die Hände in die Luft. Ausgerechnet er sorgte mit seinen beiden Toren für den 2:1-Sieg der Freiburger in seinem alten Wohnzimmer. Aber man kann dem jungen Mann, der die Jugend des FC St. Pauli durchlaufen hat und beim Kiezklub seine ersten beruflichen Schritte machte, nicht böse sein.
„Natürlich war es ein besonderes Spiel für mich“, sagte der 22-Jährige. „Ich persönlich habe mich sehr gefreut, wieder in Hamburg sein zu können. Wir hatten ein Hotel am Ulster, ich habe mich gefreut, die Stadt wiederzusehen.“ Was sich übrigens am Sonntagabend fortsetzte, als Matanovic bei seinen Eltern bleiben durfte. Auch der Aufenthalt am Millerntor war ein besonderes Gefühl.
„Als ich vor dem Spiel auf den Platz kam, haben mich die Leute so positiv begrüßt – das habe ich wirklich geschätzt“, gab er zu. „So habe ich den Verein vor 13 Jahren kennengelernt, er ist immer noch derselbe. Und das ist wichtig, denn wenn der FC St. Pauli so stark bleibt, dann mache ich mir keine Sorgen, ob sie in der Liga bleiben. Dann bin ich mir sicher, dass sie das schaffen.“
Igor Matanovic bewundert den FC St. Pauli
Erstellen ist ein gutes Schlüsselwort. Nicht erst mit seinem siebten und achten Bundesliga-Saisontreffer am Sonntag kann man zu Recht sagen, dass der Stürmer seinen Weg gefunden hat. „Es sind eineinhalb Jahre Erfahrung in der ersten Liga, davor habe ich bei einem Spitzenklub gespielt und ich hatte zwei Jungs vor mir, von denen ich viel aufnehmen konnte“, blickt Matanovic auf seine Zeit bei Eintracht Frankfurt hinter Hugo Etiquette und Omar Marmouche zurück.
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Und auch in Freiburg sei „erstmals eine Frage der Geduld“ gewesen. „Aber zuerst muss man den Verein verstehen und sich darauf einstellen, was der Trainer von einem will. Ich muss sagen, es hat eine Weile gedauert, aber jetzt bin ich mit meiner Spielzeit zufrieden und dass die Tore kommen.“ In seinen 37 Einsätzen für den SC in der Bundesliga, Europa League und im DFB-Pokal sind es insgesamt elf. Und bei diesen drei Rennen gibt es noch viel mehr zu erwarten („Wir surfen gerade auf einer ziemlich tollen Welle“). Aber nicht nur dort.
Der ehemalige St. Paulianer Igor Matanovic spielt gegen Brasilien
Denn am Montagmorgen ging Matanovics Zeit in seiner Heimatstadt erneut zu Ende. Er wird in Fulsbüttel ein Flugzeug besteigen, das ihn über Frankfurt nach Orlando/Florida bringt. Dort stehen ihm Freundschaftsspiele bevor, über die er leicht ungläubig lachen muss, wenn er davon erzählt: Die kroatische Nationalmannschaft spielt gegen Kolumbien und Brasilien; Es sind Tests vor der Weltmeisterschaft. Und nach menschlichem Ermessen wird auf jeden Fall auch der ehemalige St. Paulianer Igor Matanovich dabei sein.
