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Mercosur: EU-Staaten stimmen für Handelsabkommen

    Mercosur: EU-Staaten stimmen für Handelsabkommen

    Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen ist im EU-Mercosur-Handelsabkommen mit den vier südamerikanischen Ländern Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay ein Durchbruch gelungen. Eine Mehrheit der EU-Botschafter in Brüssel stimmte am Freitag, 12. Januar, für die Vereinbarung von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Paraguay. Österreich war an einen Parlamentsbeschluss gebunden, mit Nein zu stimmen.
    Nach Angaben des Rates wurde die erforderliche Mehrheit erreicht: Nicht alle EU-Staaten mussten einem Ja zustimmen, sondern es war eine sogenannte qualifizierte Mehrheit von mindestens 55 Prozent (derzeit 15 von 27) der Mitgliedstaaten erforderlich, die wiederum mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren müssen. Nachdem die Botschafter ihr Einverständnis gegeben haben, läuft nun ein schriftliches Verfahren zur formellen Genehmigung des Ja: Bis 17 Uhr muss eine ausreichende Mehrheit der EU-Staaten zugestimmt haben. Dann kann Von der Leyen unterschreiben.

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    Zusätzliche Schutzklauseln für die Landwirtschaft

    Die Botschafter genehmigten außerdem zusätzliche Schutzmaßnahmen für Agrarprodukte im Mercosur-Abkommen, ein Zugeständnis an kritische Agrarvertreter noch vor Weihnachten. So kann die EU Zollzugeständnisse für Agrarprodukte aus Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay vorübergehend aussetzen, wenn diese Importe den EU-Produzenten schaden. Auf Antrag der Mitgliedstaaten oder der Industrie kann eine Untersuchung eingeleitet werden, wenn es Hinweise darauf gibt, dass die Einfuhren erheblich zunehmen oder die EU-Märkte beeinträchtigen.

    Europäische Landwirte befürchten, dass das Abkommen die EU-Märkte mit billigem Rindfleisch und Geflügel aus Südamerika überschwemmen wird. Kurz vor der Abstimmung kam es in Frankreich, Deutschland und Belgien erneut zu Protesten. Die Kommission reagierte diese Woche auf die Befürchtungen mit Zugeständnissen beim EU-Agrarhaushalt.
    Nach Angaben der EU-Kommission ist die EU der zweitgrößte Handelspartner des Mercosur: Die Exporte sollen im Jahr 2024 rund 57 Milliarden Euro erreichen. Durch den Deal entsteht ein Wirtschaftszweig mit mehr als 700 Millionen Kunden. Die EU-Kommission erwartet von dem Abkommen eine Erleichterung des Handels und eine Senkung der Zölle. Die EU-Exporte könnten um bis zu 39 Prozent steigen. Darüber hinaus sollen in Europa mehr als 440.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

    Die Reaktion der Wirtschaftskammer ist positiv: „Geopolitische Spannungen und internationale Handelskonflikte mit hohen Zöllen zeigen, wie wichtig verlässliche Vereinbarungen mit wirtschaftlich und politisch stabilen Partnerregionen gerade jetzt sind.“ Ein Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten ist richtig, wichtig und notwendig – für Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze in Europa und insbesondere für den Export Österreichs Generalsekretär W.K.

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    Das Potenzial für österreichische Unternehmen erstreckt sich laut Denninger über alle Branchen und eröffnet neue Chancen für österreichische Unternehmen und ihre Mitarbeiter. „Rot-weiß-rote Exporte treffen von pharmazeutischen Produkten über Maschinen und Elektrogeräte bis hin zu Agrar- und Lebensmittelprodukten sowie Dienstleistungen in Sektoren wie Umwelt, Telekommunikation oder Transportdienstleistungen. Auch lokale Zulieferunternehmen, die Teil- und Zwischenprodukte in EU-Länder exportieren, von denen die Endprodukte in den Mercosur-Raum gehen, werden profitieren.“

    Das heutige positive Votum zum Mercosur-Abkommen brachte große Erleichterung für den Industrieverband (IV). „Dass das Abkommen trotz des unverantwortlichen Handelns einiger weniger Länder zustande kam, ist ein grundsätzlich positives Zeichen für die europäische Wirtschaft“, sagte IV-Präsident George Neill in einer ersten Reaktion. Mercosur sei fair und gut verhandelt und ein „erheblicher Aufschwung für unsere Wirtschaft“. „Anstatt Chancen zu ignorieren und sich hinter alten Parlamentsbeschlüssen zu verstecken, wäre es richtig, dass die österreichische Regierung ein Zeichen zur Stärkung der Exportindustrie und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung setzt“, sagte Nill.

    Klima- und Umweltschutz

    Natürlich gibt es auch kritische Stimmen: „Die EU opfert Klima- und Umweltschutz sowie soziale Gerechtigkeit für die Interessen der Auto- und Pestizidkonzerne. Aber sie kann keine der aktuellen geopolitischen Krisen lösen – im Gegenteil. Sie ist angesichts der Klimakrise völlig unverantwortlich“, eher verantwortlich für den Handel mit irgendwelchen Produkten. Kommentar zur heutigen Entscheidung zum EU-Mercosur-Abkommen von Attac Österreich. Auch neue Schmerzpflaster für die Landwirtschaft werden an der grundsätzlichen Problematik dieses „giftigen Vertrags“ nichts ändern.

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