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Messenger-Überwachung: FPÖ und Grüne wenden sich an das Verfassungsgericht

    Messenger-Überwachung: FPÖ und Grüne wenden sich an das Verfassungsgericht

    FPÖ und Grüne gehen gegen die von Regierungsfraktionen bereits beschlossene Messenger-Überwachung vor. In einer gemeinsamen „dritten Beschwerde“ bei der APA legten Abgeordnete beider Parteien Berufung beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) ein. Darin wird die Befürchtung geäußert, dass „ein technisch so leistungsfähiges Werkzeug ein enormes Missbrauchspotenzial birgt“. In der Beschwerde heißt es, dass ein solcher Grundrechtseingriff unverhältnismäßig sei.

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    Nach jahrelanger Diskussion wurde die Messenger-Überwachung Anfang Juli letzten Jahres vom Nationalrat ermöglicht. Widerstand gab es nicht nur bei FPÖ und Grünen, sondern auch innerhalb der Koalition selbst. So stimmten die Nios-Abgeordneten auch gegen die Einführung einer eigenen Koalition mit der ÖVP und der SPÖ. Der Schritt ermöglichte es dem Staatsschutz, sowohl unverschlüsselte als auch unverschlüsselte Nachrichten auf Messenger-Diensten wie WhatsApp oder Signal zu lesen.

    Die Messenger-Überwachung kann in Fällen eingesetzt werden, die auf terroristische und verfassungswidrige Aktivitäten hinweisen. Es kann auch zur Spionage eingesetzt werden. Die Befugnis zur Messenger-Überwachung kann grundsätzlich nur für die Dauer von drei Monaten angeordnet werden, eine Verlängerung ist jedoch möglich. Vor der Anwendung sind mehrere Genehmigungsstufen eingebaut. Eine zentrale Rolle spielen die Rechtsschutzbehörde und das Bundesverwaltungsgericht.

    Zweifel an Verhältnismäßigkeit und Software

    FPÖ und Grüne halten die Regelung für eindeutig verfassungswidrig. Ihre dritte, von 62 Abgeordneten unterzeichnete Beschwerde wird am Mittwoch an das Verfassungsgericht weitergeleitet, wie die APA erfahren hat. Neben der Verhältnismäßigkeit aufgrund zahlreicher Grundrechtseingriffe äußern Fraktionen auch weitere Kritikpunkte. Der Antrag vermutet, dass Software, die zur „Per-se“-Überwachung erforderlich ist, staatlich nicht legalisiert werden kann.

    Die ÖVP reagierte verärgert. „Die Polizei-Hasser-Koalition Kickal-Pilz, bestehend aus Ex-Pilz-Kommandant Zadik und Hobby-Detektiv Hafenecker, bekämpft die für die Terrorismusbekämpfung dringend benötigten Ermittlungsinstrumente“, heißt es in einer Erklärung von Generalsekretär Nico Marchetti. „Die FPÖ fordert ein Verbot des politischen Islams – aber wie will sie eigentlich hasserfüllte Islamisten fassen, wenn sie der Polizei nicht die nötigen Werkzeuge dafür an die Hand gibt?“

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