Das freundliche Gesicht der FPÖ. Unter diesem Namen war Norbert Hofer bereits bekannt, als ihn der ehemalige Parteichef Heinz-Christian Strache 2017 als Verkehrsminister in die türkisblaue Regierung holte. Immer höflich, zuvorkommend und bemüht, eine angenehme Gesprächsatmosphäre zu schaffen. Die liberale Haltung tritt in der öffentlichen Wahrnehmung fast in den Hintergrund, was ihm bei der Bundespräsidentenwahl beinahe den höchsten Posten des Staates eingebracht hätte.
Hinterlassen Sie eine Anzeige
Hoffer wird zu einem wichtigen Aktivposten für Stretch-FPO. Als der Parteichef auf ein auf Ibiza aufgenommenes Video und schließlich auf sich selbst stößt, ist es Hofer, der das blaue Ruder übernehmen muss. Weil Hofers Solidarität mit seiner Partei keine Grenzen kennt, nimmt er es mit der dem Untergang geweihten FPÖ auf. Und er zuckte nicht mit der Wimper, als ihn der frühere Innenminister Herbert Kickle später von seinem Chefsessel verdrängte. Er zog sich ins Burgenland zurück und hat bis heute kein schlechtes Wort über den jetzigen Vorsitzenden verloren.
Nein für einen neuen Job
Nun ist Hofer, um den es zuletzt eher ruhig war, wieder in den Schlagzeilen. Und zwar nicht wegen eines neuen Jobs, sondern wegen der Absage. Tatsächlich sollte Hofer der zweite Geschäftsführer der Binder-Littel Investment GmbH werden, einem bemerkenswerten Unternehmen, in dem neben Hofer und dem burgenländischen Unternehmer Andreas Binder auch der ehemalige Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leittel, der FPÖ-Abgeordnete Hubert Fuchs und die langjährigen kospolischen ÖVPs verbunden sind. Und auch der ehemalige SPÖ-Landeshauptmann des Burgenlandes, Hans Nissl.
Da Nissle kürzlich (ohne jegliche Voraussetzung) die Bereitschaft signalisiert hat, für die nächste Bundespräsidentenwahl 2028 zu kandidieren, will Hofer das Amt nicht mehr. Er könne nicht Geschäftsführer eines Unternehmens sein, „in dem ein führender Aktionär gegen die Partei kämpft, für die ich selbst Wahlkampf gemacht habe“. Er, Hofer, wird ein passiver Partner sein.
Signal nach Wien
Diese Loyalitätserklärung gegenüber der Föderalistischen Partei passt zu Hofer, kann aber nicht ohne Hintergedanken erfolgen. Eine Stimme aus Hofers Umfeld berichtete kürzlich, dass er immer noch hofft, im nächsten Rennen für Hofburg an den Start zu gehen. Nachdem Kickle kürzlich gehört hatte, dass er bei seiner Kandidatur „die Karten neu mischen“ wolle, war Hofers Wahl alles andere als sicher. Vielleicht muss er einfach wieder ins Spiel kommen.
Es ist unklar, ob das Signal in der Wiener Parteizentrale der Blauen zu hören sein wird. Die FPÖ hat noch viel Zeit, ihre Kandidaten auszuwählen.
Ich wünsche Ihnen einen Morgen voller Entscheidungen
Christina Trar
Hinterlassen Sie eine Anzeige