Ebenfalls auf der Normalschanze gewann Johannes Lamparter olympisches Silber auf der Großschanze der Nordischen Kombination. Der 24-jährige Tiroler, der im 10-km-Langlauf Zweiter wurde, musste sich am Dienstag nach einer Attacke von Jens Luras Oftebro am letzten Anstieg dem Norweger um 5,9 Sekunden geschlagen geben. Oftebro ist mittlerweile zweifacher Olympiasieger in Italien. Bronze holte sich der Finne Ilkka Herola (+14,8).
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Auch wenn Lamparter mit dem Ziel Gold ins Rennen ging, zeigte er keine große Enttäuschung. „Ich bin sehr zufrieden. Du arbeitest den ganzen Sommer daran, dass dein Körper und Geist fit sind. So gesehen wäre es sinnlos, wenn ich mich über das Silber ärgere“, erklärte Tyrolin in einem ORF-TV-Interview. „Ich denke, die erste (Medaille, Anm.) war emotionaler, weil es nur die erste olympische Medaille ist. Aber man gewinnt nicht jeden Tag eine Medaille, deshalb bin ich immer noch sehr zufrieden mit der Arbeit, die ich heute geleistet habe. Ich muss im Moment meinen Hut vor dem hervorragenden Offtebro ziehen, er ist sehr stark.“
Beginn der Elektrizitätsgewinnung aus Lampeter
Lamperter startete nach dem Abspringen mit einem sehr schnellen Start in das bereits angekündigte Rennen. Bereits nach 1,2 Kilometern hatte der Österreicher einen Vorsprung von 12,6 Sekunden auf den Spitzenreiter Ryota Yamamoto. Der Japaner eröffnete das 10-km-Rennen mit acht Sekunden Vorsprung vor Lampter. Nach dem ersten Viertel führte es mit 17,9. Skoglund, Jens Luras Oftebro und Ilkka Herola erhöhten das Tempo und Lampeter wurde in der zweiten Runde vom Trio eingeholt.
Skoglund fiel in der dritten Runde leicht hinter die vierköpfige Spitzengruppe zurück und das Rennen um die Medaillenfarbe entwickelte sich zu einem Dreikampf. Im letzten Anstieg vor dem Ziel gewann Oftebro entscheidend; Auf dem letzten Kilometer hatte Lampeter nun keine Chance mehr auf Gold. Stefan Rattenager komplettierte die Top Ten als Achter. Sein Bruder Thomas wurde Elfter.
Lampter: „Janes hat mit mir gespielt“
Lampter hatte nicht damit gerechnet, dass er Oftebrow mit seinem sehr schnellen Start überraschen würde. „Ich wusste schon, dass er mit mir spielt, Jens, weil er die anderen ausgenutzt hat, um die Führung zu übernehmen. Dann wollte er mich auf der Geraden überholen. Zu seiner Zwischenbilanz vor dem Teamsprint am Donnerstag sagte Lamperter: „Wenn man sich eine Medaille um den Hals hängen kann und sie klimpert, während eine Medaille nach der anderen klingelt, ist das immer ein Zeichen dafür, dass man erfolgreich ist.“
Die Gebrüder Ratenegger waren mit ihren Rennen nicht zufrieden. „Ich habe am Hügel einen Fehler gemacht. Ich wusste schon vor dem Rennen, dass nichts klappen würde“, sagte Stefan, der die ganze Zeit alleine laufen musste. „Es war seltsam, ein Rennen, bei dem man niemanden sieht. Aber ich konnte einen guten Zug machen, ich war schnell. Es hat gezeigt, dass heute etwas möglich gewesen wäre. Ich habe mich wirklich gut gefühlt, meine Beine waren frisch. Aber leider ist das völlig irrelevant.“ Er hofft nun auf einen zweiten Einsatz mit Lamparter im Teamsprint, ein Platz, der ihm wohl nicht mehr genommen werden wird.
Oftmals einfach eine Blondine, ein Traum
Bruder Thomas wusste schon vor dem Rennen, dass er alles riskieren musste. Ich tat es. Es gab zwei Ergebnisse: Entweder ich werde Erster, oder ich bin überwältigt. Er hat mich heute umgehauen. Und was sagte der frischgebackene Doppelolympiasieger? Mit Doppel-Gold hatte er jedenfalls nicht gerechnet: „Nein. Ich habe von einer Goldmedaille geträumt, aber es ist großartig, es zweimal zu schaffen. Selbst auf der Großschanze ist es schwer, die Österreicher einzuholen.“
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