Mit dem Gundersen-Wettbewerb in Oslo endete die Weltcup-Saison der Nordischen Kombinierer. Das österreichische Aushängeschild Lisa Hirner, die in einer Saison ohne Podium den siebten und beim Weltcup den zwölften Gesamtrang belegte („Es tat unglaublich weh“), erlebte eine Saison mit Höhen und Tiefen – „weil ich wieder einige gesundheitliche Probleme hatte“, sagt die gebürtige Eisenhowerin und verweist auf ihre Autoimmunerkrankung Hashimoto’iditis. „Deshalb werde ich jetzt eine Pause machen und ein paar Tests machen. Ich muss meine Probleme wieder in den Griff bekommen. Das war wieder eine Saison, in der meine Leistung begrenzt war.“
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Unterm Strich sei die Saison für Hirner „enttäuschend“ verlaufen: „Ich habe im Sommer gut trainiert. Nach dem Trainerwechsel musste ich natürlich einen Weg zurück finden und einiges anpassen, aber es hat sehr gut geklappt. Aber sobald das Selbstvertrauen kam, hat meine Gesundheit einen Schlag bekommen“, fasst der Steirer die schwierigen Monate zusammen. Zum Höhepunkt der Saison, den Olympischen Spielen, bei denen sie als Spezialspringerin auftrat: „Ich habe die besten Sprünge des Winters abgeliefert. Damit bin ich zufrieden. Es war eine tolle Erfahrung und ich war sehr glücklich, die Gelegenheit zu haben, dabei zu sein.“ Allerdings räumt Hirner ein, dass die erforderliche Langlaufausbildung unter Olympia-Verpflichtungen gelitten habe.
Hirner freut sich sehr, dass sich mit Katharina Gruber eine weitere Österreicherin in der Weltspitze etabliert hat, „denn es ist ein Sieg für das gesamte Team.“ Ebenso begeistert ist der 22-Jährige, der im Frühjahr wieder die Polizeischule besuchen wird, von der Weltpremiere der männlichen Kollegen auf der Skiflugschanze in Kulm: „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Leute so gut fliegen würden. Das hat meine Lust am Skifliegen geweckt“, sagt Hirner und lächelt immer noch. Kombinierte Athleten gehen auf die Skiflugschanze: „Wir müssen dafür sorgen, dass wir ein konkurrenzfähiges Teilnehmerfeld auf einer Großschanze zusammenbekommen, wie wir beim Weltcup in Lahti gesehen haben, dass derzeit nur eine Handvoll Athleten fliegen können.“
Das kombinierte Team blickt bereits auf den Sommer, in dem das IOC über die olympische Zukunft der Kombination entscheiden wird: „Die FIS, wir, die Athleten und alle anderen Beteiligten, haben zuletzt alles dafür getan, dass sie sich sehr gut entwickelt. Und für die nächsten Jahre sind weitere Formate geplant, die den Sport spannender machen. Aber wer weiß, was auf die Mi-Combin-Combin folgt. Der Sport muss olympisch bleiben.“ Sollte sich das IOC wider Erwarten gegen den Zusammenschluss aussprechen, muss man darüber nachdenken. Hirner: „Es gibt auch viele Sportarten, die nicht olympisch sind und sich trotzdem gut entwickeln. Darüber möchte ich mir aber keine Gedanken machen, bis es soweit ist.“
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