Emma Fuchs übernimmt gerne Verantwortung. Auf dem Fußballplatz sowieso. Auch im „echten“ Leben eineinhalb Jahre lang. Mit 16 Jahren verließ sie ihre Heimatstadt Graz und ging nach Wolfsburg. „Ich bin mit anderen Teamkollegen in ein Haus gezogen. Plötzlich muss man einkaufen, kochen und dafür sorgen, dass man alles hat. Das war eine große Umstellung“, sagt der 18-Jährige. Wegen des Fußballs kehrte sie ihrer Heimatstadt den Rücken.
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Mit GAK fing alles an. Fuchs spielte dort zunächst – mit Jungen, später mit Frauen – mangels einer reinen Mädchenmannschaft, die üblich war und ist. Wechsel zum Stadtrivalen im Jahr 2022. Fuchs durchlief die Akademie beim Sturm und verdiente sich sogar seine ersten Spielminuten im Kampfteam. „Dann hat mein Berater ein Probetraining mit Wolfsburg organisiert“, sagt der Mittelfeldspieler.
Gemeinsam mit Landsfrau Elena Gosler und einer weiteren Spielerin, die sich dann dagegen entschied, ging es für uns nach Niedersachsen. Gößler und Fuchs waren zuverlässig und bilden seitdem das rot-weiß-rote Duo in der „Autostadt“. Wolfsburg ist ein wichtiger Akteur im internationalen Frauenfußball; Sie gewannen 2013 und 2014 die Champions League und waren zudem siebenmaliger Deutscher Meister und elfmaliger DFB-Pokalsieger. Vier weitere Male standen sie im Champions-League-Finale, zuletzt 2023. Schon früh war Fuchs daran interessiert, ins Ausland zu gehen. „Es hat mich von Anfang an gereizt. Wolfsburg ist ein toller Verein, um sich weiterzuentwickeln.“
Die Steirerin sammelt in der zweiten Mannschaft eines Spitzenklubs wertvolle Minuten und auf dem Spielfeld sieht sie ihre Technik und Übersicht als ihre größten Stärken. „An meinem defensiven Zweikampfverhalten und meiner Schnelligkeit kann ich aber noch arbeiten“, gibt der Student zu. Nicht nur, dass der Vertrag der Österreicherin in Wolfsburg im Sommer 2027 ausläuft, sie wird auch die Schule abgeschlossen haben. Reicht das dann für Wolfsburg, um den großen Sprung in die Profimannschaft zu schaffen? „Ich konnte dort schon einige Male trainieren und war sogar einmal bei einem Testspiel dabei“, sagt der österreichische U19-Nationalspieler, der Wolfsburg ohnehin nur als Zwischenstation sieht. „Vielleicht möchte ich in die USA gehen und dort im College Fußball spielen.“ Sie folgt keinen Vorbildern. Generell jagt Fuchs keinen Spieler. „Eigentlich nicht. Ich spiele Fußball nicht, weil ich Vorbilder habe. Ich spiele, weil es mir einfach Spaß macht.“
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