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Olympia und Politik: Dabei sein ist nicht alles

    Olympia und Politik: Dabei sein ist nicht alles

    Die Idee der Olympischen Spiele ist nicht mehr das, was sie einmal war. Weil nicht alles da draußen ist, ist die Lust auf Gold, Silber und Bronze größer als die pure Freude am sportlichen Wettkampf – und das nicht nur, weil die Börsenkurse für die Edelmetalle derzeit Rekordhöhen erreichen.

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    Aber auch unter Politikern hat die Beteiligung offenbar an Bedeutung verloren. Obwohl die Winterspiele nach 20 Jahren wieder in Europa ausgetragen werden und einige Austragungsorte, wie etwa die Biathlonanlage im Südtiroler Antholz, nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt liegen, wird Österreichs politische Delegation dieses Mal kleiner ausfallen.

    Am Mittwoch legte das Staatsoberhaupt den Sportlern den Eid ab, der Bundespräsident Alexander van der Bellen Doch weder Milan noch Cortina würden sich der Kanzlerin anschließen Christian Stoker Dies sei „noch offen“, hieß es aus seinem Büro. Sportminister Andreas Babler wird zu den Olympischen Spielen gehen, aber wann und wo ist noch nicht klar. Nur der Außenminister war mit der Sportagenda betraut Michaela SchmidtDer ehemalige Bundesliga-Faustballer hat bereits einen festen Zeitplan. Es findet vom 17. bis 19. Februar zusammen mit Bob, Damenslalom und Nordic statt. Vielleicht wird er auch Innenminister Gerhard Kerner Viele Sportler des Wintersports, die im Biathlon antreten, stehen auf der Gehaltsliste der Polizei.

    Es war schon anders. Der Bundespräsident reiste nach Turin Heinz Fischer und Kanzler Wolfgang SchusslZumindest besuchten Minister 2010 Vancouver Norbert Darabos Und Der Maria-Faktor Und im Jahr 2014 war der Regierungschef Werner Feimann und für Sport zuständiger Minister Gerald Klug Eine Selbstverständlichkeit bei der Eröffnung in Sotschi.

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    Sebastian Kurzder 2014 Außenminister war, reiste nicht Russland und empfahl seinen Regierungskollegen öffentlich, wegen der Menschenrechtslage „ein Zeichen zu setzen“. Er schlug außerdem vor, dass europäische Politiker die Spiele boykottieren sollten. Das ÖOC hat übrigens auch ein Signal gesendet, allerdings ein anderes, und den Präsidenten Russlands eingeladen Wladimir Putin Im „Österreich-Haus“. Femen mieden das Treffen. Aus Menschenrechtsgründen blieb er Sportminister Werner Kögler 2022 weg von Peking, wovon der FPÖ-Chef damals sprach Norbert Hofer verärgert

    Das zeigt, dass Olympia immer politisch ist, mal mehr, mal weniger. Wenn österreichische Sportler Medaillen gewinnen, gibt es in der Politik immer einen sportlichen Wettstreit um die schnellsten Glückwünsche. Heute erfolgt dies meist über soziale Medien, doch in der Vergangenheit forderte der Pressesprecher des Staatsoberhauptes die Redaktionen teilweise aus terminlichen Gründen vor Ende des Wettbewerbs dazu auf, die Glückwünsche prophylaktisch, etwa im Falle einer olympischen Goldmedaille, zu unterlassen.

    Was sich außerdem geändert hat: Die Partei, die vor einigen Jahren nach einer unvorsichtigen Äußerung ihres Parteichefs für Aufsehen bei den örtlichen Sportverbänden sorgte, ist nun die am stärksten für den Sport engagierte Partei auf Bundesebene. Während der Regierungsverhandlungen im Jahr 2002 erklärte van der Bellen gegenüber der ÖVP öffentlich, dass sich die Grünen „sportlich nicht abspeisen lassen“; Für ihn war Sport gleichbedeutend mit politisch unwichtigen Dingen.

    Die engsten Verbündeten des künftigen Bundespräsidenten hätten das damals anders gesehen: Werner Kögler, in seiner Jugend Fußballspieler bei Sturm Graz, gilt als wandelndes Sportlexikon, und nach seinem Beitritt zur Koalition 18 Jahre später endete die Sportagenda nicht zufällig mit ihm. Während seiner Amtszeit widmete sich der ehemalige Grünen-Chef unter anderem der Förderung des Behindertensports. Anfang Dezember wurde Kögler zum Landespräsidenten der Special Olympics in der Steiermark gewählt.

    Die einzige Abgeordnete, die nach Mailand und Cortina reisen wird, ist die Sprecherin von Green Sports, Agnes Sirakka Prammer. Alle anderen Sportsprecher fahren nicht. Prammer ist seit Jahren auch als Fußballschiedsrichter tätig. Pramer kaufte Tickets für den Biathlon, den Bobsport und den 50-Kilometer-Langlauf der Frauen. Bei Olympia wolle sie vor allem mit Verbandsfunktionären interagieren, bei Großveranstaltungen sei das aber schwieriger als sonst, sagt sie. Der Grünen-Abgeordnete nimmt gerne an kleineren Wettkämpfen teil und wird höchstwahrscheinlich zu den Paralympics fahren: „Ich war noch nie in Kitzbühel.“

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