Levin Oztunali kehrte im Sommer 2023 mit großen Hoffnungen zum HSV zurück. Doch die Berechnung scheiterte. Foto: imago/Klaus Bergmann
Öztunali vor HSV-Aus – hört Seelers Enkel bald komplett mit dem Fußballspielen auf?
Auch im Sommer wird es beim HSV wieder viel Bewegung im Kader geben. Insgesamt 14 Profis wissen aufgrund auslaufender Verträge und Mietverträge noch nicht, ob sie auch in der nächsten Saison im Volkspark spielen werden. Doch jemand anderes hat bereits deutlich gemacht, dass er beim HSV keine Zukunft mehr hat: Levin Oztunali. Es wird das Ende eines großen Missverständnisses und möglicherweise sogar einer ganzen Karriere sein.
Levin Joztunali spielt seit 14 Monaten keine Rolle mehr im Profiteam des HSV. Nach der Entlassung von Steffen Baumgart wurde der ehemalige deutsche Jugendnationalspieler (75 Länderspiele) von Nachfolger Merlin Polcin in den Regionalligisten geschickt. Bei der U21 kam Öztunali in dieser Serie auf mindestens 13 Einsätze (zwei Tore). Unterm Strich ist das kein Trost für den 29-Jährigen, der im Sommer 2023 von Union Berlin an den Volkspark wechselte und eigentlich einer der Führungsspieler werden sollte.
War der Druck für Oztunali beim HSV zu groß?
Es gibt mehrere Gründe, warum dies nicht geschieht. Inmitten von Öztunali heißt es auch, die Erwartungen an den Enkel des 2022 verstorbenen Uwe Seeler (†85) seien zu groß und bedrückend gewesen. Auch die Hausherren des HSV nutzten ihre Chance zu wenig aus.
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Doch was passiert im Sommer für Joztunali, der in seiner Karriere stolze 190 Bundesligaspiele (für Leverkusen, Werder, Mainz und Union) absolviert hat? Laut MOPO werden derzeit drei Optionen in Betracht gezogen.
Oztunali ist seit 13 Jahren Profi
Sollte sich im Profifußball eine weitere Chance ergeben (anders als in den letzten anderthalb Jahren), wird Joztunali sehr sorgfältig darüber nachdenken, diese Chance zu nutzen. Eines ist klar: Ihm muss die Aufgabe wirklich gefallen. In seinen 13 Jahren als Profi hat er so viel verdient, dass ein Wechsel aus rein finanziellen Gründen keine Rolle mehr spielt.
Option zwei wäre der Sprung in den Amateurbereich, wo es Spaß am Fußball und weniger Druck gibt. Chancen für Joztunali gibt es durchaus, so hat sich beispielsweise der TuS Dassendorf in der Hamburger Oberliga als Heimat ehemaliger Profis einen Namen gemacht. Derzeit spielen dort die ehemaligen Nationalspieler Martin Harnik (38) und Max Kruse (37) sowie die ehemaligen HSV-Profis Ji Jin Lam (34), Ashton Goetz (32) und Mattia Maggio (32). Aber: Das sofortige Karriereende in diesem Sommer dürfte auch für Seelers Enkel ein Problem darstellen. Allerdings ist noch nichts entschieden. Oztunali möchte sich Zeit nehmen, um eine wohlüberlegte Entscheidung zu treffen.
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Fest steht, dass auch der HSV vom Abgang Öztunalis profitieren wird. Das aktuelle Jahresgehalt des Flügelstürmers soll durch den Aufstieg der Bundesliga zu den Profis auf knapp 600.000 Euro angehoben worden sein und ist an einen bis 2023 laufenden Vertrag gebunden. Der HSV versuchte mehrfach vergeblich, den Vertrag von Joztunali aufzulösen. Bis Juni sind weitere monatliche Raten von knapp 50.000 Euro fällig. Dann können beide Parteien einen Schlussstrich unter die unglückliche Beziehung ziehen.
