...
Skip to content

Pilnacek-U-Ausschuss: Parlamentarische Suche nach Verbindungen entlang der Donau

    Pilnacek-U-Ausschuss: Parlamentarische Suche nach Verbindungen entlang der Donau

    Die meisten Mittwochmorgen dürften im niederösterreichischen Rosatz ruhig sein. Von den 1.000 Einwohnern waren am 14. Januar nur wenige unterwegs. Zu diesem Zweck fanden zahlreiche Nationalratsabgeordnete mit ihren Teams, Journalisten, mehreren Kamerateams und Dutzenden Polizisten den Weg in die nahegelegene Gemeinde Krems.

    Hinterlassen Sie eine Anzeige

    Rosatz, geprägt von Weinbergen und der nahegelegenen Donau, rückte vor zwei Jahren in den Mittelpunkt der österreichischen Aufmerksamkeit. Christian Pilnasek, einst einflussreicher Abteilungsleiter im Justizministerium, wurde am frühen Morgen des 20. Oktober 2023 tot in einem Donauarm aufgefunden. Zwei Jahre später soll nun ein von der FPÖ eingesetzter Untersuchungsausschuss herausfinden, was als nächstes geschah. Gibt es einen Fehler in der Untersuchung? Wurden die Fehler aufgrund politischer Einflussnahme bewusst gemacht?

    Als Ausgangspunkt startete die FPÖ eine lokale Inspektion des Fundortes von Pilnacek, die erste in der Geschichte des örtlichen U-Komitees. Vor allem die ÖVP äußerte im Vorfeld Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Parlamentsreise. Fraktionschef Andreas Henger sieht eine Verschwendung von Steuergeldern, dennoch sind die Ermittlungen für die FPÖ von zentraler Bedeutung. „Es geht darum, Entfernungen besser einschätzen zu können als zweidimensionale Fotos“, sagte Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ), der den gesetzlich vorgeschriebenen U-Ausschuss leitet.

    Beamte besuchen den Eintrittspunkt und den Ort der Durchsuchung

    Formal gibt es an diesem ersten Tag des U-Ausschusses niemanden, der Auskunft geben kann, aber ein örtlicher Polizeibeamter ist anwesend, um die Situation zu erklären, in der Pilnasek gefunden wurde und wo er vermutete, dass er mehrere Gruppen im Gebäude betreten hatte.

    Die Gruppe, angeführt von Rosenkranz in Jagdausrüstung, startet von einem Parkplatz außerhalb der Stadt und läuft einige hundert Meter einen Wanderweg entlang, der von einem kleinen Wald und schneebedeckten Weinbergen gesäumt ist. Mehrere Polizeiautos sind rund um die entsprechenden Standorte geparkt und Beamte stehen am Donauufer.

    SEE ALSO  Faktenkontrolle: KI -Bilder für Charlie Kirks Todesschwemmmedien von Charlie Kirk

    Steiles Ufer, wenig Strömung

    Sophie Watzke, Leiterin der rosa Gruppe, bemerkt, dass Rosatzs Ufer ziemlich steil ist. „Ich bin überrascht, wie schnell man hier angefangen hat, über Selbstmord zu reden“, sagt der Neos-Abgeordnete. Ein Absturz in diesem Gelände wäre durchaus plausibel. Es ist jedoch nicht die Aufgabe des Parlaments, die Umstände von Pilneceks Tod aufzuklären.

    FPÖ-Fraktionschef Christian Hafenecker weist auf die relativ große Entfernung zwischen dem Fundort Pilneseks und dem Ort hin, an dem seine Spuren zum Wasser führten. Die Donau habe zu diesem Zeitpunkt Niedrigwasser gehabt und kaum Strömung gehabt, beteuert der Abgeordnete. Es ist daher nicht klar, wie es dem Toten gelungen ist, so weit abzudriften.

    Baggerfahrer als erster Auskunftgeber

    Ein völlig genaues Bild von der Todesnacht Pilneceks im Januar 2026 werden sich die Abgeordneten allerdings nicht mehr machen können. Das liegt nicht nur daran, dass das Gelände derzeit mit Schnee und Eis bedeckt ist. Im Jahr 2024 beschädigt und verändert ein Hochwasser das Ufer nachhaltig, erklärt ein Polizist den Anwesenden. Auch heute noch ist Treibholz weggeschwemmt zu sehen.

    Parlamentarier könnten am Donnerstag fragen, wie genau er vor zwei Jahren aussah. Als erste Auskunftsperson hatte die FPÖ nicht einen Politiker oder einen Spitzenbeamten geladen, sondern einen Baggerfahrer. Er war im Oktober 2023 am Donauufer unterwegs – und entdeckte als Erster die Leiche des Sektionschefs im Wasser.

    Source link