Der Unmut dagegen ist groß. „Lasst sie in der Hölle brennen“, zitierte der Sender Z-Telegram ZErgulio, ein russischer Zugführer. Der Ausfall des Telegrammboten erschwerte die Rettung der Verwundeten. Laut Telegram-Kanal lg1 beeinträchtigt es die Kommunikation zwischen Einheiten und führt auch zum Tod von Kämpfern. Die Verhandlungen auf den Schlachtfeldern der Ukraine waren für die Kreml-Truppen – gelinde gesagt – bereits kompliziert.
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„Anarchie“, beklagte Z-Blogger Jurij Podoljaka auf Telegram. Seit einer Woche blockiert das Starlink-Satellitennetzwerk des US-Milliardärs Elon Musk in Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Verteidigungsministerium massiv den „grauen“ Zugang der russischen Streitkräfte zu seinem Internet. Starlink-Terminals, die die Russen offenbar aus Drittstaaten geschmuggelt hatten, wurden zumindest zu großen Teilen geschlossen, indem ukrainische Verbindungen bei den zuständigen Militär- und Zivilbehörden neu registriert wurden.
Kampfdrohnen betroffen
Laut Propagandisten der Russischen Front funktionierten danach nur noch 10 bis 20 Prozent der Online-Verbindungen der Soldaten. Nach Angaben der BBC hatte sie seit einiger Zeit eine Kampfdrohne abgefangen, die über Starlink auf das Ziel zuflog. Aber auch russische Stoßtrupps hatten Schwierigkeiten, von ihren Kommandoposten hinter der Front aus mit Hilfe von Aufklärungsdrohnen durch die ukrainischen Linien zu manövrieren. wurde in seinen Hinterhof befohlen. Das russische Militär verfolgte diese Taktik bereits seit mehreren Monaten, allerdings mit wenig Erfolg. Laut Bloggern an vorderster Front mussten die Angriffe in einigen Gebieten gestoppt werden.
Jetzt sind die Russen gezwungen, für ihre Kurzstreckenkommunikation auf weniger effektive Funkbrücken, Glasfasertechnologie oder Funkmodems zu setzen. Russland verfügt über ein eigenes Satellitennetzwerk „Gazprom Space Systems“. Doch mit nur fünf Kommunikations-Sputniks im Erdorbit sind diese ungleich leistungsschwächer als die fast 10.000 Starlink-Satelliten. Ein großes Satellitennetz von Bjuro 1440 soll 2027 einsatzbereit sein – zumindest kommerziell…
Zensur macht die Sache noch schwieriger
In den letzten Tagen hat Russlands Online-Zensurbehörde Roskomnadzor den Frontkämpfern und ihrer Z-Propaganda-Lobby das Leben schwerer gemacht. Sie störte am Wochenende wiederholt die Messaging-App Telegram und blockierte sie am Dienstag komplett. Telegram ist in ganz Russland beliebt, aber auch bei Kampfsoldaten und Kriegsbloggern. Die App sei wie ein „Frontstab in der Hosentasche“, schreibt der Kanal LikbeZ: „Befehl und Aufklärungskoordinaten werden per Telegram erteilt, Stab und Vorwärtseinheiten beraten sich hier.“ Ein großer Teil der strategischen Kommunikation ist nur über Telegram möglich.
Blockaden der App stehen im Zusammenhang mit Bemühungen russischer Beamter, ein patriotisches Online-Publikum zur Nutzung des Staatsboten Max zu zwingen. Seine Remote-Server und technischen Mängel machen es jedoch ungeeignet als leistungsstarkes Werkzeug für die alltägliche Kriegsführung, sagen Kriegsblogger.
Allerdings bezeichnen sie die Telegram-Blockade auch als „Schuss in den Fuß“ ihrer eigenen Interessen. Praktisch alle Z-Blogger sind auf Telegram. Die App, die 2013 vom IT-Unternehmer Pavel Duro auf den Markt gebracht wurde, sei die einzige Bühne, behauptet der Kanal Starschij AD, „auf der wir unsere Geschichten einem globalen Publikum zugänglich machen können“. Z-Blogger Gleb Kholmogorov beleidigt jedoch seine eigenen Zensurbeamten und fordert eine drohende Niederlage. „Wenn sie zum Haager Gericht gezerrt würden, würde niemand auch nur einen Blick darauf werfen.“ Weil es keinen Kanal mehr zum Piepen gibt.
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