Abwehr-Kollegen beim HSV: Aboubaka Soumahoro, Jordan Torunarigha und Noah Katterbach (vl) Foto: WITTERS
Problemstellung des HSV? Was geschah nach dem Scheitern in München?
Wie schon bei der 0:5-Niederlage in München war der HSV nicht mehr in der Verteidigung. Ganz zu schweigen davon, wie sich die Profis von Merlin Polzin in der ersten Halbzeit von den Bayern-Stars überspielen ließen. Es geht vielmehr um die Konstellation der Personalabwehr im September. Anschließend feierte Abubaka Soumahro sein (verwirrtes) Startelf-Debüt im HSV-Trikot und Noah Katerbach saß zum ersten und letzten Mal in dieser Saison auf der Bank. Viereinhalb Monate später symbolisiert das Duo eine schwierige Lage.
Dass Sportdirektor Klaus Costa einen neuen Vertreter für Linksverteidiger Miro Muheim sucht, hängt auch mit den Situationen von Soumahoro und Katerbach zusammen. Letzterer könnte den Verein verlassen und der HSV hofft, bis Anfang nächster Woche einen Käufer für Katterbach zu finden – der Transfermarkt schließt am 2. Februar. Dass der 24-Jährige in der Partie nach der Bayern-Schläge (2:1-Heimsieg gegen Heidenheim) intern über seinen Rauswurf klagte, war sein Verhängnis. Merlin Polzin schickte ihn in die U21.
Im Hinspiel gegen die Bayern stand Katerbach zum letzten Mal im Kader des HSV
Katerbach nutzte die zweiwöchige Pause zur Selbstreflexion und kehrte Mitte Oktober ins Mannschaftstraining des Bundesligisten zurück. Aber es gab keine Chance. Bis heute. Obwohl der Mühheimer HSV nur einen weiteren ausgebildeten Profi-Linksverteidiger im Kader hat, fehlt Katterbach die Perspektive. Die Platzierung der Mannschaft im Hinspiel gegen den FC Bayern blieb die wichtigste der Saison – wenn man das überhaupt so nennen kann.
Typisch für Katterbachs Situation war das Nordderby gegen Werder Bremen Anfang Dezember (3:2). Er saß nicht einmal auf der Bank, obwohl Muheim aufgrund eines Trainingsunfalls nicht in der Startelf stand. Stattdessen startete Sumahoro – auf einer für ihn nicht völlig unbekannten Position, bei der er jedoch Anpassungsprobleme offenbarte: als linker Verteidiger. Generell bringt der 20-jährige Franzose gute Qualitäten für einen Linksverteidiger mit: Trotz seiner Körpergröße von 1,87 Metern ist er wendig und technisch gut mit dem Ball. Gegen Werder agierte er wie Muheim bei Ballbesitz im Zentrum und ging seinem Geschäft weitgehend gelassen nach, machte aber keine Fehler.
Die HSV-Bosse sehen Sumahoro nicht als Muheims Vertreter
Deshalb und trotz des bitter verschossenen Elfmeters gegen Holstein Kiel (3:5 n.E.), der hätte vermieden werden können und zum Ausscheiden im Achtelfinale des DFB-Pokals geführt hätten, sehen die HSV-Bosse Sumahoro (noch) nicht als ideale Ersatzoption für Muheim. Costa und Co haben großes Vertrauen in das Talent des Youngsters, glauben jedoch immer noch nicht, dass Soumahoro in der zweiten Saisonhälfte Stammspieler sein wird, wenn das Schlimmste passiert (Muheims Verletzung). Nicht auf Bundesliga-Niveau, nicht in einer ungewohnten Situation und nicht in der Situation, in der sich der HSV befindet und voraussichtlich bis zum Saisonende befinden wird: Abstiegskampf.
Das Spiel in München zeigte, dass Soumahoro noch viele Entwicklungsschritte vor sich hat: Zusammen mit einem weiteren jungen Debütanten, Luka Vushkovic, kassierte der gebürtige Pariser in der ersten Minute eine Gelbe Karte, was auswärts in der Allianz Arena fast schon den schlimmsten Fall darstellt. Er verließ das Feld nicht, obwohl er wegen eines Handspiels einen Elfmeter kassierte, sondern blieb zur Halbzeit in der Kabine. Es waren Sumahoros erste 45 Minuten in der Bundesliga. Es folgten nur weitere 80: 59 Minuten gegen Bremen (3:2), zwei in Hoffenheim (1:4) und 29 gegen Frankfurt (1:1), beide vor der Winterpause.
Franzose zurück im HSV-Training – auch Sahiti fällt aus
Sumahoro kam 2026 überhaupt nicht zum Einsatz, auch weil er leicht verletzt ins neue Jahr startete. Vielleicht noch nicht am Samstag (18.30 Uhr, live) gegen die Bayern, aber für das Spiel nächste Woche sollte er wieder im Kader stehen. Zumindest trainiert er wieder voll. Am Dienstag wurde deutlich, dass Trainer und Management Sumahoro nicht ernsthaft als Linksverteidiger-Option in Betracht ziehen. Das vor einem Jahr vom FC Paris gekommene Talent spielte in seinem Trainingskader als Mittelfeldspieler an der Seite von Omar Megid. Als Linksverteidiger spielte hingegen der gelernte Rechtsverteidiger Georgi Gocholeishvili.
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Und Katterbach? Wie so oft in den letzten Wochen fehlte er im ersten Elf-gegen-Elf-Spiel – und wurde separat mit Emir Sahiti unterhalten, der den HSV ebenfalls in diesem Winter verlassen könnte.
