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Safety Bob: Wird es für Bobfahrer eine Anschnallpflicht geben? Nach schweren Unfällen arbeiten Sicherheitsexperten an der Sache

    Safety Bob: Wird es für Bobfahrer eine Anschnallpflicht geben? Nach schweren Unfällen arbeiten Sicherheitsexperten an der Sache

    Bei den Olympischen Spielen in Cortina wird das Bobrennen erneut ein spektakulärer Sport sein. Ein Viererbob rast mit einer Geschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde über eine Schneebahn. Doch wenn das Fahrzeug beim Sturz abstürzt, wird es schmerzhaft: Der Kontakt mit dem Eis ist selbst mit Helm schmerzhaft und der letzte Mann im Bob riskiert, von hinten aus dem Fahrzeug geschleudert zu werden. Jetzt steht die Sicherheit von Bobsportlern vor einem großen Sprung: Deutsche Entwickler arbeiten an Überrollschutz und Gurtsystemen.

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    „Bobs sind immer schneller geworden, aber die Sicherheit hat nachgelassen“, sagt Thomas Schwab, Sportdirektor des Bob- und Schlittenverbandes Deutschland (BSD). Einer seiner besten Männer, Johannes Lochner, stürzte 2024 in Altenberg. Er hatte Probleme mit der Wirbelsäule und sein Anschieber erlitt eine Gehirnerschütterung. Im selben Rennen ereignete sich ein noch schlimmeres Schicksal für den Schweizer Sandro Michel: Er wurde vom Bob bewusstlos geschleudert und erlitt bei dessen Aufprall tödliche Verletzungen. Von den Folgen hat sich Mitchell bis heute nicht vollständig erholt.

    Wie die Formel 1 ohne den feuerfesten Tank

    Während Eisstraßen stark verbessert wurden, hat sich das Fahrzeug im Laufe der Jahrzehnte grundsätzlich kaum verändert. Im Vergleich zu Formel-1-Autos scheinen sie immer noch keine verstärkten Fahrerzellen, feuerfesten Tanks oder „Halo“-Kopfschutz zu haben. Dies verunsicherte den Marketingexperten Axel Waters, der im Bob- und Motorsport aktiv ist. Er nutzte sein Netzwerk, um Sport- und Sicherheitsexperten zusammenzubringen.

    So kamen Ingenieure des AZT (Allianz Zentrum für Technik) ins Spiel, die sich sonst hauptsächlich mit der Sicherheit von Autos befassen. Bobs erinnerten ihn an die Cabrios der 1960er Jahre. Nach langem Analysieren und Überlegen entstand ein Konzept, dessen erste Innovation ein Überrollbügel für Bobs war: Der HIP (Head Impact Protector) wird vor dem Piloten angebracht und soll das Risiko von Kopfverletzungen nach einem Umkippen bei voller Geschwindigkeit verringern.

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    Am gefährlichsten sind die Wasserfälle im noch relativ langsamen oberen Teil der Wanderung. Thomas Schwab erklärt warum: „Wenn der Bob umkippt, schlagen die Leute in den Vorwärtskurven immer wieder mit dem Kopf auf das Eis.“ Einer seiner Athleten hat nach einem solchen Unfall regelrecht seinen Helm „zerquetscht“.

    Für wichtiger hält er das Gurtsystem, das bislang in Prototypen für den vierten Mann im Fond existiert. Marcus Beschel vom AZT hatte eine schwierige Aufgabe zu lösen: „Es gibt kaum Platz und keine Bewegungsfreiheit, und die Fahrer sind muskulös mit breiten Rücken.“ Es gelang ihm jedoch, einen autoähnlichen Gurt anzubringen, den der vierte Mann mit einer Berührung festziehen konnte. Dadurch ist es sicher vor Wegwerfen. Thomas Schwab ist begeistert: „Zuerst war ich skeptisch, weil niemand Lust hat, einzuspringen und etwas anderes zu tun. Jetzt ist das ein echter Meilenstein.“

    „Die Sportler waren begeistert.“

    Beschle, der aus dem Bereich Autosicherheit kommt, testete das System mit der deutschen Bob-Mannschaft auf einer Strecke in Altenburg. „Es hat wirklich geklappt und die Sportler waren begeistert“, sagt er. Die Weltorganisation IBSF ist über die Entwicklungen auf dem Laufenden. Es ist realistisch, dass HIP und Gürtel ab 2027 Pflicht sein werden.

    Benjamin Maier, langjähriger Bob-Pilot aus Österreich, beobachtet die Entwicklung und sagt über das Projekt: „Aus Sportlersicht halte ich es für gut, auf das Thema Sicherheit zu achten. Ein gewisses Risiko besteht bei so einem Sport immer, aber ein Sturz führt nicht zu ernsthaften Verletzungen.“ Er geht davon aus, dass sich nach den Olympischen Spielen in Cortina mit neuen Sicherheitseinrichtungen etwas ändern könnte.

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    Für den Schweizer Piloten Michael Vogt geht es nur sehr langsam. 2024 fuhr er einen Bob, in dem auch der verletzte Sandro Michel saß. Als der Weltcup kürzlich nach Altenburg zurückkehrte, boykottierte Vogt das Rennen. Seine Begründung: „Ich fahre nicht auf einer Strecke, auf der einer unserer Anschieber fast gestorben wäre und sich seitdem nichts geändert hat.“

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