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„Sieht scheiße aus“: Hamburgs Handballer haben den Re-Start gegen Schlusslicht vermasselt

    „Sieht scheiße aus“: Hamburgs Handballer haben den Re-Start gegen Schlusslicht vermasselt

    Kraftvoll: Neuzugang Jan Schmidt bei seinem Debüt für den HSV Hamburg Foto: WITTERS

    „Sieht scheiße aus“: Hamburgs Handballer haben den Re-Start gegen Schlusslicht vermasselt

    Es wurde zu viel gemacht, zu wenig auf den Boden gebracht und am Ende gab es keine Punkte. Die Hamburger Handballer haben einen herben Fehlstart ins neue Handballjahr hingelegt. Im ersten Spiel nach der EM-Pause verlor der Zehntplatzierte zu Hause gegen den Tabellenletzten SC DHfK Leipzig zeigte mit 33:36 (15:19) vor allem in der ersten Halbzeit ein Spiel, das in allen Bereichen zu wünschen übrig ließ und die Fans enttäuschte. Einziger Lichtblick: das Debüt des neuen Dreh- und Angelpunkts, der ab Sommer zunächst Halbzeit und dann Vollzeit für den HSVH spielen wird.

    Lange Gesichter bei Spielern und Trainerstab, Führungspersonal und Fans auf der Tribüne. „Es ist immer ärgerlich zu verlieren, besonders zu Hause“, sagte Linksaußen Frederik Bo Andersen. „Wir starten sehr schlecht ins Spiel und geraten dann lange in Rückstand. Danach wird es schwierig.“

    Kapitän Nicklas Weller: „Es hat ein bisschen alles gefehlt“

    Auch Kapitän Nicklas Weller ärgerte sich über den schlechten Start in die Partie. „Es sieht immer scheiße aus, wenn so etwas passiert. Natürlich hat in allem ein bisschen gefehlt, aber es hängt immer zusammen. Es ist nicht so, dass wir nicht bereit waren oder nicht wollten. Wir wollten es“, versicherte der Routinier. „Aber wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, für die alles auf dem Spiel stand und die mit dem Gefühl eines Neuanfangs ins Spiel ging.“ Und beim Finale jubelten sie und feierten in Euphorie den Traumstart des Handballjahres.

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    Eine nette Geste vor dem Anpfiff: Alle EM-Medaillengewinner beider Mannschaften wurden geehrt und beklatscht: die Leipziger Marko Mamic (Bronze mit Kroatien) und Franz Semper (Silber mit Deutschland) sowie Gastgeber Andersen, der in der Vorrunde nur ein Spiel für Europameister Dänemark absolvierte, aber dennoch mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde.

    Der HSVH spielt vor den HSV-Fußballern Poulsen und Grønbæk

    Hässlich war dagegen der Start des HSVH in die Partie. Er ist völlig gescheitert. Vor gerade einmal 2.512 Zuschauern (darunter die dänischen HSV-Fußballer Yussuf Poulsen und Albert Grønbeck) waren die Gastgeber weder im Angriff noch in der Abwehr echt. Sie wirkten körperlich und geistig stets etwas langsamer als die Leipziger, sodass sie nach gut elf Minuten mit 5:10 zurücklagen und ein sichtlich genervter Trainer Jansen eine Auszeit nehmen musste.

    Hinten zu wenig Aggressivität und Laufbereitschaft, vorne zu wenig Tempo, Durchschlagskraft und Genauigkeit und zu viele Fehler. Manchmal war der Torpfosten im Weg oder die Hamburger Spieler waren im Weg. Schlimmer noch: Es mangelte auch an Emotionen. Ganz anders sieht es bei Gästen aus, die ums sportliche Überleben kämpfen.

    19 Gegentore zur Halbzeit gegen Leipzig

    Auch an der Tür hat es nicht geklappt. Nach nur einer Viertelstunde schaltete der Trainer den Torhüter Robin Haug (nur eine Parade, sieben Meter) aus dem Strafraum und beorderte Mohamed El-Tayar zwischen die Pfosten, der zunächst zumindest etwas besser abschnitt (drei Paraden vor der Pause) als die norwegischen EM-Teilnehmer.

    19 Gegentore nach 30 Minuten – zu viel. Und gegen den Tabellenletzten und zweitschlechtesten Angriff der Liga mit durchschnittlich 26,4 Toren pro Spiel vor dem Spiel. Aber: Leipzig spielt seit dem Trainerwechsel Mitte November unter Frank Carstens besser.

    Neureiter Jan Schmidt überzeugt und erntet Lob

    Lichtblick: kürzlich verpflichteter Center Jan Schmidt. Ursprünglich sollte das 20-jährige Top-Talent erst im Sommer zum HSVH kommen und hatte bereits einen Vertrag in der Tasche, doch aufgrund der langjährigen Abwesenheit von Andreas Magaard mussten die Hamburger handeln und Schmidt vorzeitig vom Zweitligisten Bayer Dormagen verpflichten. Allerdings wird Schmidt weiterhin überwiegend für seinen Stammverein mit Rückspielrecht auflaufen, mit seiner neuen Mannschaft aber regelmäßig trainieren und Spiele absolvieren, wenn es der Spielplan der Dormagener Mannschaft zulässt.

    Der 1,96 Meter große Riese überzeugte bei seinem Debüt nach nur zwei Trainingseinheiten mit vier Toren, viel Energie und Kampfgeist, hatte aber logischerweise noch Schwierigkeiten, sich mit seinen Teamkollegen in der Abwehr abzustimmen. „Es war ein sehr guter Start“, lobte Jansen später. „Ich freue mich, dass er nächste Saison bis zum Saisonende bei uns spielen wird. Sollten sich die Spiele in dieser Saison überschneiden, wird Dormagen den Spitzenplatz einnehmen.“

    Die Hamburger machen sich in der zweiten Halbzeit durch

    Die Hamburger hatten nach der Pause bessere Zugriffsmöglichkeiten und konnten den Rückstand verkürzen. In der 44. Minute schien sich der Moment zu ändern. Leipzigs Ahmed Khairi Nasralla sah wegen eines groben Fouls an Casper Mortensen im Konter die Rote Karte, und der HSVH schaffte dank einiger Paraden von E-Tayar den Ausgleich zum 28:28 (48.) und ging zehn Minuten vor Schluss sogar mit 29:28 in Führung.

    Doch eigene Fehler und ein oder zwei umstrittene Pfiffe der Schiedsrichter Mario Tone/Mario Zupanovic führten zu einem entscheidenden 31:34-Rückstand (58. Minute), bei dem die Gäste, bei denen der im Dezember von der DHfK verpflichtete, international erfahrene Slowene Dean Bombak mit elf Toren, cleveren Pässen und Ausreißern dominierte, dominierten.

    Der HSVH empfängt nun die SG Flensburg-Handewitt

    Auch wenn es am Ende noch einmal knapp wurde und trotz Jansens Wut auf die Schiedsrichter: Es war eine verdiente Niederlage für den HSVH, der vor allem auf sich allein gestellt sein musste, auch wenn die Spielvorbereitung und die Rückrunde bei einigen Hamburger Spielern von körperlichen Problemen geprägt waren, wie der Trainer berichtete.

    Das nächste Spiel und auch der nächste Gegner sind von ganz anderem Kaliber als Leipzig. Am kommenden Sonntag empfängt der HSVH den mit dänischen Europameistern besetzten Spitzenklub SG Flensburg-Handewitt (16.30 Uhr) in der großen Barclays Arena im Volkspark. „Die Aufgaben werden nicht einfacher“, sagt Jansen. „Wir müssen nach vorne schauen, aber intern noch einmal die Leistung in der ersten Halbzeit besprechen. Die zweite Halbzeit war gut.“ Das sahen nicht alle Fans so. Einige hatten die Halle bereits vor der Schlusssirene verlassen.

    Tore HSVH: Mortensen (8/1), Jorgensen (7/1), Schmidt (4), Koffler (4), Andersen (3/1), Sauter (2), Lassen (2), Weller (2), Norlik (1)

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