Es war im Frühjahr 2017, als ein junger Moderator von Anten Steermark Sturms legendären und inzwischen leider verstorbenen Stadionsprecher Ludwig „Lucky“ Krentl vertrat. Der Name des jungen Mannes war Thomas Seidele. 2018 übernahm er das Mikrofon bei Sturms Heimspielen und ist seitdem die Stimme der „Schwarzen“ in Liebenau.
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Mit einem Heimspiel gegen Altach am 8. März geht diese Ära zu Ende. Seidl, ab 2022 Moderator beim ORF Steermark, überreicht das Mikrofon. Der Grund: „Ich möchte mich beim ORF beruflich weiterentwickeln. Und mit dem SK Sturm ist das nicht mehr möglich“, sagt der 35-Jährige, der seine Fußballschuhe viele Jahre als Amateurfußballer trug, im Interview mit der Klein Zeitung. Der Vater von zwei Kindern war schon immer ein stürmischer Fan mit „familiären Einflüssen“, auch wenn er – und das ist ziemlich seltsam – von der U10 bis zur U19 für den GAK und in der GAK-Akademie spielte.
Doch der Oststeirer, der aus Wilfersdorf bei Gleisdorf stammt und heute in Sodding lebt, ist noch nicht bereit, Profi zu werden. „Ich war zu faul und zu schade dafür“, sagt Seidl lachend. Doch er bleibt dem Sturm verbunden. „Ein Fan bleibt ein Fan“, sagt Seidl, und ihre beiden Söhne, der vierjährige Levi und die bald zweijährige Kimi, sind nach Angaben ihres Vaters bereits mit dem Sturmvirus infiziert. „Der Ältere wird es lieben, jeden Tag im Sturm-Trikot in den Kindergarten zu gehen und der Jüngere kann nicht einmal Mama und Papa sagen, dafür aber Derm Graz“, sagt der leidenschaftliche Hobbykoch – „meine Spezialität sind Buchtelen“ – lachend.
Ein besonderes Gänsehaut-Erlebnis
Seidl erlebte mit dem SK Sturm zwei Meistertitel, zwei Pokalsiege und die Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League. „Das prägendste Ereignis war aber die offizielle Verabschiedung des verstorbenen Kult-Trainers Ivica Osim, die ich moderieren durfte. Es war ein ganz besonderer Moment“, erinnert sich Seidl an den Gänsehaut-Auftritt.
Geisterspiele und Betrügereien
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Es gab aber auch weniger angenehme Einsätze. „Während der Corona-Epidemie, als keine Fans ins Stadion durften, aber trotz Geisterspielen ein Stadionsprecher gebraucht wurde, war das eine Katastrophe. Aber das Skandalspiel werde ich genauso in Erinnerung behalten wie den Pokalwurf.“ Und er wird vielen Sturm-Fans fehlen.