...
Skip to content

Tischtennis: Liu Jia zurückgetreten: „Ich habe Machtspiele wirklich erlebt“

    Tischtennis: Liu Jia zurückgetreten: „Ich habe Machtspiele wirklich erlebt“

    Liu Jia sei erleichtert, sagt sie. Er war zwölf Monate lang Vizepräsident des Österreichischen Tischtennis-Verbandes (ÖTTV) und ist nun zurückgetreten. Die aktuellen, schweren Vorwürfe gegen die Trainerin seien nur die Spitze des Eisbergs, als es zu ihrem Rücktritt kam, sagt Österreichs einst erfolgreichste Tischtennisspielerin: Sie habe mit „ständigen Angriffen“ bei Vorstandssitzungen zu kämpfen. Und damit ist in der aktuellen Konstellation beim ÖTTV nichts zu machen. „Dieser aktuelle Fall hat das bestätigt“, sagt der 44-Jährige.

    Hinterlassen Sie eine Anzeige

    Zuvor hatte Liu Jia zwölf Monate voller Kopfzerbrechen hinter sich. Das habe man erwartet, gibt sie zu. Im März 2025 trat sie unter Tränen ihr Amt an, das überhaupt nicht geplant war: Präsident Wolfgang Gottschke und der frühere Sportdirektor Stefan Fegerl traten bei Neuwahlen zur Wiederwahl an, nachdem schwere Vorwürfe (u. a. körperliche Gewalt und Druck auf Tischtennisspieler) von einer selbst eingesetzten Kommission bestätigt wurden. Ein Gegenkandidat war Norbert Darabos, der sich gemeinsam mit Liu Jia zur Wahl stellte. Als Gottschke als Präsident bestätigt wurde, löste Liu Jia Feigerl als „Vize“ ab – eine Konstellation, die nie geplant war. Sie sagt, der ständige emotionale Missbrauch bei Vorstandssitzungen habe ihr zugesetzt: „Diese zwölf Monate waren unglaublich stressig. Ich persönlich habe die Machtspiele sehr stark gespürt.“ Wolfgang Gottschke war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

    Sie hat von den aktuellen Vorwürfen minderjähriger Spieler gegen den Trainer erfahren, die 2024 von „Dare Standard“ veröffentlicht wurden. „Er hat oft mit uns geschlafen“, sagten die Mädchen über ihren ehemaligen Trainer. Seine Arbeit bei ÖTTV wurde zunächst auf Eis gelegt und 2025 wieder aufgenommen. Für Liu Jia und viele Betroffene sei es „irritierend“ gewesen, sagt sie. Unterdessen sagte die Kärntner Trainerin Branka Pasalich, der sich die Opfer anvertrauten, dass der ÖTTV sie unter Druck gesetzt habe: „Nach meiner Aussage wurde mir vom Österreichischen Tischtennisverband gesagt, ich solle nicht reden.“ Heute arbeitet der Trainer weder für den ÖTTV noch für seinen Verein. Der Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft; Der Betroffene gilt als unschuldig.

    SEE ALSO  Bundesliga: Kein Sieger beim SK Sturm gegen Red Bull Salzburg

    Vorstandssitzung am Mittwoch

    Der ÖTTV nahm in einer Stellungnahme den Abgang von Liu Jia zur Kenntnis, vermisste jedoch „eine ordentliche Übergabe der sportlichen Agenda“, die „im Sinne des Sports wünschenswert“ gewesen wäre. Es wird auch behauptet, dass Liu Jia im Coaching-Fall „den Ansatz befürwortet“ habe.

    Wie es im Verband weiter weitergeht, soll nach der nächsten Sitzung am Mittwoch entschieden werden. Was wäre gut für den Sport? „Eine komplette Umstrukturierung“, sagt Liu Jia, „Menschen, die ein Herz für den Sport haben und ein gutes Team bilden.“

    Hinterlassen Sie eine Anzeige

    Source link