ICHItalien, Portugal, Brasilien und Österreich – böse Zungen werden behaupten, dass drei echte Fußballnationen und das ÖFB-Team im Halbfinale der U17-Weltmeisterschaft in Katar stehen. Und das, obwohl der örtliche Verband bereits vor einiger Zeit kritisierte, dass unser Land den Nachwuchs nicht gut ausbilde. Das Team von Teamchef Hermann Stadler beweist das Gegenteil. Bei den bisherigen Siegen gegen Saudi-Arabien (1:0), Mali (3:0), Neuseeland (4:1), Tunesien (2:0, England (4:0) und Japan (1:0) fiel jeweils nur ein Tor.
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Heute um 14.30 Uhr (ORF 1, Sky live) treffen die Rot-Weiß-Roten in Doha auf Italien. Vor sechs Wochen feierten die Österreicher bei der Einweihung des neuen ÖFB-Campus in Wien-Aspern zwei Siege gegen den südlichen Nachbarn (2:1, 1:0). Damit dieses Unterfangen heute gelingt, bedarf es einer weiteren außergewöhnlichen Leistung. „Individuell ist der österreichische Kader nicht so überragend wie der Rest der Nationen, aber Konstanz und Kollektivität sind die entscheidenden Faktoren für diese Ausnahmeleistung“, sagt Sturm II-Trainer Christoph Wurm. Der 33-Jährige war zuvor Co-Trainer bei verschiedenen Jugendnationalmannschaften, unter anderem bei Stadler, und ist derzeit Vereinstrainer von Luca Weinhandel, dem drittjüngsten Spieler im U17-Kader, der im zentralen Mittelfeld gut spielt. „Luca hat mir von Anfang an gesagt, dass sie Weltmeister werden könnten. Und dieses Selbstvertrauen konnte man in jeder Aktion auf dem Platz sehen.“
Mit 1,90 m verfügt der Steirer über außergewöhnliche körperliche Fähigkeiten. „Er ist biologisch sehr fortgeschritten und hat daher körperliche Vorteile gegenüber gleichaltrigen Spielern. Auch taktisch und technisch ist er sehr fortgeschritten – und er ist ein harter Arbeiter“, erklärt Verm und schwärmt vom Willen seines Jungstars. „Luca ist immer der letzte Spieler, der in die Umkleidekabine geht. Er arbeitet ständig daran, sein schwaches linkes Bein zu verbessern. Und das alles nicht, weil man es ihm sagt, sondern weil er gerne tritt. Manchmal muss seine Mutter länger im Auto warten, weil er das Spielfeld nicht verlassen möchte.“
Der Niederösterreicher betreut seit Jänner den Rechtsfuß der Grazer. „Er macht ständig einen Schritt nach vorne. Nicht umsonst gab es im Sommer Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen. Aber er hat sich bewusst für Sturm entschieden, weil er die Plattform kennt, zugehört hat und sich menschlich weiterentwickeln kann“, sagt Worm. Was zunächst ein ruhiger und zurückhaltender Beobachter war, wurde zum Sprachrohr. Weinhandel ist nun auch Teil des Mannschaftsrats, um die Interessen der jüngeren Spieler zu vertreten.
Sturms Entwicklungstrainer Günther Neukirchner bringt es sofort zur Sache, wenn Weinhandel zum Thema wird. „Er ist das größte Talent, das wir haben. Es ist kein Zufall, dass er als 2009 geborener Spieler zum Team 2008 gehört. Bis zu seinem Profidebüt wird es sicher nicht mehr lange dauern“, sagt die Vereinslegende, die vor allem Fernitzers Bodenständigkeit hervorhebt. „Luca ist sehr klar und weiß genau, was er will. Er macht Fußball und Schule gleichermaßen. Das ist schön zu sehen.“ Auf dem Spielfeld sei der 16-Jährige „sehr intelligent und kann das Spiel lesen. Darüber hinaus ist er fast beidfüßig, hat ein gutes Passspiel und hat die Tendenz, den Ball tief vor der Abwehr abzufangen.
Es ist bittersüß, dass die Innenverteidigung heute auseinandergerissen ist, da Ifeanyi Ndukwe (Österreich Wien) nicht spielen kann und Klagenfurts Kapitän Jakob Pokorny (Leifering) wegen einer Sperre fehlt, da er gegen Japan eine zweite gelbe Karte erhielt. Die Hoffnungen in der Offensive ruhen auf dem Liefringer Johannes Moser, der im Laufe des Turniers sechs Tore beigesteuert hat. „Natürlich wollen wir den Titel. Es gibt eine große Aufregung zu Hause und auch viel Unterstützung in den sozialen Medien. Es ist wichtig, dass wir gut damit umgehen“, sagt Trebacher.
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