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Über den verstorbenen ehemaligen Kapitän: Krasnichys emotionaler Auftritt beim UEFA-Pokalsieg

    Über den verstorbenen ehemaligen Kapitän: Krasnichys emotionaler Auftritt beim UEFA-Pokalsieg

    Nach dem Schlusspfiff herrschte bei den ETSV-Spielern Jubelstimmung. Foto: MOPO/Lasse Müller

    Über den verstorbenen ehemaligen Kapitän: Krasnichys emotionaler Auftritt beim UEFA-Pokalsieg

    Was für ein Fußballabend im Viertelfinale des Hamburger Lotto-Pokals! In einem spektakulären und hochemotionalen Spiel unter Flutlicht besiegte der Eisenbahner Turn- und Sportverein Hamburg den Regionalligisten Eintracht Norderstedt mit 2:1. Bei strömendem Regen entwickelte sich aus einem hochklassigen Spiel vor 380 Fans ein hitziges Duell um den Pokal – und ETSV-Matchwinner Erolind Krasniqi wurde später emotional. Seinen Doppelpack widmete er dem verstorbenen ehemaligen Kapitän Sebastian Hertner.

    „Das Hammerspiel des Pokal-Viertelfinals“, verkündete der ETSV-Stadionsprecher rund 30 Minuten vor Anpfiff. Allerdings war der Titelverteidiger aus Norderstedt zu Gast beim Oberliga-Zweiten ETSV. Aber „der Pokal schreibt seine eigenen Gesetze“, wie es ein Stadionsprecher später in Anspielung auf das Phrasenschwein formulierte. Als letztes Wort vor dem Anpfiff fügte er prompt das nächste hinzu: „Regen ist kein Schnee, er spielt.“

    Eisenbahn startet gut, aber Norderstedt punktet

    Die Eisenbahner starteten motiviert in das Spiel – und die Manager waren etwas übermotiviert. Zunächst ertönte versehentlich Tormusik im Stadion, als sich der ETSV zum ersten Mal dem Norderstedter Strafraum näherte.

    So oder so geben die Moderatoren über die Lautsprecher den Ton an, allerdings ohne Musik. Wenig überraschend stand Erolind Krasnici mit 31 Toren im Mittelpunkt des Geschehens und schoss Blerim Kestai in der achten Minute zielsicher ins Tor, doch sein Heberversuch ging am Tor vorbei. In der 18. Minute erlitt der Pokalabend der Hausherren jedoch den ersten Rückschlag: Lucas Krueger verlängerte eine Flanke, die Melvin Zimmer an ETSV-Torwart Tom Müller vorbei ins Netz schob, zum 1:0 für Norderstedt.

    Der Krasniqi-Doppelpack sorgt im ETSV für Ekstase

    In einem sehenswerten Spiel mangelte es auf beiden Seiten nicht an Chancen. Es war ein offener Schlagabtausch, immer wieder mit technisch starken Einzelaktionen. In der 36. Minute nutzte Krasnichi das natürlich aus. Aus 20 Metern flankt er den Ball ins rechte obere Eck. Unhaltbar. Und der Applaus: emotional. Krasnichy rannte zur Bank, schnappte sich ein Trikot und hielt es in die Luft. Es war das Trikot seines tragisch verletzten ehemaligen Kapitäns Sebastian Hertner. Dann blickte er zum Himmel auf und zeigte mit dem Finger nach oben.

    Erolind Krasnici rannte nach ihrem Tor zur Bank und schnappte sich das Trikot von Sebastian Hertner.

    Die Gäste aus Norderstedt kamen zunächst besser aus der Kabine. Zunächst scheiterte Jonas Behounek für Müller und wurde dann fast zum tragischen Helden, als er Manuel Brendel beim Versuch, den Ball zu klären, zu Fall brachte, dessen Fuß knapp am Tor vorbeisprang. Doch verpasste Chancen führten zum Untergang Norderstedts.

    „In der 70. Minute habe ich der halben Mannschaft gesagt, dass ich noch eine Aktion brauche“, verriet Krasnici nach dem Spiel. Eine Person, ein Wort. Der 25-Jährige machte einen Schuss aus knapp zwölf Metern einfach – und das mit Erfolg (81.). In der Schlussphase wurde es hitzig, weniger Spiel, dafür mehr Zweikämpfe und Fouls. Doch als Norderstedt in der Nachspielzeit die letzte Chance vergab, war Schluss. Abpfiff. Prost Ecstasy. „Der Zug hat keine Bremsen“, ertönte es aus dem ETSV-Mannschaftskreis und die Fans skandierten „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“ Der unangenehme Regen verwandelte sich in eine große Party.

    Lotto-Cup: ETSV zwischen Jubel und Emotionen

    „Ich habe den Jungs vor dem Spiel gesagt: Wir haben eine riesige Chance, wir müssen sie verfolgen“, freute sich Krasnici nach dem Spiel. Dann wurde er emotional: „Wir haben es für Basti geschafft.“ Krasnici gewann vor zwei Jahren mit seinem verstorbenen ehemaligen Kapitän Sebastian „Basty“ Hertner den Lotto-Cup, damals mit Teutonia Ottensen. „Der Sieg ist für ihn“, betonte Krasnichi. „Wir lieben ihn. Wir vermissen ihn. Es tut sehr weh, dass er heute weg ist, aber ich denke, es hat uns sehr gut getan. Ich hoffe, er sieht uns heute mit einem Lächeln an.“ Die Eisenbahner trugen ihren ehemaligen Kapitän an einem Verband dicht bei sich. „Du hast uns geführt, wir tragen dich. 23“, hieß es.

    Widmung an den ehemaligen Kapitän Sebastian Hertner am ETSV-Band.

    Norderstedts Trainer Jörn Großkopf sah nach dem Spiel die schlechte Chancenverwertung als ausschlaggebenden Grund für die Niederlage. „Wir müssen das Spiel in den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit gewinnen“, ärgerte sich Großkopf. Allerdings zog er auch Positives aus dem Spiel: „Es war das beste Spiel seit wir diese Mannschaft anführen.“ Das Ziel ist nun klar: „Klasse halten.“ ETSV-Trainer Jan-Philippe Rose, der selbst sieben Jahre lang für Norderstedt spielte, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis seiner Mannschaft: „Wir waren gut vorbereitet, wollten unser Spiel machen und sind jetzt sehr glücklich.“

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    Es bleibt abzuwarten, gegen wen wir im Halbfinale antreten werden. Zunächst muss entschieden werden, wie mit dem seltsamen Spielabbruch zwischen Vorwärts Wacker und dem SC Victoria umgegangen werden soll. Neben dem ETSV stehen Paloma (5:0 in Heidgraben) und HEBC (1:0 in Nienstedten) sicher im Halbfinale. Krasnici war direkt nach dem Abpfiff klar: „Wir sind gespannt, wer es sein wird, aber es sind nur noch sehr, sehr gute Mannschaften übrig.“

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