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Urlaub auf dem Vulkan: Grollen unter Teneriffa

    Urlaub auf dem Vulkan: Grollen unter Teneriffa

    Viele sonnenhungrige Urlauber – darunter auch einige aus Österreich – reisen in den Wintermonaten nach Teneriffa, um den nebligen Tagen zu entfliehen. Doch viele Besucher der westafrikanischen Kanarischen Inseln wissen nicht, dass sie ihren Urlaub auf einem noch aktiven Vulkan verbringen. Und dieser Tage macht er sich einen Namen. Im Mittelpunkt steht der Teide, mit 3.715 Metern der höchste Berg Spaniens.

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    Messstationen darunter registrierten kürzlich ein ungewöhnliches, kontinuierliches Beben des Erdbebens – es dauerte etwa 90 Minuten. Seit Beginn der modernen Überwachung hat der Berg noch nie so lange vibriert. Gleichzeitig wurden seit dem 7. Februar mehr als 260 kleine Erdbeben registriert. Das aktuelle Erdbeben ereignete sich in einer Tiefe von acht bis zwölf Kilometern, war für Menschen an der Oberfläche jedoch nicht wahrnehmbar.

    Versuche mich zu beruhigen

    Das National Geographical Institute (IGN) sah sich jedoch gezwungen, die Bevölkerung zu beruhigen. Itahiza Dominguez, Direktorin von IGN, sagte, es bestehe keine Gefahr einer unmittelbar bevorstehenden Explosion. Da derzeit kein Magma an die Oberfläche steigt, bleibt die vulkanische Aktivität in größeren Tiefen konstant. „Dies ist kein Vorbote einer Explosion, wie wir sie auf La Palma erlebt haben“, sagte Dominguez. Gemeint ist ein Vulkanausbruch auf der Kanareninsel La Palma im Jahr 2021. Es kam zu einem Ausbruch, der 85 Tage andauerte. Mehr als 7.000 Menschen wurden vertrieben, mehr als 1.000 Wohngebäude zerstört und wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe verursacht. Menschen sind nicht tot.

    Gase und Magma erzeugen Schwingungen

    Auch das Kanarische Vulkaninstitut (INVOLCAN) sieht kurz- und mittelfristig keine größere Gefahr für Teneriffa. Experten zufolge hängen die gemessenen Signale mit Druckänderungen und der Bewegung heißer Gase und Flüssigkeiten im Untergrund zusammen. Wasserdampf, Kohlendioxid und geschmolzenes Gestein verteilen sich tief unter der Insel.

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    Ändert sich dort der Druck, geraten die Gase und das Magma in Schwingungen und erzeugen Schwingungen, die von Messstationen aufgezeichnet werden. Solche Prozesse gelten in aktiven Vulkansystemen als normal. Sie zeigen, dass das Innere der Insel in Bewegung ist. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Magma aufsteigt oder ein Ausbruch bevorsteht. Auch Rosa Dávila, Präsidentin der Insel Teneriffa, versuchte zu beruhigen: „Der Teide und die Insel Teneriffa gehören wahrscheinlich zu den am besten überwachten Vulkansystemen der Welt.“

    Als Warnung kam es auf La Palma zu einem Ausbruch

    Nach einem Vulkanausbruch auf der 130 Kilometer entfernten Nachbarinsel La Palma im Jahr 2021 wurden Notfallpläne auf Teneriffa überarbeitet, Evakuierungsszenarien getestet und eine groß angelegte Zivilschutzübung durchgeführt. Geologen installierten außerdem weitere Messstationen auf Teneriffa. Die Botschaft lautet: Wir müssen vorbereitet sein – aber ohne Alarm.

    In den letzten 600 Jahren wurden auf Teneriffa sechs Ausbrüche dokumentiert, zuletzt im Jahr 1909 im Nordwesten der Insel. Alle 100 bis 200 Jahre kam es zu einem Ausbruch. Irgendwann, geben Experten zu, wird es auf Teneriffa wieder passieren. Ein Radiokommentator brachte es auf den Punkt: „Die Frage ist nicht, ob es passieren wird, sondern wann es passieren wird.“

    Nicht nur ein Fotomotiv …

    Seit 2016 messen Forscher erhöhte Kohlendioxidemissionen im Gebiet des Teide-Kraters. Dabei wurde auch festgestellt, dass die Insel im Laufe der Jahre langsam wuchs – bisher um etwa zwei Zentimeter. Aber solche Prozesse – die langsame Ansammlung von Magma in mehreren Kilometern Tiefe, leichte Auftriebe des Bodens, erhöhte Gasemissionen und kleine Erdbebenschwärme – können Jahrzehnte andauern, ohne dass es zu Ausbrüchen kommt.

    Teneriffa empfängt jährlich rund sechs Millionen Besucher – hauptsächlich aus Großbritannien und dem deutschsprachigen Raum. Sie können weiterhin Wanderungen im Teide-Nationalpark und Sonnenuntergänge über dem Atlantik genießen. Die neuesten Messungen sind vor allem eines: Sie erinnern daran, dass der Teide auf Teneriffa nicht nur ein Fotomotiv, sondern ein aktiver Vulkan ist.

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