Towers um Ross Williams (r.) verloren im Karnevalsspiel gegen Bonn. Foto: IMAGO / Jürgen Schwartz
„Verrückteste Atmosphäre“: Türme verlieren gegen Piraten und Prinzessinnen
Das war nichts. Unter den Augen von Piraten und Prinzessinnen haben die Veolia Towers Hamburg am Samstagabend einen Überraschungssieg gegen die Telekom Baskets Bonn eingefahren. Beim Stand von 92:85 (43:40) verschliefen die Türme die Eröffnungsphase – und konnten dem Karnevalsvorstoß der Gastgeber nicht standhalten.
Das Spiel hatte eine besondere Bedeutung. Musik. Party. Karneval. Das ist die Ausgangslage in Bonn. Das hat sie in der Vergangenheit inspiriert. Von ihren 15 Karnevalsspielen seit 2009 haben die Rheinländer lediglich zwei verloren. „Es ist ein Privileg, Teil dieses besonderen Spiels zu sein. Für mich ist es die verrückteste Atmosphäre in einem BBL-Spiel“, sagte Towers-Kapitän Benedict Turudic vor dem Spiel. Mit vier Bundesliga-Siegen in Folge war es der Plan der Towers, die fünfte Mannschaft zu „ärgern“ und die Party zu verderben, wie Towers-Juwel Janne Müller erklärte.
Towers und Bohn machen es den Fans schwer
Bei einer ruhigen Atmosphäre auf der Tribüne begann das Spiel langsam. Die Türme hatten große Probleme mit Kurzdistanzschüssen. Nach sieben (!) Spielminuten schossen die Towers erstmals zwei Punkte. Davor noch mindestens zwei Triples von Osaro Rich (3.) und Kenneth Ogbe (4.). Die Hamburger beendeten die ersten zehn Minuten mit ernüchternden 14 Punkten (24:14).
Je länger das Spiel dauerte, desto langweiliger wurde auch den 6.000 Bonner Zuschauern, die Lust auf eine Karnevalsparty hatten, das langsame Spiel. Beide Mannschaften hatten große Probleme, Tore zu erzielen. Während die Gastgeber in der ersten Halbzeit (2./17.) aus der Distanz ein unterdurchschnittliches Tempo hatten, gelang es den Towers nicht, die vermeintlich leichteren Körbe aus kurzer Distanz zu verwandeln. Sie schafften nur fünf von zwölf Zwei-Punkte-Versuchen. Mit einem Stand von 43:40 für Bonn retteten sich die Fans zur Pause. Die Musik ist aus – endlich wieder ein Grund zum Feiern im Telekom Dome.
In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel nochmals hitziger
Im dritten Viertel begannen beide Seiten langsam zu punkten. Zombor Maronka, der wegen einer Infektion den EuroCup am Mittwoch verpasste, war nach 30 Minuten mit 15 Punkten der beste Torschütze. Nach der Verletzung von Zachary Perine übernahm er eine zentralere Rolle. Mit einem Vorsprung von 71:62 gingen die Gastgeber ins letzte Viertel.
In den letzten zehn Minuten würdigten die Fans die Leistung der Spieler und zeigten mehr als den versprochenen Spirit. Aber wahrscheinlich auch, weil ihnen klar wurde, dass es noch einmal richtig eng werden könnte. Die Towers gingen gut ins Schlussviertel und verkürzten den Rückstand sieben Minuten vor Schluss auf zwei Punkte (75:73). Kurz darauf brachte Devon Daniels die Towers zum ersten Mal seit dem ersten Viertel mit einem Dreier aus der Distanz in Führung.
Bon bringt die Fans immer noch zum Jubeln
Mit zunehmender Spannung wurde es immer lauter. Es dauerte 35 Minuten, doch in der Schlussphase waren 6.000 Fans vor Ort. „La Ola“, Jubel und Tanz hielten alle in Atem. Vielleicht war es das, was den Gastgebern am Ende den entscheidenden Auftrieb gab. In der entscheidenden Phase ließ sich die Bonner Mannschaft den zurückgewonnenen Vorsprung nicht mehr nehmen. Am Ende verloren die Towers 85-92. Towers wurde erneut von Devon Daniels mit 18 Punkten angeführt. In Bon holte Jeff Garrett Jr. (20) die meisten Punkte.
Nach dem Spiel kündigte Garrett Jr. an, dass er „auf jeden Fall rauskommen und feiern würde“. Der 31-Jährige widmete den Sieg den Fans, die nach dem Spiel lauter wurden als während des gesamten Spiels. Der beste Torschütze des Abends wollte zunächst mit ihnen feiern. So wurde der Abend zu einer Karnevalsparty in Bonn. Allerdings war Towers-Spieler LJ Thorpe nicht in Partylaune. Als Problem, das zur Niederlage geführt habe, sah er vor allem die vielen erlaubten Offensiv-Tackles. Insgesamt 16 Mal erspielten die Gastgeber den Ball im Angriff.
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Den Towers droht am Dienstag der nächste große Schlag in der Bundesliga. Die Towers gehen an den Tabellenzweiten Alba Berlin. Es gibt immer noch Grund zur Hoffnung: Im vergangenen Dezember gelang es ihnen, ihre 24-Spiele-Pechsträhne gegen Berlin zu beenden.
