Die ehemaligen HSV-Profis Kyriakos Papadopoulos, Heung-min Son und Hakan Calhanoglu (links) spielten gemeinsam in Leverkusen. Foto: imago images/Revierfoto
Viele Weltstars und ein Ausfall: Das machen die Doppelvermittler von HSV und Bayer heute
Jeder HSV-Fan kennt vermutlich Sergej Barbarez (54), Stefan Beinlich (53) und Hans-Jörg Butt (51). Aber erinnern Sie sich auch an Herdi Bukusu? Der Torschütze spielte nie für die Hamburger Profis, gehört aber zu den noch aktiven Profis, die einst unter anderem für den HSV und Bayer Leverkusen spielten. Vor dem ersten Bundesliga-Duell der beiden Klubs seit mehr als sieben Jahren (Dienstag, 20.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) fasst MOPO zusammen, was aus den vielen Doppelvermittlern geworden ist.
Jonathan Ta (29): Der gebürtige Hamburger gab 2013 als 17-Jähriger sein Profidebüt. Nach 16 Bundesligaeinsätzen für den HSV und einer Leihe nach Düsseldorf (2014/15) wechselte er im Sommer 2015 für 9,5 Millionen Euro nach Leverkusen. Er wuchs zum Nationalspieler heran und war schließlich Kapitän von Bayer 04, wo er 2023/24 den Meistertitel und das DFB-Pokal-Double gewann. Nach 402 Pflichtspielen für Leverkusen wurde er im vergangenen Jahr ablösefrei an den FC Bayern ausgeliehen. Dort ist er Stammspieler – und auch unter Bundestrainer Julian Nagelsmann. Er wird zur Weltmeisterschaft gehen.
ehemaliger HSVer Tah, Calhanoglu und Sin wurde weltberühmt
Kyriakos Papadopoulos (33): Kam von Schalke und spielte von 2014 bis 2016 51 Mal für Leverkusen. Während seiner halbjährigen Leihe bei Leipzig (Saison 2016/17) nie glücklich, wechselte er zum HSV, der ihn schließlich für 6,5 Millionen Euro verpflichtete. Er blieb auch nach dem Abstieg und bis ins Jahr 2020 hinein und sorgte damit für viele nichtsportliche Schlagzeilen. Dann dreimal vereinslos und mit Vereinen in Kroatien, Rumänien und Saudi-Arabien. Im vergangenen Herbst kehrte er zu seinem griechischen Heimatverein GAS Svoronos zurück, der „die Rückkehr unseres eigenen Kindes“ feierte.
Schauen Sie sich diesen Instagram-Beitrag anEin von GAS Svoronos (@gassvoronos1971) geteilter Beitrag
Hakan Calhanoglu (31): Nach seinem Wechsel vom KSC zum HSV im Jahr 2012 eroberte er zunächst die Herzen des Vereins und erzielte in 38 Einsätzen elf, teilweise fantastische Tore. Doch 2014 streikte er, weil er gehen wollte. Wegen psychischer Probleme ließ er sich krankschreiben – und brach das Training ab. Für 14 Millionen Euro ging er schließlich zu Bayer Leverkusen, wo er bis 2017 115 Mal spielte. Anschließend wechselte er zur AC und 2021 zu Inter Mailand. Wurde 2023/24 Meister der Serie A und ist Kapitän der türkischen Nationalmannschaft. Bei der EM 2024 äußerte er sein Bedauern über das Aus des HSV.
Levin Öztunalis Vertrag beim HSV läuft im Sommer 2026 aus
Levin Yoztunali (29): Eines der größten Rätsel in der jüngsten Vergangenheit des Clubs. Er wuchs im Volkspark auf und wechselte 2013 als 17-Jähriger ablösefrei nach Leverkusen. Uwe Seeler war sehr verärgert, weil der HSV behauptete, er habe nicht alles getan, um den Verbleib seines Enkels sicherzustellen. Der Hamburger Youngster feierte 2013 sein Bundesliga-Debüt für Bayer Leverkusen und schaffte erst später mit Werder und Mainz den Durchbruch. Über Union ging es 2023 zurück zum HSV – doch der Rückkehrer versank immer weiter in sportlicher Vergessenheit. Ende 2024 von Merlin Polzin degradiert, trainierte er seitdem nur noch in der U21 und hat dort vor Kurzem aufgehört zu spielen. Sein Vertrag beim HSV läuft im Sommer aus.
Heung-min Sohn (33): Einer der größten Stars, die der HSV je trainiert hat. Kam 2008 aus Südkorea und gab zwei Jahre später sein Bundesligadebüt. Erzielte in 78 Spielen 20 Tore und wurde zum Liebling der Fans. Der Wechsel nach Leverkusen (2013 für 12,5 Millionen Euro) war ein Sprungbrett für etwas noch Größeres: Bei Tottenham, das 30 Millionen Euro zahlte, wurde Son ab 2015 zur Legende. Er spielte 454 Mal für die Spurs, punktete 173 Mal und verabschiedete sich im vergangenen Jahr vom Euroleague-Titel. Jetzt verdient er immer noch Geld bei LAFC in der MLS.
Bukusu stürmt nun Frankfurt – Pohjanpalo für Palermo
Joel Poggianpalo (31): Neun Tore in 14 Spielen – eine der besten Leistungen des HSV überhaupt. Leverkusen parkte den Finnen für die Rückrunde der Saison 2019/2020 in Hamburg und es war nicht seine Schuld, dass der Aufstieg erneut scheiterte. Bei Bayer, der ihn 2014 holte (acht Tore in 28 Einsätzen), war er nie wirklich glücklich. Nach seiner kurzen Zeit beim HSV wurde er an Union und Rizespor ausgeliehen, bevor er 2022 endgültig zum FC Venezia wechselte. Er führte den Verein kurzzeitig als Torschützenkönig in die Serie A. Seit Anfang 2025 spielt er für den Zweitligisten Palermo.
Herdy Bukusu (25): Es war im Jahr 2019, als sich der HSV den Stürmer ablösefrei sicherte. Der gebürtige Aachener brachte es auf 20 Spiele in 47 Einsätzen für die Bayer-U19. Bei den Hamburgern spielte er in zwei Spielzeiten lediglich neun Mal für die HSV-U21 und wehrte ein Tor ab, weshalb er 2021 zum Drittligisten Virton nach Belgien wechselte. Dort blieb er aber nur ein Jahr – und war anschließend drei Monate vereinslos, bevor ihn die Bremer Schwävinnen verpflichteten. War 2024/25 beim VfB Lübeck und spielt seit Sommer für den FSV Frankfurt in der Regionalliga Südwest – bisher ohne Torerfolg.
