Nach sechs Jahren in Malaga findet diese Woche zum ersten Mal das Davis-Cup-Final-8-Turnier in Bologna statt. Oder besser gesagt in Bolognafire. Als „Nicht-Bologneser“ müssen Sie Google Maps nutzen, um das als Messe- und Bürozentrum ausgewiesene Gebiet der 390.000-Einwohner-Stadt zu finden. Ein untrüglicher Hinweis ist die Piazza della Costituzione, doch sie ist nichts weiter als ein Ausgangspunkt auf dem kaum überschaubaren Weg der Halle.
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Das ist verwirrend, denn Bolognafire besteht aus mindestens 37 verschiedenen Hallen. Diese Angaben sind ohne Gewähr, gebaut wurde jedoch die Centre Court Halle 37 mit einer Kapazität von mindestens 10.000 Zuschauern. Und diese Hallen sind wirklich groß: Alle Medien sind in Halle 36 untergebracht, und von Halle 36 bis 37 sind es mehrere Minuten zu Fuß.
Bei Loch 37 ist man versucht zu sagen: „Italien im Allgemeinen“. Das Finalturnier wurde um 16 Uhr eröffnet. Bei einem Duell zwischen Frankreich und Belgien war um 13 Uhr noch kein einziger Ausstellerstand vollständig aufgebaut. Lediglich in einer kleinen Hütte namens „Bar“, in der Kaffee serviert wurde, war viel los. Ja, ihr Espresso ist den Italienern heilig – alle anfallenden Aufgaben können also warten.
Auch Österreichs Botschaft trainierte in Halle 37 für den großen Showdown: Heute (16 Uhr, ORF 1 Live) treffen Filip Misolic, Jurij Rodionov und Kollegen im Viertelfinale auf Titelverteidiger und Gastgeber Italien. Die Stimmung auf dem Center Court war locker, während Kapitän Jürgen Melzer und sein Bruder Gerald, der als Co-Trainer fungiert, den Beleidigungen freien Lauf ließen, massierten die Spieler (rund um Lucas Neumayer und die Doppelspezialisten Lucas Midler und Alex Erler) den Ball mit kraftvollen Schlägen auf dem Hartplatz.
Wer gegen die favorisierte Heimmannschaft den Schläger in die Hand nimmt, wird eine Stunde vor Spielbeginn bekannt gegeben. Wie konnte es passieren, dass die „Azzurri“, die trotz der Absage ihrer Topspieler Janic Siner und Lorenzo Musetti als klare Favoriten ins Kräftemessen gehen, in Loch 37 stolpern? „Wir haben eine Chance und glauben alle daran, dass wir gewinnen können. Das ist das Wichtigste. Als Team haben wir schon oft bewiesen, dass wir als Außenseiter auch als Sieger hervorgehen können“, sagte der Steirer Misolic und scheute nicht einmal vor einer Kampfansage zurück.
Während die Italiener bereits genügend Erfahrung gesammelt haben, ist es für Österreich die erste Teilnahme an einem Finalturnier. Dementsprechend beeindruckt sind die Menschen von der Halle 37 und allem drumherum: „Sie ist größer, eindrucksvoller und auch etwas gruseliger. Der erste Eindruck der Anlage war etwas anders“, gestand Rodionov. Und Melzer ergänzte: „Die Halle ist beeindruckend, hier ist etwas Großartiges entstanden.“
Am Abend vor dem Showdown lud die ÖTV-Führung übrigens zum „Mitkommen“ ein. Nicht in Halle 37, sondern in einer Trattoria mitten in der Stadt. Es war viel einfacher zu finden als Loch 37 – der Verein schickte mit der Einladung einen Link zu einer Google-Karte: via Delle Molin 3a – man kann es nicht verfehlen.
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