Trotz der besorgniserregenden Niederlagenserie setzt die Führung des Bremer Klubs auf Trainer Horst Steffen. Foto: IMAGO/Eibner
„Wir dürfen uns nichts vormachen“: Werder am Abgrund! Der Kapitän gesperrt, der Trainer genervt
Die Leistungskurve steigt, die Krise geht weiter. Nach der 0:1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen ist Werder Bremen seit acht Spielen und zweieinhalb Monaten sieglos. Die Diskussion um Trainer Horst Steffen steht vorerst nicht auf der Agenda des Vereins. „Das Vertrauen in Horst und das Trainerteam ist voll da. Wir werden den Weg gemeinsam weitergehen“, sagte Sportdirektor Clemens Fritz.
Auch Steffen selbst sieht seine Rolle nicht in Frage gestellt und erklärte nach dem Abpfiff gegenüber Sky: „Von meiner Position her macht mir das keine Sorgen. Die Fans stehen auch weiterhin hinter uns.“ Doch eine Gewissheit bleibt nach dem Absturz Werders auf den 15. Platz: „Ja, darüber sollten wir nicht lügen. Wir alle können die Tabelle lesen. Wir sind in einer schwierigen Situation“, betonte Fritz auf die Frage, ob sich der Verein nun im Abstiegskampf befände.
Werder-Boss Fritz: Wir müssen Punkte holen
Nur noch drei Punkte trennen die Hanseaten nach dem 19. Spiel vom Abstiegsplatz. „Im Moment ist es sehr bitter. Wir müssen Punkte holen. Es reicht nicht, nur nach links und rechts zu ziehen, wir müssen an die Leute ran, wir müssen viel vorsichtiger sein. Wir treffen falsche Entscheidungen, vor allem in Richtung Strafraum. Uns fehlt die Überzeugung“, sagte der 45-jährige Fritz.
Werder sah auf dem zweiten Platz nicht wie ein Absteiger aus. Doch trotz über 60 Prozent Ballbesitz in der zweiten Halbzeit gegen die Leverkusener, die ihre Führung nur verwalten konnten, gelang es der Mannschaft nicht, daraus Kapital zu schlagen und blieb im Angriff weitgehend harmlos. Der SVW blieb nun in vier seiner letzten fünf Spiele ohne Torerfolg. Einzige Ausnahme war das 3:3-Unentschieden gegen Frankfurt, bei dem Hansa dreimal traf.
Steffen zur Sperre von Friedels Gelber Karte: „Natürlich ärgerlich“
Werder-Trainer Steffen suchte auch nach der erneuten Niederlage noch nach Lichtblicken: „Die Jungs haben alles getan, um Leverkusen auf Abstand zu halten. Es ist nicht alles gelungen, aber eine kämpferische Leistung war gut. Leider hat das Ergebnis nicht ganz gestimmt.“ Trotz der anhaltenden sieglosen Phase sei er zuversichtlich, dass die Leistung gut sei und der Weg langfristig wieder zu positiven Ergebnissen führen werde.
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Werder hat am Dienstag (20.30 Uhr/Sky) im Nachholspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim die Chance, einen weiteren Fall zu verhindern. Abgesehen von all den Sorgen wird auch Kapitän Marco Friedl nach seiner fünften Gelben Karte fehlen. „Ich hätte meinen Kapitän unbedingt auf dem Platz. Dass er fehlt, ist natürlich ärgerlich“, sagte Steffen, der auch auf den verletzt ausgewechselten Amos Pieper verzichten konnte. (dpa/hmg)
