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„Wirklich unglaublich“: Weltmeister macht HSV Europa-Hoffnung

    „Wirklich unglaublich“: Weltmeister macht HSV Europa-Hoffnung

    Matthias Ginter traf im Januar mit Damion Downs (r.) auf den HSV – und gewann das Spiel mit seinem SC Freiburg mit 2:1. Foto: imago images/HMB-Media

    „Wirklich unglaublich“: Weltmeister macht HSV Europa-Hoffnung

    Hut ab vor der Arbeit im Breisgau. Als die HSV-Verantwortlichen kürzlich gefragt wurden, an welchem ​​Verein sie sich als Vorbild orientieren könnten, um sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und dauerhaft in die Bundesliga zurückzukehren, fiel immer wieder der Name SC Freiburg. Der Sportverein hat es geschafft, seinem Weg treu zu bleiben und sich auch von Rückschlägen wie dem Abstieg in die Bundesliga im Jahr 2015 nicht abschrecken zu lassen. Der Lohn: mehrere Europapokal-Einsätze in den letzten Jahren. Ein SC-Profi, der viel durchgemacht hat und die Bundesliga bestens kennt, setzt nun große Hoffnungen in den HSV.

    Wer mehr als 400 Spiele im deutschen Oberhaus absolviert hat, kennt die Tücken dieses Geschäfts. Deshalb sollte man aufmerksam zuhören, wenn Matthias Günther über seinen Werdegang und seine Erfahrungen spricht. Vor zweieinhalb Wochen bestritt der Weltmeister von 2014 sein 400. Bundesligaspiel und übertraf als einziger aktiver Feldspieler diese beeindruckende Marke. Über ihm liegen nur die Torhüter Manuel Neuer (FC Bayern, 541 Spiele) und Oliver Baumann (TSG Hoffenheim, 512). Hinter Günter stehen Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg, 395), Julian Brandt (BVB, 372) und sein Freiburger Teamkollege Christian Günter (362).

    Freiburg als Vorbild des HSV: Matthias Günther über den SC-Weg

    Gunther und Gunter gehören zu den schillerndsten Charakteren dieses SC-Jahrtausends. Während Kapitän Günther Freiburgs Rekordhalter (457 Pflichtspieleinsätze) ist und seit 2006 ununterbrochen im Breisgau spielt, verließ Günther zwischenzeitlich seinen Heimatverein und spielte – nach dem WM-Titel in Brasilien – zunächst für Dortmund (2014 bis 2017) und später für Borussia Mönchengladbach (2017 bis 2022). Vor dreieinhalb Jahren kehrte der Innenverteidiger in den Südwesten der Republik zurück – zum SK, der sich unter der Führung von Christian Streich gerade sensationell für die Europa League qualifiziert hatte. 2022/23 und 2023/24 erreichten Ginter und Co. in diesem Wettbewerb das Achtelfinale; In der laufenden Saison schloss Freiburg die Gruppenphase auf einem starken siebten Platz ab und steht erneut im Achtelfinale.

    Matthias Ginter (l.) ist seit langem fester Bestandteil der DFB-Auswahl.

    Nach dem Ende der Ära Streich, der von 2011 bis 2024 zur SC-Legende avancierte, geht der Aufstieg unter dem neuen Trainer Julian Schuster weiter – auch wenn das manche Fußballfans gar nicht auf dem Schirm haben. „Es ist dieses Klischee: die Studentenschaft von früher“, registrierte Ginther. „Aber es hat sich einfach geändert.“ Im „Copa TS“-Podcast erklärt der 32-Jährige das neue Anspruchsdenken der Freiburger: „Wenn wir gewinnen, aber nicht gut spielen, heißt es in Freiburg: Wow, es war nicht so, wie wir es gespielt haben. Das ist der Fluch der guten Taten.“ So erging es wohl den SC-Profis Mitte Januar, als sie zum Jahresauftakt einigermaßen glücklich (und mit Hilfe des Schiedsrichters) den HSV mit 2:1 besiegten.

    Auch Frankfurt und der VfB Stuttgart sind positive Beispiele

    Gunther ist froh, dass Freiburg nun größer und ehrgeiziger denkt. „Unser Ziel war es immer, als Mannschaft und als Verein zu wachsen. Das ist uns in den letzten Jahren gelungen“, sagte der 51-fache A-Nationalspieler, der für das Turnier in diesem Sommer immer noch auf der Suche nach einem WM-Ticket von Julian Nagelsmann ist. Da Rivalen wie der VfL Wolfsburg oder Borussia Mönchengladbach derzeit im Abstiegskampf stecken, hätte man im SC-Lager noch vor fünf, zehn Jahren gesagt: „In der Liga haben wir keine Chance, ihnen voraus zu sein.“ Dass es heute anders aussieht, sei „ein Verdienst der vielen Menschen, die hier jahrelang gearbeitet haben“, lobt Günther, der sich voll und ganz mit der Freiburger Straße identifiziert. Der Verteidiger weist auch darauf hin, dass auch andere deutsche Vereine beeindruckende Entwicklungen gemacht haben.

    Da ist zum Beispiel Eintracht Frankfurt, die vor 15 Jahren kurzzeitig Zweitligist war und heute ein absoluter Spitzenklub ist – national und international, wie der Europa-League-Triumph 2022 und die Teilnahme an der diesjährigen Champions League belegen. Und dann ist da noch der VfB Stuttgart, „der sich noch vor nicht allzu langer Zeit im Abstiegskampf und in der zweiten Liga befand“, weiß Günther. „Manchmal braucht man diesen Moment. In Stuttgart war es der Trainerwechsel.“ Dank Cheftrainer Sebastian Hoeneß konnte der VfB ein weiteres Desaster in der zweiten Liga verhindern, die Schwaben wurden Vizemeister, Spitzenklub und DFB-Pokalsieger. Das verlangt Ginter Respekt ab. Und der Routinier glaubt, dass für den HSV in naher Zukunft etwas Ähnliches möglich ist.

    Ginter über den HSV: „Mit Leihen haben sie viel gemacht“

    „Natürlich haben sie jetzt viel mit Leihen gemacht“, sagt Günther über die Hamburger Top-Neuzugänge mit Luka Vuskovic, Fabio Vieira und Co. Diese Leihgeschäfte werden dem HSV in der nächsten Saison wohl nichts bringen. Doch Günther weist auf die guten Bedingungen im Volkspark hin: „Natürlich sind die als Stadt, als Verein, als Stadion wirklich großartig.“ Und da sich in der Bundesliga „alles sehr schnell entwickelt“, sieht er es für möglich, dass sich strukturell starke Traditionsvereine wie der HSV schnell in höheren Tabellenregionen etablieren können.

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    Günters letzter Satz im Podcast: „Wenn die richtigen Leute da sind, ein bisschen selbst in die Hand nehmen und am Ende die richtigen Entscheidungen treffen, dann ist es möglich, dass wir zumindest ein bisschen Kontakt zu Europa haben, vor allem in der Bundesliga.“ Dies ist dem SC Freiburg gelungen. Bald wieder HSV?

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