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WKO-Rücklage: 2 Milliarden Euro, die jeder haben will

    WKO-Rücklage: 2 Milliarden Euro, die jeder haben will

    Die Handelskammer geriet in große Unruhe und konnte sich seit dem erzwungenen Rücktritt von Präsident Harald Maher nicht mehr gegen Reformforderungen wehren. Von allen Seiten prasselt die Pflichtvertretung der von ÖVP-Wirtschaftsverbänden dominierten Unternehmen ein. Auch Bundeskanzler und ÖVP-Vorsitzender Christian Stocker machte deutlich, dass er mit einer Neuaufstellung rechne.

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    Die FPÖ geht bei der Reform voran und will das Thema in der aktuellen Stunde im Nationalrat am Mittwoch angehen. Mithilfe einer Online-Petition setzt sie sich für die Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft, Nullgehälter für Beamte, Lohnkontrollen für Spitzenverdiener sowie eine schwache Infrastruktur und die Direktwahl des WKO-Präsidenten ein.

    Dünne Struktur, weniger Geld für Führungskräfte und Besserverdiener

    Neos-Klubobmann Yannick Shetty, dessen Partei gemeinsam mit ÖVP und SPÖ regiert, drängt auf die Abschaffung der Kammerabgabe 2 und will ab Juli Beamtengehälter und Kammerpersonalgehälter um mehr als 4,2 Prozent erhöhen. Der neue Chef des SPÖ-Wirtschaftsverbandes, der Kärntner Tourismusexperte Bernd Hintereger, will „die größte und umfassendste WKO-Reform aller Zeiten“. Sabine Jungwirth, die neu bestätigte Leiterin der Green Economy, plädiert für eine schlankere Struktur und mehr Rücksichtnahme auf die Interessen von Ein-Personen-Unternehmen, die 60 Prozent der Mitglieder ausmachen.

    Auch Neos und Grüne fordern weitreichende Maßnahmen. Gemeinsamer Nenner aller Parteien ist die Entlastung der Unternehmen durch Reduzierung bzw. Wegfall der auf die Zahl der Beschäftigten ausgerichteten Kammerumlage 2, wobei Arbeitgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds als Bemessungsgrundlage dienen. Die Höhe der Kammerumlage 2 variiert je nach Bundesland und umfasst den Bundeskammeranteil und den Landeszuschlag.

    Im Vergleich dazu ist die Kammerumlage 1, die sich an der Summe der Vorsteuern orientiert, relativ unumstritten. Im Jahr 2024 erwirtschafteten die WKO und die Landeskammern aus diesen beiden Einnahmequellen insgesamt 686 Millionen Euro.

    Was sind 2 Milliarden Euro?

    Auch in der gesamten Reformdebatte spielen die erheblichen Vorbehalte der WKO eine zentrale Rolle. Das beläuft sich auf insgesamt 2 Milliarden Euro für die Kammern des Bundes und der Länder sowie 693 Fachorganisationen. Nach Angaben der WKO sind zwei Drittel dieses Betrags an Kapital gebunden, beispielsweise in Form von Immobilien für Ämter, Bezirksämter, Außenhandelszentren oder WLAN-Bildungseinrichtungen sowie Rücklagen in Facheinrichtungen. Ob darunter auch nicht betriebsnotwendige Sachanlagen fallen, blieb am Montag unbeantwortet.

    Von den verbleibenden 780 Millionen Euro an Rücklagen entfallen 301 Millionen Euro auf die sogenannte Schwankungsrücklage, die als Liquiditätspuffer für plötzlich auftretende Notfälle oder Notfälle dient und in etwa den jährlichen Sach- und Personalkosten der Kammer entspricht; Die restlichen 479 Millionen Euro wurden laut WKO den zweckgebundenen Rücklagen zugeführt. Letzteres umfasst gesetzlich vorgeschriebene Rückstellungen sowohl für nicht in Anspruch genommene Urlaubs- oder Abfindungen als auch für Vorsorgemaßnahmen für geplante Investitionen.

    Viele Forderungen, aber noch keine Pläne

    Die Forderung, die vielbeschworene WKO-Reserve von über 2 Milliarden Euro freizugeben, schrumpft bei realistischer Betrachtung deutlich. Eine Schwankungsrückstellung in Höhe von 301 Millionen Euro und ein nicht bekannter Teil der gebundenen Rückstellungen in Höhe von 479 Millionen Euro stehen vor allem für Prämienverbilligungen zur Verfügung. Hinzu kommen Mittel aus echten Sparmaßnahmen, etwa bei den Gehältern von Beamten unterhalb des Präsidenten und durch eine schwache Struktur.

    Von einem geordneten Reformprozess ist allerdings noch nichts zu spüren. Nach Mahers Rücktritt und der zwischenzeitlichen Amtsübernahme durch die frühere Vizepräsidentin Martha Schultz ging es in vielen Staatskammern turbulent und hektisch zu. Wie beschrieben, mangelt es nicht an Reformideen, es fehlt ein schlüssiger Plan.

    Aber wie sieht es mit anderen Kammern mit Pflichtmitgliedschaft aus? Es ist möglicherweise nur eine Frage der Zeit, bis die lauten Stimmen für echte Reformen dies erreichen. Am Montag forderte Neuss eine Neuordnung der SPÖ-dominierten Arbeiterkammer.

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