Zweieinhalb Jahre vor dem Wahltermin hat sich der ehemalige burgenländische Landeshauptmann Hans Nissl (SPÖ) letzte Woche als Kandidat für die Bundespräsidentenwahl 2028 beworben. Der aktuelle Präsident von Sport Austria bestätigt sich durch zahlreiche Kontakte im Land. Er will SPÖ-Kandidat werden – oder parteiloser Kandidat mehrerer Parteien, wenn die SPÖ ihn nicht will. Für die Bundes-SPÖ kommt die Ankündigung zur Unzeit: In wenigen Tagen wird der Parteivorstand entscheiden, ob Andreas Babler beim Parteitag im März Oppositionskandidat wird. Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) sicherte seinem Vorgänger seine Unterstützung für den Fall seiner Kandidatur zu, während SPÖ-Bundesparteichef Andreas Bebler zurückhaltend reagierte. Wir werden „zu gegebener Zeit“ über den Kandidaten sprechen.
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Auf die Frage von Martin Thur, warum Nissl genau diesen Zeitpunkt gewählt habe, um seine Kandidatur vorzeitig bekannt zu geben, begründete Nissl dies mit „erheblicher Vorarbeit“. Es handele sich um „keine SPÖ-Initiative“, sondern um eine Volksinitiative. „Ich bin Realist“, sagte Nissl auf die Frage, ob er nicht mit der Unterstützung der SPÖ rechne. Teile der Sozialdemokraten hätten sich bereits nach der Flüchtlingsfrage 2015 „aggressiv“ gegen ihn verhalten, eine Unterstützung seiner Partei sei daher nicht notwendig gewesen. Nissle wirft der „Links-Links-Politik“ der Babler-SPÖ unter anderem mangelnde Verortung vor. Man müsse die Wirtschaft stärken, Arbeitsplätze und Wohlstand erhalten und den Mittelstand stärken – Leistung müsse neu bewertet werden, sagt Nissl. Wahlergebnisse, aber jede aktuelle Umfrage zeigt, dass die Menschen unzufrieden sind.
Um die Kosten des Wahlkampfs zu decken, will Niessl „auf Spenden angewiesen sein“. Tatsache ist, dass er als überparteilicher Kandidat nicht unbedingt selbst Geld aufbringen muss: „Ein Parteikandidat muss die Interessen der Partei vertreten; wenn man andererseits von einer überparteilichen Plattform nominiert wird, muss man in erster Linie dem Volk dienen und nur dem Volk gegenüber Rechenschaft ablegen.“
Nissl wollte nicht verraten, wen er in der Stichwahl zur Bundespräsidentenwahl 2016 gewählt hat – Alexander van der Bellen oder Norbert Hofer – und forderte Wahlgeheimnis.
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