PSG-Fans feiern ihren Champions-League-Triumph. Foto: IMAGO/Middle East Images
890 Festnahmen nach dem Triumph von Paris – Macron kategorisch: „Genug ist genug!“
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die gewalttätigen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem Champions-League-Triumph von Paris Saint-Germain scharf verurteilt. „Ich möchte mich nicht daran gewöhnen“, sagte Macron bei der Ehrung des Teams im Elysee-Palast.
Als Reaktion kündigte er harte Maßnahmen an. „Das ist kein Fußball, das ist kein Sport, das ist nicht das, was wir lieben. Wir werden kompromisslos gegenüber denen sein, die erwischt wurden“, sagte Macron laut der Agentur AP. „Wir wollen nicht, dass so etwas noch einmal passiert. Es ist vorbei. Wir haben genug. Das muss ein Ende haben.“
Nach dem Endsieg in Paris: Viele Verletzte in Frankreich
Laut einem Zwischenbericht von Innenminister Laurent Nunes wurden landesweit bereits 890 Menschen festgenommen. Zudem wurden bei den Einsätzen 57 Polizisten verletzt. Im Vergleich zu einer vergleichbaren Veranstaltung im letzten Jahr entspricht dies einer Steigerung von rund 30 Prozent. Die Behörden gehen davon aus, dass sich die Zahlen im Zuge weiterer Bewertungen ändern könnten.
Einen Tag nach dem Finalsieg über den FC Arsenal in Budapest wurde das Team wieder in Paris in der Nähe des Eiffelturms willkommen geheißen. Berichten zufolge versammelten sich zahlreiche Anhänger friedlich am Champ de Mars und feuerten die Mannschaft um Kapitän Marquinhos und Trainer Luis Enrique an.
In der Nacht zuvor kam es in rund 15 Städten zu Zwischenfällen, in Rennes, Straßburg, Clermont-Ferrand und Grenoble kam es zu Raubüberfällen. „Es gab feierliche Demonstrationen, begleitet von einer Reihe von Ausschreitungen, was der Situation entspricht, die wir erwartet und daher vorhergesagt haben. Diese Ausschreitungen sind absolut inakzeptabel“, erklärte Nunes.
Rund um die Champs-Élysées eskalieren die Unruhen
Vor allem rund um die prächtigen Champs-Élysées, wo sich Tausende Menschen versammelt hatten, eskalierte die Lage: Mehrmals gerieten Vermummte und Einsatzkräfte aneinander, Granaten und Tränengas kamen zum Einsatz. Auf Videos in den sozialen Medien war zu sehen, wie Autos brannten, Barrikaden errichtet und Feuerwerkskörper auf Menschen abgefeuert wurden.
Das Budapest-Spiel wurde per Public Viewing im Parc des Princes übertragen. Französischen Medien zufolge war das Stadion fast voll und fasste rund 40.000 Zuschauer. In Paris waren rund 8.000 Polizisten im Einsatz, im ganzen Land insgesamt 22.000.
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Die Szenen erinnerten an die Ausschreitungen nach dem Champions-League-Triumph im vergangenen Jahr. Damals gab es zwei Tote, knapp 200 Verletzte und 559 Festnahmen. Die Behörden zählten außerdem fast 700 Brände, bei denen es hauptsächlich um Autos ging. Am Rande der Feierlichkeiten kam es vor allem in Paris zu Ausschreitungen. (dpa/force)
