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Leitartikel: Russlands Rückkehr auf die internationale Sportbühne

    Leitartikel: Russlands Rückkehr auf die internationale Sportbühne

    Vor knapp zwei Wochen endeten die Olympischen Spiele in Verona, heute beginnen an diesem historischen Ort die Paralympics. Eine Eröffnung, die teilweise historische Dimensionen hat. Weniger, weil es so außergewöhnlich sein wird, sondern vielmehr, weil Russland und Weißrussland im Rahmen der Eröffnung zum ersten Mal seit der russischen Invasion in der Ukraine, die gerade in ihr fünftes Jahr geht, wieder offiziell auf der internationalen Sportbühne präsent sein werden – mit einer Flagge und einer Hymne. Der Teilnahme vorausgegangen war eine Abstimmung der Generalversammlung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), die mit 91:77 für einen Neustart stimmte.

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    Trotz des Erfolgs der langjährigen Arbeit und Lobbyarbeit Russlands hinter den Kulissen basieren selbst demokratische Entscheidungen manchmal auf falschen Fakten. Die russische Lobbyarbeit war erfolgreich; Bei mehr als 160 wahlberechtigten Nationen ist klar geworden, dass für die meisten Menschen der Krieg in der Ukraine weniger wichtig ist als ihr eigenes gutes Verhältnis zu Wladimir Putin. Es war daher möglich, dass beispielsweise die Paralympics anders funktionierten als das Internationale Olympische Komitee (IOC), wo nur 15 Mitglieder der Exekutive das Stimmrecht zu diesem sensiblen Thema hatten. Der IPC tat sich damit jedoch nur bedingt einen Gefallen: Auch Österreich schloss sich gestern Abend dem Boykott an, nachdem acht Länder aus Protest ihre Teilnahme an der Eröffnungsfeier abgesagt hatten.

    Die Entscheidung des IPC war ohnehin bedeutsam: Der Sport für körperlich Behinderte hat sich in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt und ist heute ein kommerzieller Erfolg. Putin hat sich kaum darum gekümmert, dass ihn seine endgültige Aufnahme in den olympischen Zyklus auch an den olympischen Frieden bindet. Seit 2014 hat Putin praktisch alle vier Jahre zunächst seine Besatzung ausgeweitet und dann innerhalb weniger Tage nach den Spielen schrittweise seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgeweitet. Ein Beispiel, das Schule zu machen scheint. Diesmal griffen Amerika und Israel den Iran in der Pause zwischen den Olympischen und Paralympischen Spielen an.

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    Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Paralympics als Vorbild für Russland als Plattform der Wiedervereinigung dienen werden. Russland sieht die Wiedervereinigung bereits als Vorbild, andere Organisationen wehren sich noch immer erfolgreich dagegen. Aber Russland bereitet weiterhin den Boden vor, nutzt den Sport für seine diplomatischen Zwecke und setzt sich weltweit dafür ein, dass die Welt den Krieg gegen die Ukraine nicht länger verurteilt und ihn, wenn nicht sogar duldet, so doch zumindest toleriert. In diesem Zusammenhang ist die heutige Eröffnung in Verona tatsächlich ein Stück Geschichte: Zumindest verabschiedet sich das IPC von der Illusion, die Spiele seien eine Zeit des Friedens.

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