Jamal Musiala (2. rechts) bejubelt seinen Elfmetertreffer zum 3:0 für den FC Bayern gegen Gladbach. Foto: imago/kolbert-press
Auch ohne Kane! Der FC Bayern schlägt Gladbach – macht sich aber erneut Sorgen um Neuer
Auch ohne seinen 30-Tore-Superstürmer Harry Kane lässt sich der FC Bayern München seine Bundesligaziele nicht verderben. Der Rekordmeister feierte beim 4:1 (2:0)-Sieg gegen den abstiegsbedrohten Borussia Mönchengladbach sein nächstes Gegentor und den Aufstieg in die nächste Liga. Allerdings wurde die Euphorie in München etwas gedämpft – denn es gibt neue Sorgen um den ehemaligen Nationaltorwart Manuel Neuer.
Der 39-Jährige, der zuletzt wegen eines Muskelfaserrisses pausieren musste, stand zum ersten Mal im Tor der Bayern. Doch zur Halbzeit musste Neuer erneut ausgewechselt werden und wurde durch Ersatztorwart Jonas Urbig ersetzt. Es war zunächst unklar, ob es sich lediglich um eine Vorsichtsmaßnahme handelte oder ob sich die Verletzung erneut verschlimmert hatte. „Ich glaube nicht, dass es besonders schlimm ist“, stellte Leon Gorecka später klar.
Beim FC Bayern hielt Neuer nur eine Halbzeit durch
Trainer Vincent Kompany nahm insgesamt sieben (!) Auswechslungen vor und schonte viele Stars für das kommende Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel gegen Atalanta Bergamo (Dienstag, 21 Uhr). Allerdings musste er eines tun: Superstar Harry Kane stand zum ersten Mal in dieser Saison nicht im Bayern-Kader. Für den besten Torschützen, der das Spiel nach einem Schlag an der Wade von der VIP-Loge aus verfolgte, drehte sich Nicholas Jackson in der Angriffsreihe.
Doch der Rekordmeister bewies schnell, dass er sich nicht auf Kane verlassen musste, um Tore zu schießen. Nachdem die zunächst dominanten Bayern zahlreiche Chancen ausließen und ein Tor von Lennart Karl (10.) zu Recht wegen Abseits nicht anerkannt wurde, brachten Luis Diaz (33.) und Konrad Leimer (45.+1) ihre Dominanz endlich auf die Anzeigetafel. Gladbach hatte zu diesem Zeitpunkt keine Chance mehr. „Dass wir noch vor der Halbzeit ein zweites Tor geschossen haben, ist extrem ärgerlich“, beklagte sich Nico Elvedi. „Das darf uns nicht passieren. Wenn wir 0:1 in die Pause gehen, ist alles möglich.“
Gladbachs Kapitän Reitz wird mit einer Roten Karte vom Platz gestellt
Aber heute Abend war nichts möglich. Und in der 55. Minute wurde es für die Borussia ganz schlimm. Jackson kam in der Gästebox ins Ziel, wurde aber von Kapitän Rocco Reitz am Oberkörper aufgehalten. Als Torwart Moritz Nicolas den Schuss parierte, sprach Schiedsrichter Robert Schröder den Bayern einen Elfmeter zu – und eine klare Rote für Reitz. Eine schwere Entscheidung, die zu heftigen Protesten der Gladbacher führte. „Es gibt schon Kontakt. Das ist schwer zu beurteilen“, gab Elvedi nach dem Schlusspfiff ehrlich zu. Trainer Eugene Polanski fügte hinzu: „Es ist zweifellos ein Elfmeter. Ich finde die Rote Karte einfach grausam. Aber wir haben heute nicht wegen des Schiedsrichters verloren.“
Auch ein Sprecher von DFB-Schiedsrichter Alex Feuerherd verteidigte die umstrittene Entscheidung. „Weil es ein Hold war, hat er es als nicht ballorientiert eingestuft“, kommentierte Feuerherd die Szene bei Sky. Seine Begründung: „Es wurde auch eine klare Torchance vereitelt. Deshalb ist es rot.“ Es hatte keinen Sinn zu protestieren, aber es gab trotzdem eine Rote Karte und einen Elfmeter. In Abwesenheit von Kane verwandelte Musiala sicher vom Elfmeterpunkt (57.). „Ich habe es ziemlich gut gemacht“, scherzte der Torschütze.
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Natürlich war das Spiel inzwischen vorbei. In den meisten Fällen ließ der Bayern-Kompany-Trainer am Ende viele junge Spieler zum Einsatz kommen, darunter Maikon Douglas Cardozo (17/Debüt) und David Santos Daiber (19/zweites Bundesligaspiel). Und dann konnte sich auch Kanes Vertreter Jackson über seinen Treffer freuen, der in der 79. Minute zum 4:0 führte. Allerdings erzielte der ebenfalls erst 17-jährige Wael Mohya kurz vor Schluss den Ehrentreffer für Gladbach (89.).
