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Nach Verstappens Dauerfeuer: Formel-1-Regeln werden überprüft

    Nach Verstappens Dauerfeuer: Formel-1-Regeln werden überprüft

    Max Verstappen ist einer der größten Kritiker der neuen Formel 1 (Archivfoto). Foto: IMAGO / ANP

    Nach Verstappens Dauerfeuer: Formel-1-Regeln werden überprüft

    Nach heftiger Kritik von Stars wie Max Verstappen erwägt der Weltverband rasche Änderungen der neuen Regeln der Formel 1. Erste Maßnahmen könnten bereits Ende des Monats in Kraft treten.

    Unter dem Druck einer jammernden Fraktion im Fahrerlager um Max Verstappen erwägt der Weltverband eine rasche Kurskorrektur im neuen Reglement der Formel 1. Die Debatte über den mangelnden Spaßfaktor der neuen Motorenformel und den Imageschaden der Rennserie führt schon vor dem zweiten Saisonlauf am Sonntag (8 Uhr/Sky) in Shanghai zu Gegenmaßnahmen der Regelhüter. „Wir haben noch ein paar Asse im Ärmel, die wir nicht vor dem ersten Rennen als überstürzte Reaktion präsentieren wollten und die wir nach China mit den Teams besprechen werden“, sagte Nicolas Tombazis, Direktor des Internationalen Automobilverbandes FIA.

    Seit dem Saisonstart letzte Woche in Melbourne wird unter Fahrern, Teams, Funktionären und Fans heftig über die radikale Behandlung diskutiert, die die Formel 1 für dieses Jahr verordnet hat. Weg vom Vollgasfahrer, hin zum Energiemanager, der seine Rennstrategie und Überholmanöver clever per Batteriestrom plant. Die Leistung beziehen die Motoren nur zu gut 50 Prozent aus dem Verbrennungsmotor und zu knapp 50 Prozent aus der Batterie, die Runde für Runde wieder aufgeladen werden muss.

    Mercedes als Gewinnbringer: George Russell empfiehlt „abwarten“

    „Du kannst einen kleineren Unterschied machen. Je mehr du Gas gibst und je später du aufhören willst, desto schlimmer ist es für dich“, begründete der viermalige Weltmeister Verstappen seinen Unmut über die Reform. Wie viele seiner Kollegen versuchte der Niederländer immer wieder, es mit dem Videospiel „Mario Kart“ zu vergleichen und scherzte, dass er nun, um Geld zu sparen, auf einer Spielekonsole statt auf einem Simulator trainiere. In Shanghai versicherte der Red-Bull-Star zudem: „Es gibt einige einfache Lösungen. Die FIA ​​muss sie nur für den Batteriekram genehmigen.“ Verstappen sagte, er habe eine Reihe von Ideen mit den Aufsichtsbehörden besprochen. „Letztendlich ist mein Vorschlag für alle besser, weil er den Rennsport einfach besser macht. Es geht nicht darum, was ich will – es geht darum, was für den Sport besser ist“, sagte er.

    Eigentlich wollten die Macher der Rennserie schnelle Änderungen des neuen Reglements vermeiden. „Das Schlimmste wäre, wenn wir etwas ändern und es noch schlimmer machen würden“, warnte Williams-Teamchef James Vowles. Mercedes-Pilot George Russell sagte: „Wir müssen ihm mehr Chancen geben.“ Das für viele Zuschauer unterhaltsame Überholchaos in Australien wird sich in China nicht wiederholen und auch nicht der Eindruck entstehen, dass es insbesondere an den schnellsten Stellen der Strecke mehr um das Aufladen der Batterie als um die Höchstgeschwindigkeit geht.

    George Russell fährt den Mercedes-Boldien beim Großen Preis von Australien auf den ersten Platz.

    „Wir müssen warten, bevor wir vorschnelle Entscheidungen treffen“, sagte Russell. Allerdings führt der Brite nach seinem ersten Sieg die Weltmeisterschaft an und gibt auch in China klar das Tempo an der Spitze vor. Mercedes hat die beste technische Lösung für die neuen Regeln gefunden. Kein Wunder, dass der 28-Jährige keine Lust auf schnelle Veränderungen hat.

    Fernando Alonso: „Die Herausforderung ist vorbei“

    Viele Konkurrenten sehen das anders. Titelverteidiger Lando Norris beklagte, dass der jetzt erforderliche Fahrstil „nicht dem entspricht, was uns jemals beigebracht wurde und wahrscheinlich auch nicht unbedingt dem entspricht, was wir als Kinder tun wollten“. Wie Routinier Fernando Alonso fehlt dem McLaren-Pilot der Mut, wenn es um die schnellsten Streckenabschnitte geht.

    „In der Formel 1 gab es schon immer bestimmte Kurven, die die Grenzen der Physik beim Durchfahren dieser Kurven herausfordern, und der Fahrer musste sein ganzes Können einsetzen und manchmal auch mutig sein. Diese Herausforderung hat er gemeistert. Jetzt nutzt man die Kurven, um die Batterie aufzuladen, nicht um Zeit zu gewinnen“, erklärte Alonso.

    Auch wenn es beim Anfahren oder in anderen schwierigen Situationen durch den Elektro-Boost plötzlich zu großen Geschwindigkeitsunterschieden kommt und Unfälle böse enden können, bestehen Sicherheitsbedenken. Alpine-Fahrer Franco Colapinto wäre auf den ersten Metern in Melbourne beinahe mit dem Auto von Liam Lawson gekracht, weil er sich am Start mit einer fast leeren Batterie nicht bewegen konnte. „Der Start ist im Moment eine Lotterie“, sagte Colapintos Teamkollege Pierre Gasly.

    Schon weniger Elektroschub in Japan?

    Ein neuer Überholmodus mit zusätzlichem Schub mache Rennwagen bis zu 60 km/h schneller, meinte Williams-Fahrer Carlos Sainz und fand ihn zu künstlich. „Für mich gehört es einfach nicht zur DNA des Sports“, betonte der Spanier.

    Die FIA ​​werde die Frage des Energiemanagements auf den Prüfstand stellen, versicherte Oberfunktionär Tombazis dem Fachportal „The Race“. Ein möglicher erster Schritt wäre die Reduzierung des maximalen elektrischen Schubs. Es heißt, dass die Maßnahme sogar beim Rennen in Japan Ende März greifen könnte.

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    Danach kann es unerwartet Zeit für weitere Anpassungen geben. Die beiden für April geplanten Grand Prix in Bahrain und Saudi-Arabien müssen wegen des Krieges im Iran abgesagt werden. (dpa/trh)

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