Denise Undav möchte weiterhin für den WM-Kader empfohlen werden. Foto: imago/kolbert-press
Wegen Aussagen zu Undav: Der ehemalige HSV-Star übte scharfe Kritik an Nagelsmann
Siegtreffer gegen Ghana, Diskussionen über seine Rolle in der DFB-Auswahl: Denise Undav berichtet jetzt von einem Gespräch mit dem Bundestrainer. Die Kritik kommt von zwei ehemaligen Nationalspielern.
Deniz Undav sieht keine Unterschiede zu Julian Nagelsmann, doch zwei ehemalige Fußball-Nationalspieler haben den Bundestrainer für seine öffentlichen Äußerungen über den Stuttgarter Stürmer kritisiert. „Ich kenne in der Vergangenheit keinen Bundestrainer, der seine eigenen Spieler so verunglimpft hätte. Das ist für mich absolut neu“, sagte der ehemalige HSV-Profi Markus Babel in der Doppelpass-Talkshow von Sport1 TV: „Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals ein Bundestrainer einen Spieler öffentlich so an die Wand genagelt hätte.“
Auch Stefan Effenberg zeigte in diesem Fall kein Verständnis für Nagelsmanns Kommunikation. Der 35-fache Nationalspieler sagte, es sei für ihn „irritierend“: „Über so einen Top-Stürmer kann man nicht reden.“ Und grundsätzlich nicht für irgendeinen Spieler aus der eigenen Mannschaft. Nagelsmann habe sich selbst unter Druck gesetzt und dem Spieler keinen Gefallen getan, sagte der gebürtige Hamburger: „Am Ende verschenkt man.“
Das hat Nagelsmann über Undav gesagt
Nagelsmann sorgte mit Äußerungen über den 29-Jährigen auf der Pressekonferenz nach dem 2:1-Sieg des DFB-Teams gegen Ghana, bei dem Undav den späten Siegtreffer erzielte, für Aufsehen. „Er setzt sich mit seinen Aussagen unter Druck, deshalb ist das für mich kein Problem. Sobald er anfängt, weniger Tore zu schießen …“, sagte Nagelsmann, ohne den letzten Satz zu Ende zu bringen. Der Bundestrainer deutete zudem an, dass der 18-malige Toptorschütze der Liga in dieser Saison bei der WM voraussichtlich nicht über eine Wildcard-Rolle hinauskommen wird.
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„Ich habe am nächsten Tag mit dem Bundestrainer telefoniert. Wir haben alles geklärt“, sagte Undav nach der 0:2-Niederlage im Bundesliga-Oberligaspiel gegen Borussia Dortmund im Aktuellen Sportstudio des ZDF. „Ich versuche, mein Bestes für die WM zu geben, damit ich dabei sein kann. Wir sind eins, wir sind ein Land, egal ob ich eine Minute oder 90 Minuten spiele – ich werde immer mein Bestes geben und versuchen, der Mannschaft zu helfen“, fügte der VfB-Stürmer hinzu.
Undav: Weiß die Aussagen des Bundestrainers einzuordnen
Das wisse der Bundestrainer, erklärte Undav. Er versucht, auf seiner Leistung aufzubauen, um sich für den Kader der Weltmeisterschaft zu bewerben, die am 11. Juni in den USA, Kanada und Mexiko beginnt. „Ich bin ruhig, ich weiß das einzuordnen, also ist zwischen Herrn Nagelsmann und mir alles in Ordnung“, sagte Undav. (dpa/tb)
