Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni gehört zu den europäischen Herrschern, die gute Beziehungen zu Washington haben. Zumindest bis jetzt. US-Präsident Donald Trump hat sie mehrfach gelobt und sie auch als „wunderbare Frau“ bezeichnet, mit der er sehr gut zusammenarbeiten kann.
Hinterlassen Sie eine Anzeige
Im Gegensatz dazu blieb Maloney Trump gegenüber zurückhaltend, betonte aber immer wieder die Gemeinsamkeiten seiner politischen Ansichten. Es steht auch für gesellschaftspolitisch konservative Positionen in Migrationsfragen und einen harten Kurs für die nationale Souveränität. Kurz gesagt: Wir haben uns verstanden.
Schiedsgerichtsbarkeit in Grönlandangelegenheiten
Das „Time“-Magazin nannte Maloney deshalb den „Trump-Flüsterer“. Er war der einzige EU-Regierungschef bei Trumps Amtseinführung Anfang 2025. Etwa ein Jahr später, als der Streit um Grönland zwischen den USA und Europa eskalierte, bot sich Italien als Vermittler an. Die Beziehungen zwischen Rom und Washington schienen so eng, dass in Frankreich wachsende Befürchtungen aufkamen, Maloney könnte im Zollkonflikt einen Alleingang antreten.
Doch was verbindet, kann auch trennen. „America first“ und „Italy first“ sind Konzepte, die einander widersprechen können. Dies wurde bei der Frage der Zölle deutlich. Aber Maloney hat sich immer klar auf die Seite der Ukraine und der NATO gestellt. Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran in diesem Jahr signalisierten einen Bruch.
Maloney kritisierte den Krieg und verteidigte den Papst auch gegen Angriffe der US-Regierung, die die Äußerungen Leos XIV. als direkte Kritik an Trump interpretierte. Trump reagierte verärgert. Er sei „schockiert“ über Maloney und warf ihr mangelnde Unterstützung vor. Die USA wollten als Zwischenstopp einen Militärstützpunkt auf Sizilien errichten, doch Italien lehnte dies ab.
Der G7-Gipfel und seine Ergebnisse
Der G7-Gipfel in Evian markierte einen Höhepunkt der Krise in den Beziehungen. Trump reagierte auf herablassende Kommentare in einem Interview, dass Maloney in einem Post in den sozialen Medien um das Foto gebeten hatte, als „eingebildet“. Sie zeigte sich fassungslos über das Verhalten des US-Präsidenten und stellte klar: „Ich und Italien betteln nie.“
Trump legte mit seinem Kurznachrichtennetzwerk „Truth Social“ nach. Nachdem Amerika den Iran militärisch besiegt hatte, schrieb der US-Präsident: „Er (Maloney) möchte wieder Freunde sein, um seine Umfragewerte zu verbessern. Nein danke!!!“ Der Premierminister ließ diese Angelegenheit nicht unbeantwortet. Sie postete auf Instagram: „Diese ständigen, unprovozierten Angriffe sind sinnlos.“ Und weiter: „Meine Popularität geht Sie nichts an. Ich rate Ihnen, sich auf sich selbst zu konzentrieren.“ Sie äußerte sich auch zu Trumps Vorwürfen gegenüber US-Militärstützpunkten: „Ihre Nutzung unterliegt Vereinbarungen, die wir immer respektiert haben. Sie werden nicht verletzt, solange ich Premierminister bin. Italien ist eine souveräne Nation.“
Hinterlassen Sie eine Anzeige