Tabellenführer auf St. Pauli: Kapitän Jackson Irvine gehört zu den erfahrenen Spielern im Kader von Trainer Alexander Blessin. Foto: WITTERS
„Zurückschlagen“: St. Pauli wehrt sich im Saisonfinale gegen die Angst
Auch wenn sich der neutrale Fußballfan keine spannendere Ausgangslage für den Kampf um die Abstiegsplätze hätte wünschen können, würde der FC St. Pauli einem solchen Drama gern entgehen. Am Samstag (15:30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) steht gegen Wolfsburg alles auf dem Spiel. Spannung ist unvermeidlich und Spannung ist unvermeidlich Alarm nicht unwahrscheinlich. Doch davon wollen sich Trainer Alexander Blessin und sein Team im Saisonfinale nicht abhalten lassen.
„Die Angst kommt einem in die Quere“, sagte Blessin am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Duell mit dem Tabellennachbarn Wolfsburg und betonte: „Und deshalb wollen wir ihn verdrängen.“ Das ist nicht so einfach, denn angesichts der Brisanz und Bedeutung des Spiels ist es absolut menschlich und verständlich, und der Trainer macht daraus kein Hehl: „Das können wir nicht bestreiten.“
St. Pauli startet aus der schlechtesten Ausgangslage
Dass die letzten drei Mannschaften bei nur noch einem verbleibenden Spiel punktgleich sind, ist ein Novum in der Bundesliga. Dass St. Pauli mit der schlechtesten Ausgangsposition ins Rennen geht, macht die Lage für Braun-Weiß noch prekärer. Von einer aussichtsreichen Position zu sprechen, wäre beschönigend. Schließlich muss man nicht nur sein eigenes Spiel gewinnen, sondern auch in Heidenheim auf Mainz hoffen. Die Menschen in der Nachbarschaft sind weiterhin optimistisch: „Selbst wenn wir von der schlechtesten Position und dem 18. Tabellenplatz starten, haben wir eine Chance, den Abstiegsplatz zu räumen“, sagte Blessin. „Wir wollen das Spiel gewinnen, wir müssen das Spiel gewinnen.“
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Das Ziel ist der 16. Platz und dementsprechend zwei weitere Spiele. Für ihn noch spielen zu können, sei eine „Chance“. Aber der Druck ist unvermeidlich. Wie haben sich seine Profis geschlagen? „Jeder Spieler muss individuell betrachtet werden“, erklärte Blessin. „Wenn ich mit Jaco (Irvine, Redakteur) rede, entschädigt er, ich merke überhaupt keine Nervosität.“
Der Kapitän macht ohnehin schon seit Wochen Fortschritte. Anderen geht es auch so: „Einige Spieler haben solche Situationen schon erlebt“, sagte Blessing und nannte als Beispiel Tomoya Ando, der den Abstiegskampf aus seiner Zeit in Japan bestens kennt. Ein weiteres Beispiel auf St. Pauli ist der plötzlich wieder wichtige Louis Opie, der aus seiner Zeit in Bielefeld „Finale“ kennt – allerdings solche, bei denen es viel zu gewinnen gab.
Einige Spieler müssen entlassen werden
Doch das gilt nicht für alle seine Schützlinge: „Es gibt natürlich auch andere Spieler, bei denen man das Gespräch sucht und versucht, ein bisschen Lockerheit und dann noch etwas Schärfe reinzubringen, das wird wichtig sein.“
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Am Ablauf und der Vorbereitung auf das Spiel werde sich „nichts ändern“, sagte der 52-Jährige: „Und ich denke nicht allzu viel darüber nach.“ Zuletzt gab es Motivationsmaßnahmen der St. Pauli-Fans, insbesondere der Ultras. Und er verriet, dass es eine kleine besondere Motivation geben wird: „Wir planen, eine Kleinigkeit aus der Medienabteilung zu zeigen.“
