Der Wolfsburger Joachim Maele (M.) wurde bereits nach 14 Minuten mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz gestellt. Foto: IMAGO / Ulrich Hufnagel
Wolfsburg sieht Rot! Auch Paderborn steigt dank Bilbia auf – ein Glücksfall für den HSV
Alles-oder-Nichts-Debakel: Der VfL Wolfsburg ist in der Relegation kläglich gescheitert und muss den bitteren Abstieg in die 2. Liga antreten. Dort treffen die Wölfe in der kommenden Saison auf den FC St. Pauli. Der SC Paderborn hingegen feierte und kehrte ins Oberhaus zurück.
Das Team von VfL-Trainer Dieter Hecking verlor das heiße Rückspiel in Paderborn nach wiederholter 1:2-Niederlage (1:1, 1:1) nach Verlängerung und scheidet nun zum ersten Mal seit 1997 aus der höchsten Spielklasse aus. Eine sehr schwache Saison ist unausweichlich zu Ende – der VfL liegt in Trümmern.
Abstieg aus der Bundesliga: Paderborn siegt gegen Wolfsburg
Dzenan Pejčinović (3.) brachte den Favoriten früh in Führung, doch das Tor brachte weder Sicherheit noch Ruhe – Joakim Maele (14.) schwächte sein Team mit einer Gelb-Roten Karte. Wolfsburg stand in Unterzahl dem Außenseiter gegenüber, war aber dennoch hilflos.
Der SCP nutzte zum dritten Mal seine große Chance auf den Bundesliga-Aufstieg. Der frühere HSV-Profi Philippe Bilbia (38.) glich aus, dann sorgte Laurin Kurda (100.) mit einem Tor in der Verlängerung für Jubelstimmung auf der Tribüne.
Mit einer beherzten Leistung sicherte sich Paderborn den Sieg gegen den Favoriten VfL – und die Rückkehr in die Oberliga nach sechs Jahren in der 2. Liga. Bereits im Hinspiel hatte sich der SCP ein 0:0-Unentschieden erkämpft und beim erneuten Aufeinandertreffen in Paderborn war ein ganz früher Rückstand kein Hindernis.
Der HSV bekommt rund 1,5 Millionen Euro mehr an TV-Geldern
„Es wird die ganze Nacht dauern, bis ich es begreife. Ich kann es nicht in Worte fassen. Jetzt ist es an der Zeit, durch die Tabelle zu gehen“, jubelte SCP-Trainer Ralf Kettemann kurz nach dem Schlusspfiff bei Sat.1. Unterdessen wirkte Hecking verzweifelt. Seine Mission, in der Liga zu bleiben, scheiterte.
Der Abstieg der Wolfsburger hat für den HSV einen wirtschaftlichen Vorteil: In der neuen Saison erhalten die Hamburger nun rund 1,5 Millionen TV-Gelder mehr, weil sie neben dem 1. FC Heidenheim und dem FC St. Pauli nun auch den VfL in der TV-Rangliste hinter sich lassen. In der vergangenen Saison kassierten die „Wölfe“ rund 20 Millionen Euro mehr als der Aufsteiger aus dem Volkspark.
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Der HSV verdiente 31,4 Millionen Euro und damit weniger als jeder andere Verein in der Bundesliga. Das Bild wird in Zukunft etwas anders aussehen – auch dank Paderborn. „Die Energie war großartig“, freute sich Bilbia. „Wir drängten und drängten, ein Angriff nach dem anderen.“ Der größte Lohn dafür kam in der Verlängerung. (Seite/Team)
