Nicht viele österreichische Fußballer können von sich behaupten, bei zwei Großveranstaltungen getroffen zu haben. Christoph Baumgartner kann das Gleiche tun, nachdem er EM-Tore gegen die Ukraine (2021) und Polen (2024) geschossen hat. „Das sind wundervolle Momente, die man in seinem Leben nie vergessen wird, sie werden immer bei einem bleiben“, jubelt der Niederösterreicher und sagt im gleichen Atemzug: „Aber natürlich wird mich der EM-Ausstiegskopfball gegen die Türkei immer irgendwo begleiten, und das ist auch in Ordnung. So gibt es Höhen und Tiefen im Leben und vor allem im Sport.“
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Baumgartner erlebt derzeit die Sonnenseiten seines Jobs. Die 13 Saisontore des Deutschen sprechen für sich, dazu kommen neun Assists für Leipzig in der vergangenen Saison in der Bundesliga. „Ich habe Statistiken gesehen, dass es in Europa nur wenige Spieler gibt, die auf meiner Position so viele Punkte erzielt haben“, erklärt der offensive Mittelfeldspieler, der die beste Saison seiner Karriere nicht allein anhand von Zahlen beurteilen möchte. Er hat auch ein sehr gutes Spiel ohne Punkte gemacht, in dem er der Mannschaft in der Defensive etwas geholfen hat.
Es ist diese Kombination aus Konstanz, Fitness und wachsender Reife, die Baumgartner nach seiner teilweise schwierigen Startzeit in Leipzig nun sagen lässt: „Ich sehe mich – zumindest bisher – auf dem Höhepunkt meiner Karriere.“
Ihnen mangelt es an Selbstvertrauen in die Weltmeisterschaft: „Ich freue mich riesig auf das große Ereignis. Ich glaube, der Zeitpunkt könnte für mich persönlich nicht besser sein.
Aber Einzeltore sind im Mannschaftssport Fußball so etwas. Baumgartners Motto: „Meistens gehen Mannschaftserfolg und individueller Erfolg Hand in Hand. Wenn jeder seinen Egoismus ein wenig senken und das Wohl der Mannschaft an die erste Stelle setzen würde, hätten wir alle individuelle Höhepunkte.“
In der Praxis bedeutet das, dass Baumgartner natürlich hofft, auf der Schützenliste für die Weltmeisterschaft zu stehen. „Aber andere Dinge sind wichtiger“, betont der 26-Jährige. „Wenn ich mir vorstelle, dass wir als Team weit kommen und das ganze Land glücklich machen, ist es mir mehr wert, wenn ich in der Auftaktrunde fünf Tore schieße und wir trotzdem irgendwie ausscheiden.“
Wer Erfahrung mit der letzten Europameisterschaft hat, wird sich eigentlich nicht darum kümmern, wer in einem K.-o.-Spiel wie gegen die Türkei das erforderliche Tor schießt – entscheidend ist, dass das Tor geschossen wird. Baumgartner erinnert sich, wie er nach der bitteren Niederlage in Leipzig in den Armen von David Alaba weinte und wie der Real-Star ihn tröstete, indem er ihm sagte, dass die Nationalmannschaft noch ihre Momente haben werde. „Dann ist es etwas Besonderes, dass diese Momente jetzt da sind und wir für sie gearbeitet haben. Niemand hat uns die Chance gegeben, dabei zu sein.“
Die gesamte Fußballnation wünscht sich Momente der Weltmeisterschaft, die sie nie vergessen wird. „Es ist für uns alle ein absolutes Karriere-Highlight“, sagt der 58-fache Teamkollege, für den das, was wir über die Jahre hinweg gemeinsam erlebt haben, das Ganze noch spezieller macht: „Die Gruppe ist wie die letzten beiden Europameisterschaften. Zehn bis 15 Spieler erleben alles. Dann entsteht natürlich eine ganz andere Dynamik.“
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