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Gipfeltreffen in Sladming: Warum die Gesundheitsreform jetzt erfolgreich sein muss

    Gipfeltreffen in Sladming: Warum die Gesundheitsreform jetzt erfolgreich sein muss

    Es handelt sich um nichts Geringeres als die „größte langfristige Haushaltsherausforderung“ für Österreich: die Erhöhung der Staatsausgaben für Gesundheit. Das sagte Fiskalratspräsident Christoph Bedelt am Donnerstag zur Eröffnung des „Österreichischen Gesundheitsforums“ (AHF) in Schladming – und zeigte, wie dringend ein Systemwechsel nötig ist, um diese Kosten in Zukunft irgendwie in den Griff zu bekommen.

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    Die Herausforderungen sind immens, denn: Der demografische Wandel – immer mehr ältere Menschen benötigen mehr Gesundheitsversorgung, während gleichzeitig immer weniger junge Menschen in das System einzahlen – bringt das derzeitige System an seine Grenzen. Demnach werden die Gesundheitsausgaben bis 2070 um 2,6 Prozent des BIP steigen. Das ist weitaus mehr als jeder Anstieg der Ausgaben für Rente oder Pflege.

    Geld muss aus einer Quelle kommen

    Die Bundesregierung hat für dieses Jahr solche Gesundheitsreformen geplant; Die jüngste Initiative kam vom Tiroler Landeshauptmann Anton Mattel, der die staatliche Gesundheitsversorgung übernehmen wollte (mehr dazu lesen Sie hier). Auch Finanzexperte Bedelt bekräftigte in Schladming, dass das Geld aus einer Hand kommen sollte – anders als im aktuellen fragmentierten System, bei dem die Kosten von einem Geber zum anderen zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherung verlagert werden.

    Auch der steirische Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl betonte in seiner Eröffnungsrede, dass er als Landespolitiker mehr Mitspracherecht in der Pflege – also in der Privatpflege – haben wolle. „Als Gesundheitspolitiker kann ich das nicht akzeptieren, wenn es in einer Gemeinde keinen Hausarzt mehr gibt“, sagt Kornhousel. Der Umfang dieses Angebots nimmt vor allem im ländlichen Raum stetig zu (mehr dazu lesen Sie hier).

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    Die Österreicher erwarten eine Verschlechterung des Systems

    Die Österreicher hingegen haben wenig Vertrauen in den Erfolg der Reform: Laut einer repräsentativen AHF-Umfrage glauben 68 Prozent der Befragten nicht, dass die Politik die Herausforderungen im Gesundheitssystem meistern kann. Darüber hinaus glauben 66 Prozent nicht, dass im System Einsparungen erzielt werden können, ohne dass die Dienstleistungen gekürzt werden; Tatsächlich glauben 82 Prozent, dass Leistungskürzungen, höhere Selbstbehalte oder Kosten für das Gesundheitssystem in naher Zukunft wahrscheinlich sind.

    OGK-Vorsitzender Peter MacDonald erklärte in Sledming, dass Dienstleistungen beeinträchtigt werden müssen – wenn wissenschaftliche Beweise, also eine nachgewiesene Wirksamkeit, nicht vorliegen. Und ohne die Eigenverantwortung der Versicherten werde es nicht gehen, sagt der ÖGK-Chef: „In Österreich sind wir mit 13 Arztbesuchen pro Versicherten und Jahr europaweit Spitzenreiter.“ Hier muss man genau hinsehen.

    Patientenmanagement – ​​aber wie?

    Ein zentrales Thema ist das Patientenrouting: Derzeit können sich Patienten in Österreich selbständig dem System zuordnen, das sie für richtig halten. Die AHF-Umfrage zeigt, dass die Idee, nach Abklärung der Gesundheitshotline einen Arzt zu beauftragen, von einer knappen Mehrheit (53 Prozent) unterstützt wird. Für einen schnellen Arzttermin sind 58 Prozent auch bereit, einen bestimmten Behandlungsweg einzuschlagen, beispielsweise die Anmeldung über eine Telefonhotline wie die Gesundheitshotline 1450. Christoph Bedelt sagte in Sledming: „Zur Kontrolle sollte man über ambulante Gebühren nachdenken.“ Landesgesundheitsministerin Ulrich Königsberger-Ludwig wollte von der Debatte nichts wissen: „Selbstbehalte selektieren sozial benachteiligte Menschen, die dann seltener zum Arzt gehen und sich Hilfe holen“, befürchtet sie.

    „Keine Zeit zum Warten“

    Nach Ansicht der Beteiligten stehen die Zeichen gut, dass eine nachhaltige Reform dieses Mal gelingen wird, denn: „Der Druck auf das System ist enorm“, sagt Peter McDonald. Und Staatsrat Cornhouse verwendete auch ein Zitat von Winston Churchill: „Vergeuden Sie keine Krise.“ Auch Fiskalratspräsident Bedelt stellte mit Blick auf die Gesundheitsversorgung in Österreich klar: „Wir haben keine Zeit mehr zum Warten.“

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